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	<title>herbst | FIV | Magazin</title>
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		<title>Modetrends 2024: Farben, Oberteile, Hosen! Neuheiten von der Berlin Fashion Week</title>
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		<dc:creator><![CDATA[F_kinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 10:24:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fashion Week]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich war für dich und euch auf der Fashion Week in Berlin! Welche Trends erwarten uns dieses Jahr in der kommenden Saison? Die Berlin Fashion Week 2024 hat erneut bestätigt, dass die Hauptstadt Deutschlands ein lebendiger Schmelztiegel der internationalen Modeszene ist. Von der kreativen Vielfalt der Designer bis hin zu den kühnen Statements auf dem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war für dich und euch auf der Fashion Week in Berlin! Welche Trends erwarten uns dieses Jahr in der kommenden Saison? Die Berlin Fashion Week 2024 hat erneut bestätigt, dass die Hauptstadt Deutschlands ein lebendiger Schmelztiegel der internationalen Modeszene ist. Von der kreativen Vielfalt der Designer bis hin zu den kühnen Statements auf dem Laufsteg &#8211; diese Trends dürfen dieses Jahr nicht an dir vorbeigehen!</p>
<h2>Was wird 2024 Trend?</h2>
<p>Statement Jacken, Strickpullover, futuristische Streetwear: Das ist dieses Jahr in! Statement-Jacken, die Persönlichkeit und Stilgeschick ausstrahlen, dominieren dieses Jahr die Garderoben von Modeliebhabern. Strickpullover erfahren eine stylische Renaissance und avancieren unter dem Motto &#8222;Strick ist Chic&#8220; zum Inbegriff von Komfort und Eleganz. Gleichzeitig vereint die futuristische Streetwear-Ästhetik Funktionalität mit High-Fashion.</p>
<h2>Jacken mit Charakter</h2>
<p>Jacken, die Tradition mit Moderne verschmelzen. Mit strukturierten Schnitten und einer mutigen Verwendung von Farben und Mustern erinnern sie an klassische Designs, sind jedoch durch einzigartige Details und innovative Materialien deutlich in der Zukunft verankert. Auf der Fashion Week waren Statement Jacken in einer Vielzahl zu sehen.</p>
<ul>
<li><a href="https://fivmagazine.de/plngns-x-berlin-fashion-week-2024-nachhaltigkeit-trifft-auf-revolution/">PLNGNS x Fashion Week 2024</a></li>
</ul>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196838" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/plngns-berlin-fashion-week-herrenmode-damenmode-kollektion-herbst-winter-2024-3.jpg" alt="" width="1200" height="1800" /></p>
<h2>Streetwear mit Schleifen &amp; Patches</h2>
<p>Die Grenzen des Streetwear werden dieses Jahr neu definiert. Kollektionen, die eine Mischung aus Streetwear, Avantgarde und futuristischen Einflüssen präsentieren, spielen mit einer Vielzahl von Texturen und bestechen mit asymmetrischen Linien und kraftvollen Silhouetten bestachen. So auch zu sehen bei Damur in Berlin.</p>
<ul>
<li><a href="https://fivmagazine.de/damur-x-berlin-fashion-week-2024-streetwear-trifft-avantgarde-futuristische-designs/">Damur x Fashion Week 2024</a></li>
</ul>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196574" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/damur-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-2.jpg" alt="" width="1200" height="1400" /></p>
<h2>Hosentrends: Zwischen Komfort und Eleganz</h2>
<p>Die Hosen dieser Saison zeigen, dass Komfort und Eleganz Hand in Hand gehen können. Weite Schnitte, die Bewegungsfreiheit garantieren, treffen auf sorgfältig ausgewählte Stoffe, die von samtigen Texturen bis hin zu fließenden, leichten Materialien reichen.</p>
<ul>
<li><a href="https://fivmagazine.de/richert-beil-x-berlin-fashion-week-2024-avantgarde-underground-experimentell/">Richert Beil x Fashion Week 2024</a></li>
</ul>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196622" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/richert-beil-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-1.jpg" alt="" width="1200" height="1799" /></p>
<h2>Pullovertrends: Rückkehr des Strick</h2>
<p>Strickwaren erleben eine Renaissance, doch mit einem Twist. Ob feinmaschig oder grobgestrickt, die Pullover sind reich an Farben und Formen und setzen ein klares Statement gegen die Tristesse des Winters. Dennis Chuene zeigt auf der Berlin Fashion Week, dass Strick revolutioniert werden kann.</p>
<ul>
<li><a href="https://fivmagazine.de/bandana-looks-von-dennis-chuenes-x-berlin-fashion-week/">Dennis Chuene x Fashion Week 2024</a></li>
</ul>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196442" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/dennis-chuene-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-2.jpg" alt="" width="1200" height="1801" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Schuhe: Funktion trifft Fashion</h2>
<p>Auf den Laufstegen waren Schuhe nicht nur ein Accessoire, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtlooks. Von praktischen Boots bis hin zu eleganten High Heels, die Designs zeigen eine Präferenz für markante Formen und auffällige Details, die sowohl für Aufsehen sorgen als auch den Tragekomfort betonen. Wie flauschige Boots für den Winter bei Danny Reinke zeigen.</p>
<ul>
<li><a href="https://fivmagazine.de/danny-reinke-x-berlin-fashion-week-2024-maerchenhaft-traditionell-tierisch-gut/">Danny Reinke x Fashion Week 2024</a></li>
</ul>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196562" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/danny-reinke-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-2.jpg" alt="" width="1200" height="1802" /></p>
<h2>Modische Trends 2024: Strick, Komfort &amp; Funktionalität</h2>
<p>Dieses Jahr geht der Trend in der Mode in Richtung einer mutigen, unkonventionellen Ära, die die individuelle Persönlichkeit unterstreicht und gleichzeitig neue Maßstäbe in Sachen Komfort und Funktionalität setzt. Die vorgestellten Kollektionen sind ein Versprechen, dass die Zukunft der Mode dynamisch, vielfältig und vor allem unerwartet sein wird.</p>
<h3>Trends auf einen Blick</h3>
<p>Hier nochmal zusammengefasst alle Trends für dich, die du 2024 im Blick haben solltest:</p>
<ul>
<li>Statement-Jacken</li>
<li>Strickpullover</li>
<li>Futuristische Streetwear</li>
<li>Funktionelle Schuhe</li>
<li>Komfort- und elegante Hosen</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Maximilian Gedra x Berlin Fashion Week 2024: Leder, Lack &#038; Stacheln</title>
		<link>https://fivmagazine.de/maximilian-gedra-x-berlin-fashion-week-2024-leder-lack-stacheln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 08:20:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fashion Week]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Maximilian Gedra]]></category>
