Modemarken mit S – Stella McCartney, S Oliver und Superdry

Drei Buchstaben, drei Welten: Stella McCartney revolutioniert seit 2001 die Luxusbranche mit konsequent veganem Design, s.Oliver bekleidet seit 1969 den deutschen Mittelstand und Superdry mischte mit japanisch anmutendem Streetwear-Branding ab 2003 die britische High Street auf. Kein anderer Buchstabe im Alphabet versammelt so viele Marken mit so widersprüchlichen Positionierungen wie das S — von handgenähter Haute Couture über Massenproduktion bis hin zu skandinavischem Minimalismus. Wer sich durch die Modemarken-Übersicht von A bis Z klickt, wird feststellen: Das S ist der vermutlich vielfältigste Buchstabe der Modegeschichte.

Stella McCartney: Die Frau, die Luxus neu definiert hat

Als Stella McCartney 1997 mit nur 25 Jahren Chloé übernahm, lachte die Pariser Modepresse. Eine Beatles-Tochter ohne klassische Couture-Ausbildung an der Spitze eines französischen Traditionshauses? Vier Jahre später, 2001, gründete sie ihr eigenes Label im Joint Venture mit Kering — und etablierte etwas, das die Branche bis dahin für unmöglich hielt: Luxus ohne Leder, ohne Pelz, ohne Federn. Heute ist Stella McCartney die wichtigste Stimme für nachhaltigen Luxus weltweit.

Ihre Falabella-Bag mit der charakteristischen Kettenkante verkaufte sich seit Launch 2009 millionenfach — komplett aus veganem Material. McCartney arbeitet mit Mylo (einem Pilz-Leder), recyceltem Polyester und Bio-Baumwolle. Was bei vielen Marken Greenwashing wäre, ist bei ihr DNA seit Tag eins. 2019 kaufte sie ihre Anteile von Kering zurück, 2020 stieg LVMH ein. Damit ist sie die einzige Designerin, die je Anteile beider Luxus-Konglomerate gehalten hat.

s.Oliver: Wie ein Würzburger Boutique-Besitzer ein Mode-Imperium baute

Bernd Freier eröffnete 1969 in Würzburg eine kleine Boutique namens „Sir Oliver“ — benannt nach dem englischen Charme, den er in seinen Schaufenstern inszenieren wollte. Aus markenrechtlichen Gründen wurde daraus 1978 „s.Oliver“. Heute beschäftigt die s.Oliver Group rund 5.500 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz im Milliardenbereich — ohne dass die Marke je den Sprung in die Modemetropolen Paris oder Mailand suchen musste.

Die Stärke von s.Oliver liegt in der mittleren Preislage zwischen H&M und Hugo Boss. Eine Lücke, die deutsche Marken wie auch Pimkie oder NA-KD auf unterschiedliche Weise besetzen — s.Oliver aber mit der breitesten Altersrange. Vom Teenager-Sublabel „QS“ bis zur Premium-Linie „s.Oliver Black Label“ deckt das Würzburger Unternehmen praktisch jede Lebensphase ab. Wer einmal durch deutsche Innenstädte spaziert, sieht: Kaum eine Fußgängerzone ohne s.Oliver-Filiale.

Superdry: Das japanische Logo, das nie Japan war

Die ironischste Geschichte des Buchstabens S gehört Superdry. Gegründet 2003 in Cheltenham, England, von Julian Dunkerton und James Holder, trägt fast jedes Kleidungsstück ein japanisches Schriftzeichen — „極度乾燥(しなさい)“, was wörtlich „extrem trocken (bitte)“ bedeutet. Es ist grammatikalisch falsch, in Japan kennt die Marke kaum jemand, und der Name selbst ist eine Hommage an ein japanisches Bier, das die Gründer auf einer Tokio-Reise tranken.

Genau diese Pseudo-Authentizität machte Superdry zwischen 2010 und 2018 zur Cashcow. David Beckham trug die Jacken, der Aktienkurs explodierte. Doch dann kam der Absturz: Übersättigung, Modetrends drehten sich, und 2019 musste Mitgründer Dunkerton in einer Kampfabstimmung zurück ins Unternehmen, um es zu retten. Eine Lektion in Markenmüdigkeit, die heute in jedem BWL-Studium auftaucht.

„Mode ist das, was wir tragen. Aber Stil ist, wer wir sind.“ — Ein Satz, der besonders auf das S-Spektrum zutrifft: Zwischen Stella McCartneys Aktivismus und Superdrys Logo-Inszenierung liegen Welten. Mehr inspirierende Mode-Zitate von Lagerfeld, Chanel und Co. haben wir gesondert gesammelt.

