Modemarken mit K- Kenzo, Karl Lagerfeld & Kappa
Drei Buchstaben, drei Welten: Ein japanischer Designer, der 1970 mit einem Geschäft im Pariser Galerie Vivienne die westliche Mode auf den Kopf stellte. Ein Hamburger Pfarrerssohn mit weißem Zopf und schwarzer Sonnenbrille, der bis zu seinem Tod 2019 gleichzeitig für Chanel, Fendi und sein eigenes Label entwarf. Und eine italienische Sportmarke aus Turin, deren zwei Rücken-an-Rücken sitzende Figuren („Omini“) heute auf den Hoodies einer Generation prangen, die die 90er nie selbst erlebt hat. Willkommen bei den Modemarken mit K — der vielleicht widersprüchlichsten Sammlung im Alphabet der Mode.
Während der Buchstabe D von Luxushäusern wie Dior und Dolce & Gabbana dominiert wird, ist das K eine Wundertüte. Hier treffen Couture-Veteranen auf Streetwear-Ikonen, deutsche Indie-Designer auf koreanische Newcomer, Sportmarken auf Avantgarde. Wir haben die wichtigsten Namen sortiert, eingeordnet und kommentiert — mit klaren Empfehlungen, was sich lohnt und was nur Listen-Füllmaterial ist.
Kenzo: Wie ein Japaner Paris veränderte
Kenzo Takada kam 1964 mit dem Schiff aus Yokohama nach Marseille — angeblich mit nur 100 Dollar in der Tasche. Sechs Jahre später eröffnete er in der Galerie Vivienne seine erste Boutique „Jungle Jap“ und mischte Pariser Schnitte mit japanischen Kimono-Konstruktionen, Blumendrucken und Folklore-Elementen aus aller Welt. Das war 1970 ein kultureller Schock: Bis dahin galt Pariser Mode als geschlossenes Universum, in das ein Asiate höchstens als Kunde eintreten durfte.
1993 verkaufte Takada an LVMH, 1999 zog er sich zurück, 2020 starb er an Covid-19 — und hinterließ eine Marke, die unter Kreativdirektor Nigo (seit 2021, der Gründer von A Bathing Ape) gerade ihre größte Renaissance seit Jahrzehnten erlebt. Der berühmte Tigerkopf-Pullover ist mittlerweile Resale-Ware mit Wartelisten. Wer Kenzo heute kauft, kauft japanisches Streetwear-Erbe mit Pariser Adresse — eine seltene Kombination, die selbst Gucci in dieser Form nicht bieten kann.
Karl Lagerfeld: Die Marke nach dem Mann
Karl Lagerfeld war 85, als er starb — und arbeitete bis wenige Tage zuvor. Er hat in seiner Karriere mehr als 12.000 Skizzen pro Saison angefertigt (eigene Aussage), drei Häuser gleichzeitig geleitet (Chanel, Fendi, Karl Lagerfeld) und Sätze geprägt, die heute in jedem zweiten Pinterest-Board hängen. Wer mehr davon lesen will: Wir haben die besten Mode-Zitate von Lagerfeld, Chanel und Co. in einem eigenen Artikel zusammengefasst.
Das eigene Label „Karl Lagerfeld“ gründete er 1984, lange bevor Designer-Eigenmarken neben dem Hauptjob normal waren. Seit seinem Tod 2019 wird die Marke von Hun Kim und Amélie Gillier weitergeführt — mit gemischtem Erfolg. Die T-Shirts mit Karls Silhouette und dem Choupette-Print verkaufen sich, aber die Frage, ob ein Label ohne seinen Namensgeber wirklich kreativ überleben kann, ist nicht beantwortet. Mein ehrlicher Take: Karl Lagerfeld als Marke funktioniert heute eher als Logo-Erinnerung denn als Designkraft. Wer den echten Lagerfeld will, kauft Chanel-Vintage von vor 2019.
Kappa: Vom Italiener-Klassiker zur 90s-Ikone
Kappa wurde 1916 in Turin als Strumpf- und Unterwäschefabrik gegründet — genau, das ist älter als die meisten Luxushäuser. Das berühmte Logo mit den zwei Rücken-an-Rücken sitzenden Figuren entstand 1969 zufällig: Bei einem Werbe-Fotoshooting saßen ein Mann und eine Frau Rücken an Rücken auf dem Boden, der Schattenriss wurde zum Markenzeichen. In den 80ern und 90ern stattete Kappa Juventus Turin, den AC Mailand und die italienische Nationalmannschaft aus.