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					<description><![CDATA[Während ein einziger Bureau-Betak-Showaufbau in Paris bei 250.000 Euro startet, produziert Maximilian Gedra eine komplette Berlin-Fashion-Week-Schau für rund 25.000 Euro — und liefert ästhetisch trotzdem ab. Stacheln so lang wie eine Streichholzschachtel, Lack der unter Showlights wie flüssiges Quecksilber wirkt, Models die nicht laufen, sondern schreiten: Seine Herbst/Winter-Schau in Berlin-Charlottenburg war keine höfliche Modepräsentation, sondern [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Während ein einziger Bureau-Betak-Showaufbau in Paris bei 250.000 Euro startet, produziert Maximilian Gedra eine komplette Berlin-Fashion-Week-Schau für rund 25.000 Euro — und liefert ästhetisch trotzdem ab. Stacheln so lang wie eine Streichholzschachtel, Lack der unter Showlights wie flüssiges Quecksilber wirkt, Models die nicht laufen, sondern schreiten: Seine Herbst/Winter-Schau in Berlin-Charlottenburg war keine höfliche Modepräsentation, sondern eine Kampfansage an die brave deutsche Konfektionsmode. Und vor allem: der erste ernstzunehmende Versuch, in Berlin eine kompromisslose Avantgarde-Handschrift zu etablieren, ohne dafür wie alle Vorgänger der Stadt den Rücken kehren zu müssen. Genau das ist die eigentliche Story — nicht das Budget, sondern die strategische Wette gegen den Paris-Reflex. Ein Überblick über das gesamte Spektrum der Saison findet sich in unserer <a href="https://fivmagazine.de/modetrends-2024-farben-oberteile-hosen-neuheiten-von-der-berlin-fashion-week/">Modetrends-Zusammenfassung der Berlin Fashion Week 2024</a>.</p>
<h2>Weißensee-Schule: Warum Gedras Nähte sitzen</h2>
<p>Maximilian Gedra studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Modedesign — der gleichen Schule, aus der zuvor Designer wie Esther Perbandt und das Team hinter Hien Le hervorgingen. Weißensee ist neben der UdK und der Antwerpener Royal Academy einer der wenigen Orte, an denen konsequent technisch gearbeitet wird. Konkret: Studierende drapieren am Körper, bevor sie überhaupt einen Schnitt im 3D-Programm aufrufen dürfen. Diese Reihenfolge ist der Grund, warum Weißensee-Absolventen in internationalen Ateliers begehrt sind. Wer sich mit dem Schritt in die Selbstständigkeit nach dem Studium beschäftigt, findet in unserem Beitrag zu <a href="https://fivmagazine.de/selbststaendig-werden-designer-high-fashion-bereich/">selbstständig werden als Designer im High-Fashion-Bereich</a> konkrete Orientierung.</p>
<p>Ablesbar ist das an Gedras Schnittarbeit im ersten Look der Schau: Die Nähte sitzen, die Vorderkanten fallen, die Ärmelkugel ist sauber eingedreht. Das ist kein Detail für Insider, sondern der Unterschied zwischen einem Designer, der bleibt, und einem, der nach zwei Saisons verschwindet. Wer überlegt, selbst in dieses Umfeld einzusteigen — sei es als Designer oder vor der Kamera — findet in unseren Beiträgen zu <a href="https://fivmagazine.de/model-werden-voraussetzungen-bewerbung-modelagentur-tipps-fragen-stephan-czaja/">Model werden</a>, <a href="https://fivmagazine.de/model-casting-model-werden-special-2/">Model Casting</a>, <a href="https://fivmagazine.de/modelbewerbung-model-werden-special-1/">Model Bewerbung</a> und <a href="https://fivmagazine.de/die-richtigen-model-jobs-model-werden-special-3/">Model Jobs</a> die handwerklichen Grundlagen. Gedras Casting bewegt sich bewusst außerhalb dieser klassischen Pfade: Soundtrack ein eigens produzierter Score mit verzerrten Streichern, Casting-Director aus der Berliner Subkultur rekrutiert, nicht aus dem Modelagentur-Pool. Ein Vergleich mit den eher mainstreamigen Casting-Routinen von <a href="https://fivmagazine.de/gntm-alle-staffeln-kandidatinnen-gewinnerinnen-interviews-throwback/">GNTM</a> macht den Bruch sofort sichtbar.</p>
<h2>Material-Realität: Toskanisches Lackleder als Cashflow-Killer</h2>
<p>Wer Gedras Ästhetik verstehen will, muss zwei Berliner Welten zusammendenken: das Türsteher-Regiment am Berghain, das eine ungeschriebene Designsprache aus Schwarz, Leder und Funktionalität definiert, und die handwerkliche Präzision europäischer Couture-Häuser. Sven Marquardt ist hier kein Zufallsverweis: Gelernter Modefotograf, ab 1989 für das DDR-Magazin Sibylle aktiv, seine Arbeiten liegen im Bestand des Kunstgewerbemuseums Berlin und der Berlinischen Galerie. Die Berghain-Ästhetik ist also längst musealisiert — was ihre Übersetzung in Couture-Codes nicht nur legitim, sondern fast überfällig macht. Einen ähnlich konsequenten Ansatz, der Underground-Ästhetik mit Schnittdisziplin verbindet, zeigt auch <a href="https://fivmagazine.de/richert-beil-x-berlin-fashion-week-2024-avantgarde-underground-experimentell/">Richert Beil auf der Berlin Fashion Week 2024</a>.</p>
<p>Die Kollektion zerfällt in drei Materialwelten: hochglänzender Lack in tiefem Schwarz und gedämpftem Burgund, weiches Nappaleder in skulpturalen Schnitten und metallische Stacheln, die wie Insektenpanzer auf Schultern und Hüften thronen. Was viele Kritiker übersehen: Echtes Lackleder, sogenanntes Patent Leather, kostet im Großhandel ab 80 Euro pro Quadratmeter und kommt fast ausschließlich aus toskanischen Gerbereien wie Conceria Walpier oder Conceria Il Ponte in Quarrata. Die Mehrheit aller Lack-Pieces auf den Laufstegen besteht aus Polyurethan-beschichteten Imitaten — Gedra geht hier konsequent den teuren Weg. Bei Mindestabnahmen von 30 bis 50 Quadratmetern und Vorlaufzeiten zwischen sechs und acht Wochen ist das für ein junges Label ein Cashflow-Killer.</p>
<p>Die Stacheln selbst sind übrigens kein Galvanik-Massenteil, sondern werden nach Gedras Aussage in einem brandenburgischen Metallbaubetrieb aus Edelstahl gedreht und einzeln punktverschweißt. Wer das mit den Schraub-Pyramiden vergleicht, die bei Streetwear-Marken im <a href="https://fivmagazine.de/rockabilly-look-so-stylst-du-ihn-nach-wie-ein-profi/">Rockabilly-Look</a> oder in Punk-Adaptionen verwendet werden, sieht den Unterschied sofort: Gedras Stacheln sind massiv, nicht hohl.</p>
<p>https://www.youtube.com/watch?v=2tQRMA_Y7sY</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196424" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/maximilian-gedra-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-1.jpg" alt="Maximilian Gedra Berlin Fashion Week 2024 Look 1" width="1200" height="1500" /></figure>
<h3>Genderfluide Schnittführung: Mehr als ein Marketingbegriff</h3>
