Portraitfotografie: Licht-, Schatten- und Farbbedingungen um das Hauptmotiv müssen stimmen

Der berühmte Maler Rubens wusste das so genau wie Fotografen heute: die hohe Kunst der bildlichen Darstellung sind Portraits. Technisch gibt es zu modernen Kamerazeiten verschiedene Tricks, um Gesichter mit gelungener Portraitfotografie vorteilhaft in Szene zu setzen.

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Portraitfotografie – Es zählt nur der buchstäbliche Augenblick

Licht und Schatten, der Hintergrund und Besonderheiten des Models beeinflussen die Qualität einer Portraitaufnahme. Diese Details müssen vor der eigentlichen Aufnahme so perfekt wie möglich geprüft und ausgeglichen werden:

Die kleinsten Nebensachen

Das Objektiv einer Kamera sieht die kleinsten Details – auch solche, die niemand gerne auf einem Portraitfoto wiederfindet. Eine Tasse, die noch hinten auf dem Tisch steht, kann schon das komplette Portrait unbrauchbar machen. Eine Mistgabel neben dem Model gehört ebenso wenig zu einem Naturportrait wie ein welkes Blatt auf der Fensterbank zu einer Innenaufnahme.

So fallen störende Ablenkungen besser auf:

Zunächst wird der Bildausschnitt für die Kameraaufnahme festgelegt. Nun zoomt der Fotograf so nah wie möglich an die zu portraitierende Person heran. Bei diesem Verlauf werden die kleinsten Nebensachen auf einmal viel besser sichtbar. Das kann schon ein Fenster sein, durch welches das Tageslicht ungünstig in Richtung Model fällt. Erst jetzt folgt der nächste Schritt zur Vorbereitung eines wirklich guten Portraitfotos.

Der Blick in alle Richtungen

Manche der genannten Nebensachen verändern die Stimmung des Portraits vorteilhaft. Also lohnt die Mühe, sich das Model in der geplanten Fotoumgebung genau von allen Seiten anzusehen. Von oben und unten, von allen Seiten und von hinten – wenn nötig, hilft dabei Hinknien und sich bücken, das Model sich setzen lassen oder dessen Kopfhaltung zu verändern.

So verbessert der Rundumblick die Portraitwirkung:

Blätter, ein Stück Himmel mit einer hübschen Wolkenformation oder eine Parkbank können die Wirkung des Portraits vorteilhaft beeinflussen. Es kommt bei dieser Auswahl darauf an, welche Aussage von dem späteren Portraitfoto gewünscht ist.

Das Spiel mit Schärfe, Licht & Schatten in der Portraitfotografie

Erst durch genaues Überprüfen aller Licht-, Schatten- und Farbbedingungen rings um die Hauptperson entsteht das eigentliche Motiv. Weitere Tipps verbessern die Aufnahmequalität:

Bokeh

In der Fotografie steht der im Japanischen geprägte Begriff für fotografische Unschärfe von Hintergründen. Aber anstatt durch Verwackeln entsteht genau dieses Schärfespiel mit dem Objektiv einer Kamera aus gutem Grund: Es betont die Vorteile des Portrait-Models. Technisch wird dieses Aufnahmeziel erreicht, indem Blende und Brennweite verändert werden und der Fotograf nah an das Model herangeht. Voraussetzung für eine gewollte Unschärfe des Hintergrundes ist, dass das Model von diesem entfernt wird.

Die Belichtung

Aufnahmen im Dunkeln werden den Vordergrund anders darstellen als Aufnahmen im hellen Tageslicht. Für die optimale Belichtung soll die Kamera die Helligkeit des Models bestimmen. Nach diesem Kriterium richtet sich die vorher nötige Belichtungsmessung. Ganz gleich, wie hell oder dunkel der Hintergrund ist: Einzig die Belichtungszahl des Models führt zu einem wirklich professionellen Portraitfoto.

Fazit: Geduld ist neben allen technischen Tipps der wichtigste Aspekt

Es gibt viele Aspekte zu beachten, um ein wirklich gelungenes Portrait zu erhalten. Mit Geduld, diesen vier Basic-Tipps und weiteren Kriterien wie Distanz, Blendenflecken oder den Augen des Models lässt sich jedes Portrait perfekt fotografieren. Ein Tipp, der hier nicht extra genannt wurde, ist die Geduld. Denn selbst das schönste Model kommt nur makellos zur Geltung, wenn jedes Detail in dieser Millisekunde der Aufnahme stimmt.