Heute ist Kappa zurück — aber anders. Was früher Sportausrüstung war, ist seit etwa 2017 Streetwear-Statement, getragen von Rappern, Influencern und Gen Z. Die popper Trainingsanzüge mit dem Logo-Streifen an der Seite kosten neu zwischen 80 und 150 Euro und sind in der Resale-Szene oft das Doppelte wert, wenn es sich um seltene Kollabos handelt. Im direkten Vergleich mit Puma oder Nike ist Kappa preislich unter und im Hype-Faktor seit ein paar Saisons darüber — zumindest in Europa.
Modemarken mit K: Die wichtigsten Namen sortiert
Die Liste der Modemarken mit K ist lang — und ehrlich gesagt: nicht jeder Name darin verdient einen Platz im Kleiderschrank. Hier eine sortierte Übersicht nach Kategorie, damit du nicht 50 Namen alphabetisch durchwühlen musst.
| Kategorie | Marken | Preisniveau |
|---|---|---|
| Luxus / Designer | Kenzo, Karl Lagerfeld, Kris Van Assche, Krizia, Kaviar Gauche | €€€–€€€€ |
| Sport & Streetwear | Kappa, KangaROOS, Karl Kani, Kempa, Kitsuné | €€–€€€ |
| Premium-Contemporary | Kurt Geiger, Karen Millen, Karen Walker, Kookaï | €€–€€€ |
| Indie / Designer-Labels | Kilian Kerner, Kostas Murkudis, Katharina Hovman, Kinga Math | €€€ |
| Nachhaltig & Bio | Kuyichi, Kami Organic, KAIN Label | €€ |
| High Street / Mass | KappAhl, Kookai, Kenneth Cole | €–€€ |
Komplette alphabetische Liste
- Kaethe Maerz
- KAIN Label
- Kaliberfashion
- Kami Organic
- KangaROOS
- Kappa
- KappAhl
- Karen Millen
- Karen Walker
- Karl Kani
- Karl Lagerfeld
- Karla Spetic
- Karlotta Wilde
- Karolin Kruger
- Kasimir
- Katharina Hovman
- Katrin Langer
- Katrin Leiber
- KAUFMANFRANCO
- Kaviar Gauche
- Kay Muto
- Kempa
- Kenneth Cole
- Kenneth Jay Lane
- Kenzo
- Kiki de Montparnasse
- Kilian Kerner
- Kimberly Ovitz
- Kina
- KIND
- Kinga Math
- King Louie
- Kirsty Ward
- Kitsuné
- Klepper
- König Walter
- Kookaï
- Michael Kors
- Kostas Murkudis
- Kris Van Assche
- Krizia
- KSIA
- Kuccia
- Kudibal
- Kurt Geiger
- Kuyichi
- Kyle Hopkins
Die deutschen Geheimtipps unter dem K
Was viele nicht wissen: Unter den Modemarken mit K verstecken sich einige der spannendsten deutschen Designer. Kaviar Gauche aus Berlin (gegründet 2004 von Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl) hat sich auf romantische Brautmode und Couture spezialisiert — Charlize Theron, Diane Kruger und Lena Meyer-Landrut tragen die Entwürfe. Kilian Kerner, ebenfalls Berlin, ist seit Jahren ein fester Termin auf der Berlin Fashion Week und steht für dramatische, fast theatralische Silhouetten.
Wer sich für deutsche Designer-Labels interessiert, sollte parallel einen Blick auf die Modenschau-Berichte werfen, die wir regelmäßig veröffentlichen — dort sieht man, welche K-Marken tatsächlich auf den Runways präsent sind und welche eher PR-Erscheinungen bleiben. Wie wir im Artikel zur Berliner Designerszene zeigen, hat sich gerade in den letzten fünf Jahren ein neues Selbstbewusstsein entwickelt, das nicht mehr auf Paris oder Mailand schielt.
Karl Kani vs. Karl Lagerfeld: Zwei Karls, zwei Welten
Ein Detail, das in den meisten Listen untergeht: Es gibt zwei sehr unterschiedliche Karls in der Modewelt. Während Karl Lagerfeld für europäische Couture-Eleganz steht, ist Karl Kani (geboren 1968 als

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