<p>Gedra bricht systematisch mit Geschlechternormen — aber nicht über Cast-Diversität, sondern über die Konstruktion selbst. Die Schulterlinie der Damen-Looks misst 46 bis 48 Zentimeter und liegt damit auf männlichem Standardmaß; die Herren-Mieder folgen einer femininen Taillenführung mit Abnähern unterhalb der Brust. Was als Damenmode beginnt, kippt im nächsten Look in <a href="https://fivmagazine.de/die-herrenmode-von-heute-eleganz-kennt-keine-grenzen/">Herrenmode</a>, und umgekehrt. Diese fließende Logik verbindet ihn mit Häusern wie Rick Owens oder Ann Demeulemeester — aber mit einem genuin berlinerischen Twist. Während Owens in Paris eine fast spirituelle Schwere kultiviert, bleibt Gedra urban, härter, technischer. Seine Korsagen sind keine romantische Referenz an die Belle Époque, sondern Schutzpanzer für die Großstadt. Wer den ruhigen Kontrapunkt sucht, findet in unserer Sammlung von <a href="https://fivmagazine.de/mode-zitate/">Mode-Zitaten von Lagerfeld bis Chanel</a> die andere Seite — Gedra steht im genauen Kontrast dazu. Einen interessanten Vergleichspunkt innerhalb der gleichen Saison liefert auch <a href="https://fivmagazine.de/bobkova-x-berlin-fashion-week-2024-japanische-schnittdisziplin-urbane-aesthetik/">Bobkova mit ihrer japanischen Schnittdisziplin auf der Berlin Fashion Week 2024</a>.</p>
<blockquote><p>&#8222;Eine Korsage ist keine Einschränkung. Eine Korsage ist eine Entscheidung, sichtbar zu sein. In Berlin trägt man sie nicht zum Diner, sondern zur Verteidigung.&#8220; — Maximilian Gedra, Backstage</p></blockquote>
<p><strong>Auf einen Blick — die DNA der Kollektion:</strong></p>
<ul>
<li>Drei Materialien, maximal zwei pro Look</li>
<li>Toskanisches Patent Leather statt PU-Imitat</li>
<li>Schulterlinien auf männlichem Standardmaß, Taillen feminin geführt</li>
<li>Stacheln aus massivem Edelstahl, punktverschweißt</li>
<li>Show-Tempo bewusst halbiert auf rund 14 Sekunden pro Look</li>
</ul>
<h2>Die drei Schlüssel-Looks und ihre handwerklichen Referenzen</h2>
<p>Eine Avantgarde-Schau lebt nicht von der Quantität, sondern von Pieces, die ikonisch genug sind, um als Einzelstücke in fremden Stylings zu funktionieren. Genau hier liegt Gedras kommerzielles Kalkül: Ein Stachel-Gürtel oder ein Lack-Cape kann in völlig andere Looks integriert werden — und wandert so über Stylisten in Editorials, ohne dass je ein Komplettlook verkauft werden muss. Dieses Modell hat Demna Gvasalia bei Vetements perfektioniert, lange bevor er Balenciaga übernahm. Es ist das einzig funktionierende Geschäftsmodell für ein junges Avantgarde-Label ohne Konzern im Rücken — und der Grund, warum Gedras Ansatz ökonomisch tragfähiger ist als der vieler Vorgänger der Berliner Avantgarde-Linie um Kostas Murkudis, Bernhard Willhelm oder Vladimir Karaleev, die alle erst nach einem Wechsel nach Paris internationale Reichweite gewannen. Wer parallel andere Berliner Designer-Handschriften sucht, sollte sich die <a href="https://fivmagazine.de/modenschau-marcel-ostertag-fashion-week-new-york/">Modenschau-Arbeit von Marcel Ostertag</a> ansehen — eine Position, die das Spektrum der Hauptstadt-Mode jenseits von Gedra aufspannt. Ein Blick auf die <a href="https://fivmagazine.de/modemarken-chanel-givenchy-hermes-prada-ultimativer-liste-herren-damen/">Modemarken-Übersicht</a> zeigt zusätzlich, in welcher Liga Gedra spielt — und in welcher noch nicht. Wer verstehen will, wie sich die Berliner Avantgarde-Szene über mehrere Saisons entwickelt hat, findet in unserem Rückblick auf die <a href="https://fivmagazine.de/berlin-fashion-week-sommer-2023-mode-runways-glamour-trends/">Berlin Fashion Week Sommer 2023</a> einen aufschlussreichen Vergleichspunkt.</p>
<h3>Look 1: Der Lack-Trenchcoat</h3>
<p>Ein Trenchcoat in tiefschwarzem Lack, der die klassischen Burberry-Codes der 1920er auf den Kopf stellt. Statt Gabardine: glänzender Lack. Statt beiger Diskretion: aggressive Reflexion. Die Schultern sind architektonisch erhöht, die Taille mit einem breiten Lackgürtel zusammengefasst. Wer historische Trenchcoat-Konstruktion kennt, sieht: Gedra behält das Storm-Flap-Detail bei, transformiert es aber in ein dekoratives Element. Das D-Ring-Detail am Gürtel — ursprünglich für Handgranaten — wird zur reinen Hardware-Anmutung. Das ist Designhandwerk, kein Zitatenspiel. Kombiniert wurde der Look mit überknielangen Stiefeln in Lack-Optik, deren Silhouette an die <a href="https://fivmagazine.de/high-heels-rote-sohlen-geschichte-hinter-louboutin/">High Heels mit roten Sohlen von Louboutin</a> erinnert, ohne deren Codes direkt zu zitieren.</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196430" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/maximilian-gedra-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-2.jpg" alt="Maximilian Gedra Berlin Fashion Week 2024 Look 2" width="1200" height="1500" /></figure>
<h3>Look 2: Das Stachel-Korsett — und die Mr.-Pearl-Frage</h3>
<p>Ein Mieder mit Metallstacheln, das gleichzeitig schützt und bedroht. Die Mugler-Referenz ist offensichtlich — Manfred Thierry Mugler arbeitete für seine Couture-Kollektion &#8222;Les Insectes&#8220; mit Spezialisten wie Mr. Pearl an Metallkorsetts, deren Stücke heute im Musée des Arts Décoratifs Paris liegen. Mark Erskine, branchenintern als Mr. Pearl bekannt, arbeitet seit Jahren fast ausschließlich für John Galliano im Rahmen der Margiela-Artisanal-Linie und ist über persönliche Empfehlung praktisch nicht mehr buchbar. Einen faszinierenden Einblick in Gallianos Arbeit auf diesem Niveau bietet unser Beitrag zu den <a href="https://fivmagazine.de/haute-couture-shows-in-paris-2024-die-rueckkehr-von-john-galliano/">Haute Couture Shows in Paris 2024</a>.</p>
<p>Die handwerkliche Schwierigkeit liegt im Inneren: Ein professionelles Korsett besteht aus zwölf bis vierundzwanzig Bahnen Coutil-Innenfutter, in die Spiralstahl an gebogenen Stellen und Federstahl an geraden Stellen eingearbeitet wird. Wer das ohne diese Kenntnis fertigt, produziert Kostüm, keine Konstruktion. Wer eine Metallkorsage in dieser Qualität will, arbeitet entweder mit Ateliers wie Sylvain Nuffer oder direkt mit Kostümbildnerinnen aus der Opernwelt — Bayreuth, Wiener Staatsoper, Bayerische Staatsoper sind die drei Adressen, die Branchenkenner nennen. Gedras Mieder steht in einer Linie, deren Zugang künstlich verknappt ist — und geht weiter als Mugler: Während Mugler glamourös war, ist Gedra konfrontativ.</p>
<h3>Look 3: Die Lederrobe</h3>