Saint Laurent, Sandro, Sacai: Die französisch-japanische Achse

Innerhalb des S-Universums bildet sich eine eigene Liga aus Marken, die zwischen Pariser Atelier und Tokioter Avantgarde pendeln. Saint Laurent — seit Yves Saint Laurents Tod 2008 unter Hedi Slimane (2012-2016) und heute Anthony Vaccarello — bleibt das Maß aller Dinge für rockigen Pariser Chic. Die Tuxedo-Jacke „Le Smoking“ von 1966 gilt als das wichtigste Frauenkleidungsstück des 20. Jahrhunderts.

Sandro hingegen, 1984 von Evelyne Chetrite gegründet, ist die jüngere, zugänglichere Schwester der Pariser Mode. Mittelpreisig, aber mit unverkennbarem Mademoiselle-Code: schmale Schnitte, Tweed, Spitze. Sacai wiederum, 1999 von Chitose Abe in Tokio gegründet, hat Hybrid-Design erfunden — Pullover, die halb Trenchcoat sind, Sneaker-Kollaborationen mit Nike, die in Sekunden ausverkauft sind. Wer sich für die Verbindung zwischen Sport und Luxus interessiert, sollte parallel den Markt von Nike und Puma beobachten — Sacai war der Brückenbauer schlechthin.

Skechers, SKIMS, Stüssy: Die amerikanischen S-Marken

Drei amerikanische Marken mit S definieren jeweils eigene Sub-Universen. Skechers, 1992 in Manhattan Beach gegründet, ist nach Nike und Adidas der drittgrößte Sneaker-Hersteller der Welt — vor Puma und New Balance. Eine Tatsache, die viele Modeblogs unterschlagen, weil Skechers nicht hip ist. Aber: Über 8 Milliarden Dollar Jahresumsatz lügen nicht.

SKIMS dagegen, 2019 von Kim Kardashian und Jens Grede gegründet, war 2023 mit 4 Milliarden Dollar bewertet. Shapewear in 9 Hauttönen — eine Marktlücke, die jahrzehntelang offenstand. Stüssy schließlich, 1980 von Surfer Shawn Stussy in Laguna Beach gegründet, gilt als die Urmutter aller Streetwear-Brands. Ohne Stüssy gäbe es kein Supreme. Apropos: Auch Tiermuster wie Leopard und Zebra tauchen seit den 1990er-Jahren regelmäßig in Stüssy-Kollektionen auf — ein Print, der nie aus der Mode kommt.

Modemarken mit S: Die komplette Liste

Damit du den Überblick behältst, hier alle relevanten Modemarken, die mit S beginnen — von Mass Market bis High Fashion:

  • S.Oliver
  • S.T. Dupont
  • s.w.o.r.d 6.6.44
  • S4 Jackets
  • Sabrina Dehoff
  • Sacai
  • Sacha London
  • SACHAJUAN
  • Sachin & Babi
  • SACK’S
  • Saint Laurent
  • Saint Tropez
  • Saks Potts
  • SALAR
  • Salewa
  • Salle Privée
  • Sally Hansen
  • SANCTUARY
  • Sandqvist
  • Sandro
  • Sandy Liang
  • SARENZA
  • Sartoria Latorre
  • Saskia Diez
  • Sass & Bide
  • Sassa Mode
  • Satisfy
  • Satorisan
  • Saturdays NYC
  • Saucony
  • Sensai
  • Sensi Studio
  • SENSO
  • Serafini
  • Serapian
  • Serge Lutens
  • Skechers
  • SKIMS
  • Stella Maris
  • Stella McCartney
  • STENDERS
  • Stendhal
  • Stenströms
  • Stephen Webster
  • Sternglas
  • Steve J & Yoni P
  • Steve Madden
  • Steven Alan
  • Stüssy
  • Stutterheim
  • STYLAND
  • Superdry
  • Supra Footwear
  • Supreme
  • Swarovski
  • Swedish Hasbeens
  • Swedish Stockings
  • sweet deluxe
  • Sweet Lemon
  • Sweet Years

Welche S-Marke passt zu welchem Stiltyp?

Die Bandbreite ist so groß, dass eine simple Empfehlung nicht reicht. Wer auf nachhaltigen Luxus mit klarer ethischer Position steht, kommt an Stella McCartney nicht v