Portraits fotografieren: Wichtige Tipps für ein gutes Portrait

Während gutes Wetter und Sonnenschein für viele Motive optimal sind, sind sie bei einem Porträt kontraproduktiv, da starkes Licht starke Schatten erzeugt. Wer ein Porträt im Schatten oder zumindest einem schattigen Bereich aufnimmt, hat dadurch ein viel gleichmäßigeres Licht und muss keine krassen Schattenspiele per Photoshop retuschieren, die bei einem Porträt in der Regel unbrauchbar sind. Zudem können große, strahlende Flächen auch von dem eigentlichen Motiv ablenken. Deshalb ist ein schattiger Standort besser geeignet.

Eine gute Lichtquelle dagegen ist ein Fenster und viele Fotografen spielen sehr gern mit diesen beliebten Lichtquellen, wobei ein Vorhang sogar ein besonders weich fließendes Licht erzeugt, was gerade beim Porträt vorteilhaft wirken kann. Ein dunkler Raum bekommt mit einer einzigen Lichtrichtung eine interessante Dramatik. Wenn die Sonne leider unvermeidbar ist, solltest Du auf jeden Fall direkt vor der Person fotografieren, damit das Gesicht einigermaßen gleichmäßig ausgeleuchtet ist. Zudem bekommt das Haar durch die Sonne im Rücken einen hübschen Glanz.

Portraitfotografie lernen: Originelle Fotos

Klar, jeder Fotograf möchte seine Modelle für die Porträts mal in ungewöhnlichen Positionen ablichten, doch was eigentlich originell rüber kommen soll, wird schnell zu einem fotografischen Albtraum. Leider wirken komische Positionen im Bild auch genauso komisch wie unnatürlich und dafür finden sich nur selten Liebhaber. Ein alter Aberglaube ist es auch, dass auf einem Porträtfoto möglichst viel von der Person zu sehen sein muss.

Jedoch entstehen oft die besseren Bilder, je näher der Fotograf an das Motiv heranrückt und sich auf das Wesentliche oder ein wesentliches Detail konzentriert. Wer den ganzen Menschen ablichtet, verschenkt dadurch zwischen 70 – 80 Prozent des Bildes und muss zusätzlich auf interessante Details verzichten. Da die Menschen beim Fotografieren oft nervös und angespannt sind, gibt es auch dementsprechende Fotos. Ein lockeres, freundliches Gespräch, vielleicht etwas humorvoll entspannt meist die Person, macht sie locker und das Bild besser. Um eine lockere Atmosphäre zu unterstützen, sollte der Fotograf auch mal ruhig das Motiv aus unterschiedlichen Positionen in den Sucher nehmen.

Variiere die Positionen bei einem Portrait

Nicht alle Portraits müssen direkt von vorn aufgenommen werden, es gibt viele Positionen und ausprobieren ist oft die sicherste Methode, die beste Wahl der Position zum Fotografieren zu finden. Übrigens eignet sich auch für die Portraitfotografie die 2/3 Regel ganz hervorragend. Sie ist für viele Foto-Enthusiasten die wichtigste Regel für den Bildaufbau und hat sich bewährt. Wie alle Regeln kann sie mal gebrochen werden, jedoch ist sie als Faustregel unschlagbar.

Gerade bei einem Portrait sollte der Fotograf Erfahrung und Feingefühl bei der Bildkomposition beweisen, um mehr zu tun, als nur die Person abzulichten. Mit etwas Überlegung und Originalität können sich außergewöhnliche Porträts schaffen lassen, die nicht nur die abgelichtete Person mit Stolz erfüllt. Dafür muss der Fotograf nur ein paar kleine Regeln wie den Schatten- oder die 2/3-Regel einhalten, um ein gutes Porträt zu schießen. Immerhin soll der Fotograf mehr einfangen, als die Gesichtsumrisse oder die Augenfarbe, sondern die Person sich und seine Persönlichkeit in dem Foto entdecken.

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