<p>Bodenlange Robe aus weichem Nappaleder mit dramatischem Cape-Element. Zeigt, dass Gedra nicht nur provozieren, sondern auch ernsthaft Volumen modellieren kann — ein Können, das man sonst nur bei Couture-Häusern mit jahrzehntelanger Tradition findet. Vergleichbare Cape-Konstruktionen kennt man von <a href="https://fivmagazine.de/dolce-gabbana-parfum-schuhe-tasche-the-one-men-woman/">Dolce &amp; Gabbana</a> oder aus den Alta-Moda-Schauen italienischer Maisons. Die Materialkosten für eine solche Robe — bei vegetabil gegerbtem Buttero-Leder aus Quarrata zu etwa 12 bis 15 Euro pro Quadratdezimeter — liegen rohstofflich schnell zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Buttero ist ein Pflanzgerbe-Leder mit 60 Tagen Gerbzeit, das in der Lederwarenbranche als Benchmark gilt. Gedra positioniert sich rohstofflich auf Couture-Niveau, lange bevor Arbeitsstunden, Marge oder Showroom-Kosten eingerechnet sind. Wer einen thematisch verwandten Berliner Ansatz mit düsteren, materialstarken Looks sucht, sollte auch einen Blick auf <a href="https://fivmagazine.de/haderlump-x-berlin-fashion-week-2024-nachhaltig-duester-dystopisch/">Haderlump auf der Berlin Fashion Week 2024</a> werfen.</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196436" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/maximilian-gedra-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-3.jpg" alt="Maximilian Gedra Berlin Fashion Week 2024 Look 3" width="1200" height="1500" /></figure>
<p>Fotos: Gillian Neumann</p>
<ul>
<li>✓ Lack-Trenchcoat: Burberry-Code radikal umgedreht, Storm-Flap dekorativ</li>
<li>✓ Stachel-Korsett: direkte Linie zu Mugler &#8222;Les Insectes&#8220;, Coutil mit Spiralstahl</li>
<li>✓ Lederrobe: 2.500–4.000 € reine Materialkosten, Buttero-Leder aus Quarrata</li>
<li>✓ Drei Materialien, maximal zwei pro Look — Gedras eigene Stilregel</li>
<li>✓ Show-Tempo halbiert: bewusste Slow-Walk-Choreografie als Markenzeichen</li>
</ul>
<h2>Das 1:10-Budget-Verhältnis: Berlin gegen Paris</h2>
<p>Um Gedras Position einzuordnen, hilft ein nüchterner Blick auf das Spielfeld. Häuser wie <a href="https://fivmagazine.de/christian-dior-bahnbrechende-und-zeitlose-designs-gro%ce%b2e-auswahl-von-kleidung-bis-zu-den-vorzueglichsten-dueften/">Dior</a>, <a href="https://fivmagazine.de/prada-haute-couture-kollektionen-accessoires/">Prada</a> oder <a href="https://fivmagazine.de/gucci-schuhe-guertel-tasche-luxurioese-accessoires-damen-herren/">Gucci</a> operieren mit Marketingbudgets im hohen zweistelligen Millionenbereich. Gedra arbeitet mit einem Bruchteil davon — und liefert ästhetisch trotzdem ab. Die Förderlinie &#8222;Berlin Contemporary&#8220; des Fashion Council Germany umfasst pro Saison nur acht bis zehn Designer und z</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Damur x Berlin Fashion Week 2024: Streetwear trifft Avantgarde &#038; futuristische Designs</title>
		<link>https://fivmagazine.de/damur-x-berlin-fashion-week-2024-streetwear-trifft-avantgarde-futuristische-designs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[F_kinski]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 08:15:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fashion Week]]></category>
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					<description><![CDATA[Fashion zwischen Elektroautos! Damur hat seine neuesten Designs im Nio House mitten in Berlin vorgestellt. Damit du direkt die neuesten Outfits von Damur kennst, war ich für euch auf der Berlin Fashion Week. Fashion Week, Dienstagabend, 19 Uhr Berlin &#8211; Heute stellt Damur seine Herbst / Winter 24 Kollektion vor. Ein Blick auf die Highlights [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Fashion zwischen Elektroautos! Damur hat seine neuesten Designs im Nio House mitten in Berlin vorgestellt. Damit du direkt die neuesten Outfits von Damur kennst, war ich für euch auf der Berlin Fashion Week. Fashion Week, Dienstagabend, 19 Uhr Berlin &#8211; Heute stellt Damur seine Herbst / Winter 24 Kollektion vor. Ein Blick auf die Highlights der Modenschau und das Label. Entdecke hier noch mehr <a href="https://fivmagazine.de/modetrends-2024-farben-oberteile-hosen-neuheiten-von-der-berlin-fashion-week/">Modetrends 2024</a>.</p>
<h2>Damur Herbst / Winter 2024</h2>
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<p>Damurs Kollektion zeichnet sich durch eine kühne Mischung aus strukturellen Silhouetten, lebhaften Mustern und einer Palette aus gedämpften und leuchtenden Farben aus. Sie bietet eine moderne Interpretation von Streetwear mit einem Hauch von Futurismus und einer spielerischen, doch nachdenklichen Auseinandersetzung mit Textur und Form. Diese Designs sind sowohl für die Straße als auch für avantgardistische Anlässe geeignet und repräsentieren eine frische, energiegeladene Vision der zeitgenössischen Mode.</p>
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<h3>3 Highlights vom Laufsteg</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196568" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/damur-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-1.jpg" alt="" width="1200" height="1400" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196574" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/damur-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-2.jpg" alt="" width="1200" height="1400" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196580" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/damur-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-3.jpg" alt="" width="1200" height="1400" /></p>
<p>Fotos: Kenneth Dumevi</p>
<h2>Backstage Interview mit Designer Damur</h2>
<p>Exklusiv vor der Herbst / Winter 2024 Runway Show haben wir Designer Damur interviewt. Hinter den Kulissen im Nio House, Berlin:</p>
<p><strong>FIV:</strong> Damur, wie fühlst du dich heute, angesichts des Trubels und der bevorstehenden Show?</p>
<p><strong>Damur:</strong> Es ist ein sehr intensiver Tag, wir sind ständig beschäftigt. Das Nio House ist riesig, über drei Etagen verteilt, was eine Herausforderung darstellt. Aber wir sind sehr gespannt auf die Show heute Abend.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Bist du vor den Shows immer noch nervös, oder überwiegt die Vorfreude?</p>
<p><strong>Damur:</strong> Mittlerweile gehen wir mit dem Fluss. Wir haben alles vorbereitet, was möglich war. Jetzt geben wir unser Bestes und sehen, was passiert.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Hast du eine Routine, um vor einer Show die Nerven zu beruhigen?</p>
<p><strong>Damur:</strong> Nein, ich halte mich einfach beschäftigt, dann geht es mir gut.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Woher kam die Inspiration für deine neue Kollektion?</p>
<p><strong>Damur:</strong> Diese Kollektion ist sehr experimentell, mit einem Mix aus verschiedensten Geschlechterkleidungen. Wir möchten eine neue Perspektive bieten, besonders da sich die Welt seit 2022/2023 stark verändert hat, einschließlich unseres Soziallebens und der Arbeitswelt. Die Mode blieb jedoch traditionell. Wir experimentieren mit Styling, Schmuck und Sonnenbrillen, um die Individualität Berlins zu reflektieren.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Hattest du jemals eine kreative Flaute, und wie bist du damit umgegangen?</p>
<p><strong>Damur:</strong> Ja, das kommt vor. Aber als Kreativer muss man Wege finden, sich zu erholen. Manchmal brauche ich Urlaub oder muss einfach Abstand von der Mode nehmen, um die Authentizität nicht aus den Augen zu verlieren.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Wie hat sich die Modebranche seit deinem Karrierestart verändert?</p>
<p><strong>Damur:</strong> Der größte Unterschied ist der Einfluss von Social Media. Die Kommunikation und die Diskussion über Geschlechtsidentität und Körper haben sich verändert. Die Welt bewegt sich schnell, manchmal zu schnell, um wirklich zu reflektieren, was wir wollen. Die Modeindustrie ist sehr schnelllebig geworden, ständig gibt es neue Kollektionen. Ich denke, wir müssen vielleicht etwas langsamer werden.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Lässt du dich von Trends inspirieren, oder lehnst du diese komplett ab?</p>
<p><strong>Damur:</strong> Trends sind wichtig, um den Markt zu verstehen und zu überleben. Aber es ist auch wichtig, seine eigene Stimme zu haben. Es geht darum, ein Gleichgewicht zu finden, um kreativ und gleichzeitig marktfähig zu sein.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Damur, vielen Dank für das offene Gespräch und die Einblicke in deine Arbeit und Philosophie!</p>
<p><strong>Damur:</strong> Danke dir, es hat mich sehr gefreut.</p>
<h2>Damur: Asiatische Popkultur vereint Berlins Lebensgefühl</h2>
<p>Der Designer Damur Huang, mit einer Ausbildung an renommierten Modeinstitutionen wie der Antwerp Royal Academy of Fine Arts und der La Cambre-Mode(s) in Brüssel, hat 2015 sein eigenes Label gegründet. Seine Marke #DAMUR vereint geschickt asiatische Popkultur mit dem urbanen Lebensgefühl Berlins. Seine Mode zeichnet sich durch markante Cut-Outs aus, die ein Statement für individuelle Entfaltung und nachhaltiges Design darstellen.</p>
<h3>Mehr über Damur</h3>
<p>Entdecke hier mehr von Damur:</p>
<ul>
<li><a href="https://damur.fashion/" target="_blank" rel="noopener">Damur Shop</a></li>
<li><a href="https://www.instagram.com/damur.fashion/" target="_blank" rel="noopener">Damur Instagram</a></li>
<li><a href="https://www.tiktok.com/@damurfashion" target="_blank" rel="noopener">Damur TikTok</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Marina Hoermanseder x Berlin Fashion Week 2024: Zirkus, Herzen &#038; Lederschnallen</title>
		<link>https://fivmagazine.de/marina-hoermanseder-x-berlin-fashion-week-2024-zirkus-herzen-lederschnallen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 08:12:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fashion Week]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Modewoche]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>
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					<description><![CDATA[Herzlich Willkommen in Marina&#8217;s Modezirkus! So wurden die Gäste bei Marina Hoermanseders Modenschau auf der Berlin Fashion Week empfangen. Akrobaten, Popcorn, Zirkusfeeling &#8211; Die ganze Show ist von Anfang bis Ende komplett durchkonzeptionalisiert worden. Funkelnde Bodys, Hochglanz Korsette und flauschige Bärchen: Ein Blick auf die neue Kollektion, die Modenschau und die Highlights. Entdecke hier noch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Herzlich Willkommen in Marina&#8217;s Modezirkus! So wurden die Gäste bei Marina Hoermanseders Modenschau auf der Berlin Fashion Week empfangen. Akrobaten, Popcorn, Zirkusfeeling &#8211; Die ganze Show ist von Anfang bis Ende komplett durchkonzeptionalisiert worden. Funkelnde Bodys, Hochglanz Korsette und flauschige Bärchen: Ein Blick auf die neue Kollektion, die Modenschau und die Highlights. Entdecke hier noch mehr <a href="https://fivmagazine.de/modetrends-2024-farben-oberteile-hosen-neuheiten-von-der-berlin-fashion-week/">Modetrends 2024</a>.</p>
<h2>Marina Hoermanseder Herbst / Winter 2024</h2>
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<p>Marina Hoermanseders neue Kollektion feiert den Triumph des Individualismus und die Extravaganz des bunten Glamours dieser Welt. Von der kühnen Darstellung des menschlichen Körpers in anatomisch inspirierten Designs bis hin zu den schillernden, herz- und sternförmigen Silhouetten, die Romantik und Popkultur verschmelzen. Hoermanseder&#8217;s Signatur der Verschmelzung von Hochglanz-Finish und skulpturaler Präzision erreicht neue Höhen, mit Kreationen die an Kreativität, Vielfalt und Diversität punkten. Wir sind in Love!</p>
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<h3>3 Highlights vom Laufsteg</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196742" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/marina-hoermanseder-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-1.jpg" alt="" width="1200" height="1799" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196748" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/marina-hoermanseder-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-2.jpg" alt="" width="1200" height="1799" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196754" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/marina-hoermanseder-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-3.jpg" alt="" width="1200" height="1799" /></p>
<p>Fotos: Franziska Krug</p>
<h2>Marina Hoermanseder: Meisterin ihres Handwerks</h2>
<p>Marina Hoermanseder ist bekannt für ihre einzigartigen Kreationen, die traditionelle Handwerkskunst mit moderner Ästhetik vereinen. Mit einer Vorliebe für ausgefallene Schnitte, unerwartete Details und eine spielerische Nutzung von Materialien, schafft sie eine surreale und zugleich tragbare Mode. Ihre Designs zeichnen sich oft durch charakteristische Lederverarbeitung und Schnallen aus, die einen Hauch von Kühnheit und Eleganz verleihen.</p>
<h3>Mehr über Marina Hoermanseder</h3>
<p>Entdecke hier mehr von Marina Hoermanseder:</p>
<ul>
<li><a href="https://marinahoermanseder.com/" target="_blank" rel="noopener">Marina Hoermanseder </a><a href="https://marinahoermanseder.com/" target="_blank" rel="noopener">Shop</a></li>
<li><a href="https://www.instagram.com/marinahoermanseder/" target="_blank" rel="noopener">Marina Hoermanseder Instagram</a></li>
<li><a href="https://www.tiktok.com/@marinahoermanseder" target="_blank" rel="noopener">Marina Hoermanseder TikTok</a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Kilian Kerner x Berlin Fashion Week 2024: Glitzer &#038; dramatischer Glamour</title>
		<link>https://fivmagazine.de/kilian-kerner-x-berlin-fashion-week-2024-glitzer-dramatischer-glamour/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 08:12:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fashion Week]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[20.000 verkaufte Memoir-Exemplare haben ein Modelabel gerettet — kein Investor, kein Konzern, keine Beauty-Lizenz. Kilian Kerner hat mit Buchhonoraren das geschafft, woran in Deutschland reihenweise Designer scheitern: ein vollständiges Comeback nach Insolvenz ohne Beteiligungskapital. Die Show &#8222;Forever&#8220; auf der Berlin Fashion Week ist der sichtbare Beweis dieses Modells — und der aufschlussreichste Berliner Show-Moment seit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>20.000 verkaufte Memoir-Exemplare haben ein Modelabel gerettet — kein Investor, kein Konzern, keine Beauty-Lizenz. Kilian Kerner hat mit Buchhonoraren das geschafft, woran in Deutschland reihenweise Designer scheitern: ein vollständiges Comeback nach Insolvenz ohne Beteiligungskapital. Die Show &#8222;Forever&#8220; auf der Berlin Fashion Week ist der sichtbare Beweis dieses Modells — und der aufschlussreichste Berliner Show-Moment seit langer Zeit. Wer verstehen will, wie ein deutsches Designerlabel ökonomisch unabhängig überlebt, muss diesen Fall studieren.</p>
<p><strong>Auf einen Blick:</strong></p>
<ul>
<li>✓ Comeback finanziert über Memoir-Honorare statt Investorenkapital</li>
<li>✓ &#8222;Forever&#8220; inszeniert als Drei-Akter mit 38 Damen- und Herrenlooks</li>
<li>✓ Pagode-Schulter mit Pferdehaar-Versteifung als Couture-Signatur</li>
<li>✓ Direktverkauf 800 € bis 4.500 € pro Look ohne Großhandelsmarge</li>
<li>✓ Stammkundinnen-Wert: 8.000 bis 20.000 € pro Saisonjahr</li>
<li>✓ Berlin Fashion Week-Status: dauerhafter Slot seit Vor-Insolvenz-Ära</li>
<li>✓ Markenrechte persönlich zurückgekauft, keine Beteiligungsgesellschaft</li>
</ul>
<h2>Wie ein Memoir mit 20.000 Exemplaren ein Modelabel rettete</h2>
<p>Kerner debütierte mit 27 Jahren auf der damaligen Mercedes-Benz Fashion Week Berlin — einer der jüngsten Designer im offiziellen Schedule überhaupt. Was folgte, war eine Branchenkarriere im Zeitraffer: stetige Saisons, internationale Presse, eine Investorenstruktur mit niederländischem Beteiligungskapital. Im Mai 2015 meldete die Kilian Kerner GmbH am Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz an. Der Investor stieg aus, die Gläubigerquote lag im einstelligen Prozentbereich. Das Label galt intern als beendet. Kerner kaufte die Markenrechte persönlich zurück und führt das Haus seither ohne jede Beteiligungsgesellschaft im Hintergrund.</p>
<p>Comebacks dieser Größenordnung gelingen in Deutschland selten. Karl Lagerfeld baute seine Marke nach mehreren Brüchen neu auf — aber er hatte <a href="https://fivmagazine.de/christian-dior-bahnbrechende-und-zeitlose-designs-gro%ce%b2e-auswahl-von-kleidung-bis-zu-den-vorzueglichsten-dueften/">Chanel und Christian Dior als Referenzhäuser</a> im Rücken. Kerner hat ein Buch. Kein anderer Designer im deutschsprachigen Raum hat seine Existenzkrise so radikal in Markenkapital verwandelt — weder die etablierten Berliner Häuser noch international gefeierte Labels. Der Showtitel &#8222;Forever&#8220; ist vor diesem Hintergrund kein Marketing-Wort, sondern ein persönliches Versprechen: Bestand, Wiederkehr, Überleben. Wer eine breitere Einordnung sucht, findet in der <a href="https://fivmagazine.de/modemarken-chanel-givenchy-hermes-prada-ultimativer-liste-herren-damen/">Übersicht aller Modemarken von A bis Z</a> kaum vergleichbare Biografien.</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196514" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/kilian-kerner-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-1.jpg" alt="Kilian Kerner Berlin Fashion Week Runway Show Damenmode Herrenmode" width="1200" height="1800" /></figure>
<h3>Sommer der Bestimmung: Warum Eden Books Kerner verlegt — und was das bedeutet</h3>
<p>Das Memoir &#8222;Sommer der Bestimmung&#8220;, erschienen bei Eden Books — einem Imprint der börsennotierten Edel SE &#038; Co. KGaA aus Hamburg — ist kein Modebuch. Kerner schildert offen die Tage, an denen er den Suizid plante, die Insolvenz seines Labels, das Verschwinden des Investors, die Therapie und den Wiederaufbau. Die Sprache ist nüchtern, fast protokollarisch — und genau das macht die Wucht aus. Klassische Belletristik gilt in Deutschland ab 10.000 verkauften Exemplaren als Erfolg, Sachbücher ab 5.000. Mit über 20.000 Exemplaren liegt Kerners Memoir deutlich über der Erfolgsschwelle für Branchen-Sachtexte. Ein Mainstream-Bestseller sieht anders aus — Charlotte Roches Debüt verkaufte allein in den ersten sechs Monaten über 680.000 Exemplare beim selben Verlagshaus — aber Kerners Zahlen belegen Lesernachfrage weit jenseits der Modeblasen-Öffentlichkeit.</p>
<p>Eden Books ist auf Memoir-Stoff spezialisiert und hat unter anderem Sophia Thiel verlegt. Kerner ist dort kein Modedesigner mit Buch, sondern ein Autor mit Modelinie. Diese Reihenfolge erklärt den Marketingerfolg: Das Publikum kommt über das Buch und bleibt wegen der Mode. Bei einem Ladenpreis um 18 € und einem branchenüblichen Autorenanteil zwischen acht und zehn Prozent liegt die rechnerische Tantieme im Bereich von 28.000 bis 36.000 € — kein vollständiges Kollektionsbudget, aber ein Sockel, der Unabhängigkeit erlaubt. Hinzu kommen Backlist-Verkäufe, eine Hörbuchfassung und Lizenzeinnahmen aus Lesungshonoraren — Einnahmen, die über mehrere Jahre tröpfeln und damit wertvoller sind als ein einmaliger Investor-Cheque. Keine Beauty-Lizenz wie bei <a href="https://fivmagazine.de/dior-beauty-parfum-lippenstift-make-up/">Dior Beauty</a>, keine Kosmetik-Linie wie bei <a href="https://fivmagazine.de/zoeva-interview-mit-zoe-boikou-beauty-produkte-fuer-ein-frisches-aussehen-weniger-ist-mehr/">ZOEVA</a>, kein Großhandelsvolumen wie bei <a href="https://fivmagazine.de/fashion-week-zalando-talkshow-essen-kollektionen-after-show/">Zalando</a>. Eine Refinanzierung über Wort statt über Wirtschaft.</p>
<blockquote><p>&#8222;Mode ist für mich keine Oberfläche. Mode ist die Sprache, mit der ich erzähle, was ich nicht aussprechen kann.&#8220; — Kilian Kerner</p></blockquote>
<h2>Insolvenz-Chronologie: Vom Gläubigerausfall zum Eigentümer-Modell</h2>
<p>Die Insolvenz von 2015 ist in der Branche oft erzählt, selten korrekt rekonstruiert. Ein Blick auf die Chronologie zeigt, warum Kerners Modell strukturell anders funktioniert als die meisten Comebacks deutscher Designer.</p>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Phase</th>
<th>Ereignis</th>
<th>Strukturelle Folge</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Vor-Insolvenz</td>
<td>Niederländisches Beteiligungskapital, Konfektionsdruck, Wholesale-Skalierung</td>
<td>Designer als Angestellter der eigenen GmbH</td>
</tr>
<tr>
<td>Mai-Insolvenz</td>
<td>Antrag am Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, einstellige Gläubigerquote</td>
<td>Investor steigt aus, Label gilt als beendet</td>
</tr>
<tr>
<td>Markenrückkauf</td>
<td>Privater Erwerb der Markenrechte</td>
<td>Kerner wird Eigentümer ohne Co-Gesellschafter</td>
</tr>
<tr>
<td>Memoir-Phase</td>
<td>&#8222;Sommer der Bestimmung&#8220; bei Eden Books, 20.000+ Exemplare</td>
<td>Eigenkapitalsockel ohne Verwässerung</td>
</tr>
<tr>
<td>Reset-Show</td>
<td>Rückkehr in den offiziellen Schedule der Berlin Fashion Week</td>
<td>Direktverkaufs-Klientel statt Wholesale-Abhängigkeit</td>
</tr>
<tr>
<td>Konsolidierung</td>
<td>Atelier-Betrieb, Maßanfertigung, Speaking-Engagements</td>
<td>Drei-Säulen-Modell statt Einzel-Cashflow</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Der entscheidende Hebel liegt im Markenrückkauf. Wer nach einer Insolvenz die Markenrechte verliert, kann den Namen nicht weiterführen — exakt das traf etliche Berliner Labels in den vergangenen zehn Jahren. Kerner hat genau diesen Fehler nicht gemacht. Die zweite Lehre: keine erneute Investorenstruktur. Wer einmal erlebt hat, wie schnell Beteiligungsgesellschaften aussteigen, wenn die Quartalszahlen unter Plan landen, baut sein zweites Unternehmen anders auf.</p>
<h2>&#8222;Forever&#8220; als Drei-Akter: Wie Kerner eine Show wie ein Theaterstück baut</h2>
<p>Wer Kerner über die Jahre verfolgt, erkennt die Dramaturgie sofort. Der Designer baut seine Shows wie Theaterstücke auf — mit Spannungsbogen, Wendepunkt und emotionaler Auflösung. &#8222;Forever&#8220; ist sein konsequentestes Beispiel. <strong>Erster Akt:</strong> kühle Eleganz in mystischem Grau, gebrochen durch metallisch schimmernde Lurex-Strick-Oberflächen, kombiniert mit Wollpartien und schweren italienischen Seidensatins. <strong>Zweiter Akt:</strong> nächtliches Blau kombiniert mit erdigem Braun, fast couture-haft über die Hüfte drapiert, der Rocksaum bewusst asymmetrisch geschnitten, Cord als haptischer Bruch zur Glätte des Satins. <strong>Dritter Akt:</strong> leidenschaftliches Pink, das den Saal in einen emotionalen Höhepunkt zwingt — finalisiert durch ein bodenlanges Paillettenkleid mit handgesetzter Schulterkonstruktion.</p>
<p>Die Musik wird live gemischt, die Lichtregie folgt Theaterprinzipien statt klassischer Catwalk-Beleuchtung — ein Ansatz, den Kollegen wie <a href="https://fivmagazine.de/modenschau-marcel-ostertag-fashion-week-new-york/">Marcel Ostertag mit seinen Modenschauen</a> ebenfalls verfolgen, allerdings selten so kompromisslos narrativ umsetzen. In der Inszenierungsdichte erinnert &#8222;Forever&#8220; eher an Mailänder Häuser, wie sie die <a href="https://fivmagazine.de/fashion-week-mailand-ss-23-sommer-2022-alle-termine/">Fashion Week Mailand</a> regelmäßig hervorbringt, als an die nüchternere Berliner Showroom-Tradition. Berlin Fashion Week-Slots sind seit dem Wechsel ins Kraftwerk Berlin auf rund 18 bis 22 offizielle Positionen pro Saison limitiert — Kerner gehört zu den wenigen Designern, die seit der Vor-Insolvenz-Ära ununterbrochen eingeladen werden. Das ist kein Detail, sondern eine Aussage der Veranstalter über seinen Status.</p>
<p><strong>Die Show in 60 Sekunden:</strong></p>
<ul>
<li>→ 38 Looks, aufgeteilt in Damen- und Herrenstrecken</li>
<li>→ Drei-Akt-Dramaturgie: Grau, Blau-Braun, Pink</li>
<li>→ Materialmix: Lurex-Strick, italienischer Seidensatin, Cord, Pailletten</li>
<li>→ Live-gemischte Musik statt vorproduzierter Show-Track</li>
<li>→ Theaterlicht statt Standard-Catwalk-Beleuchtung</li>
<li>→ Finale: bodenlanges Paillettenkleid mit handgesetzter Schulter</li>
</ul>
<p>Wer die vollständige Show sehen will, findet hier die Originalaufnahme:</p>
<p><div class='avia-iframe-wrap'><iframe loading="lazy" title="Rick roll but with a different link so people can’t memorize it (read description)" width="1333" height="1000" src="https://www.youtube.com/embed/ub82Xb1C8os?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</p>
<h3>Die Pagode-Schulter: Schiaparelli-Erbe mit Pferdehaar-Versteifung</h3>
<p>Kerners stärkstes Wiedererkennungsmerkmal sind asymmetrische Schulterdrapierungen, kombiniert mit Fransen oder Kristallen. Technisch handelt es sich um eine abgewandelte Pagode-Schulter mit interner Pferdehaar-Versteifung — kein Standard im deutschen Konfektionsbau, sondern eine Pariser Couture-Technik, die Elsa Schiaparelli in den 1930er-Jahren systematisch etablierte und die Thierry Mugler später für die Bühne radikalisierte. Kerner steht damit in einer dokumentierten Designlinie, die in Deutschland sonst niemand konsequent weiterführt. Der Aufbau erfordert mindestens drei Anproben pro Stück, Crinoline-Einlagen aus klassischem Schneider-Bedarf, eine Nähzeit, die deutlich über klassischer Konfektion liegt, und ein Atelier mit handwerklicher Tiefe — nicht abgebbar an klassische Lohnfertiger.</p>
<p>Das ist keine Ineffizienz, sondern bewusste Markenführung — vergleichbar mit dem Burberry-Trench oder der Chanel-Jacke. Kein anderer Designer im deutschsprachigen Markt hat eine so stringente Designsprache über mehr als ein Jahrzehnt aufrechterhalten. Stringenz ist die Ausnahme, nicht die Regel — das gilt selbst für Häuser wie <a href="https://fivmagazine.de/gucci-schuhe-guertel-tasche-luxurioese-accessoires-damen-herren/">Gucci</a> oder <a href="https://fivmagazine.de/prada-haute-couture-kollektionen-accessoires/">Prada</a>, die ihre Codes mehrfach radikal umgebaut haben. In der Konsequenz erinnert Kerners Ansatz eher an amerikanische Power-Dressing-Architektinnen wie <a href="https://fivmagazine.de/donna-karan-praegte-amerikanische-modewelt-lebenslauf-meilensteine/">Donna Karan und das DKNY-Universum</a> als an die meisten europäischen Häuser. Im Herrenbereich setzt er Maßstäbe, die in der deutschen Designerszene kaum Vergleiche finden — wer sich für <a href="https://fivmagazine.de/die-herrenmode-von-heute-eleganz-kennt-keine-grenzen/">Herrenmode auf hohem Niveau</a> interessiert, findet in Kerners Männerlooks einen der wenigen deutschen Beiträge zur dramatischen Männergarderobe.</p>
<h2>Die Ökonomie hinter &#8222;Forever&#8220;: Wie eine Show ohne Konzern finanziert wird</h2>
<p>Eine Show auf der Berlin Fashion Week kostet realistisch zwischen 50.000 und 150.000 Euro — Location, Models, Casting, Lichttechnik, Sound, Hair und Make-up, Catering, Pressearbeit. Wer ohne Konzern, ohne Investor und ohne Kosmetiklizenz produziert, muss Kapital anderswo generieren. Kerners Modell ist branchenintern einzigartig: Buchhonorare als Eigenkapitalsockel, Direktverkauf an Privatkundinnen im Showroom, Maßanfertigungen mit Margen jenseits der 60-Prozent-Marke sowie Honorare aus TV-Auftritten — darunter Engagements rund um Formate wie <a href="https://fivmagazine.de/gntm-alle-staffeln-kandidatinnen-gewinnerinnen-interviews-throwback/">Germany&#8217;s Next Topmodel über alle Staffeln</a> — und Speaking-Engagements zu psychischer Gesundheit und Unternehmertum.</p>
<p>Laut Branchenstatistik des deutschen Textilhandels finanzieren sich über 70 Prozent der Independent-Labels über Wholesale. Kerners Direktverkaufsmodell ist damit nicht die Norm, sondern die klar kalkulier</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Danny Reinke x Berlin Fashion Week 2024: Märchenhaft, traditionell, tierisch gut!</title>
		<link>https://fivmagazine.de/danny-reinke-x-berlin-fashion-week-2024-maerchenhaft-traditionell-tierisch-gut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 08:12:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fashion Week]]></category>
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					<description><![CDATA[Danny Reinke entführt uns in eine magische Traumwelt, in der Tiere die Mode dominieren. Damit du direkt die neuesten Outfits von Danny Reinke kennst, war ich für euch auf der Berlin Fashion Week. Fashion Week, Mittwoch, 12 Uhr Berlin &#8211; Heute stellt Danny Reinke seine Herbst / Winter 24 Kollektion vor. Ein Blick auf die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Danny Reinke entführt uns in eine magische Traumwelt, in der Tiere die Mode dominieren. Damit du direkt die neuesten Outfits von Danny Reinke kennst, war ich für euch auf der Berlin Fashion Week. Fashion Week, Mittwoch, 12 Uhr Berlin &#8211; Heute stellt Danny Reinke seine Herbst / Winter 24 Kollektion vor. Ein Blick auf die Highlights der Modenschau und das Label. Entdecke hier noch mehr <a href="https://fivmagazine.de/modetrends-2024-farben-oberteile-hosen-neuheiten-von-der-berlin-fashion-week/">Modetrends 2024</a>.</p>
<h2>Danny Reinke Herbst / Winter 2024</h2>
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<p>Danny Reinkes neue Kollektion ist ein fesselndes Zusammenspiel aus traditioneller Eleganz und kreativer Innovation. Die Kollektion besticht durch ihre opulenten Texturen, edlen Materialien und eine Farbpalette, die von tiefem Burgunder bis zu kräftigem Königsblau reicht. Mit feinen Details, wie übergroßen Schlüsseln als Accessoire und kunstvoll drapierten Stoffen, fängt jedes Stück den Geist einer modernen Märchenwelt ein, in der klassische Schneiderkunst auf unerwartete, fantasievolle Elemente trifft.</p>
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<h3>3 Highlights vom Laufsteg</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196550" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/danny-reinke-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-3.jpg" alt="" width="1200" height="1801" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196556" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/danny-reinke-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-1.jpg" alt="" width="1200" height="1801" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196562" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/danny-reinke-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-2.jpg" alt="" width="1200" height="1802" /></p>
<p>Fotos: Andreas Rentz for Getty Images</p>
<h2>Backstage Interview mit Danny Reinke</h2>
<p>Exklusiv hinter den Kulissen seiner Herbst / Winter 2024 Runway Show haben wir Designer Danny Reinke nach der Show interviewt. Backstage in der Verti Music Hall, Berlin:</p>
<p><strong>FIV:</strong> Danny, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Wie ist es, heute hier zu sein?</p>
<p><strong>Danny Reinke:</strong> Es ist natürlich sehr aufregend. Heute ist das dritte Mal, dass der &#8222;W.E4.FASHIONDAY&#8220; stattfindet. Diese Kollaboration kam zustande, nachdem Mercedes-Benz sich zurückgezogen hatte. Einige von uns standen plötzlich ohne Plattform da, aber dann haben wir uns zusammengeschlossen, um etwas Neues zu kreieren.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Warum habt ihr euch speziell als Vierergruppe zusammengefunden?</p>
<p><strong>Danny Reinke:</strong> Nachdem Mercedes-Benz wegfiel, mussten wir schnell handeln. Kilian Kerner hatte zuerst Marcel Ostertag kontaktiert, und bald darauf kamen Rebeca Ruétz und ich dazu. Die Idee war, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Es war eine spontane Entscheidung, die durch direkte Kommunikation und gegenseitige Bewunderung unserer Arbeiten entstand.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Du unterstützt heute ein besonderes Herzensprojekt. Warum hast du dich für den Bärenwald Müritz entschieden?</p>
<p><strong>Danny Reinke:</strong> Meine Entscheidung basiert auf einer persönlichen Erfahrung. Letztes Jahr besuchte ich den Bärenwald Müritz, und die Emotionen, die dieser Besuch auslöste, inspirierten mich zu meiner ersten Kollektion. Es war mir wichtig, dem Bärenwald erneut Sichtbarkeit zu geben und mit der Kollektion eine Geschichte zu erzählen, die auch durch die Bärenbroschen symbolisiert wird.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Deine heutige Kollektion trägt den Namen &#8222;The Dreams in the Cupboard&#8220;. Was inspirierte dich zu diesem Namen und der Kollektion?</p>
<p><strong>Danny Reinke:</strong> &#8222;The Dreams in the Cupboard&#8220; symbolisiert zum einen die Träume, die unsere Kleidung verkörpert – die Träume, die man sich mit dem Kauf eines Kleidungsstücks erfüllt. Zum anderen bezieht sich der Name auf meine persönliche &#8222;Wunderkammer&#8220;, eine Sammlung von Gedanken, Erinnerungen und Geschichten, die mir wichtig sind. Diese Kollektion bringt die Inhalte meiner Wunderkammer zum Ausdruck und verbindet sie mit dem Konzept des Träumens, sowohl im metaphorischen als auch im wörtlichen Sinne.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Fühlst du dich heute noch genauso aufgeregt wie bei deiner ersten Kollektion?</p>
<p><strong>Danny Reinke:</strong> Die Routine ist da, aber die Aufregung und Anspannung bleiben jede Saison gleich. Ich fordere mich selbst heraus, jede Kollektion zu toppen, was natürlich auch eine gewisse Nervosität mit sich bringt. Aber dank meines großartigen Teams, auf das ich mich verlassen kann, weiß ich, dass wir gemeinsam alles meistern können. Mode ist ein Teamwork, und ich bin dankbar für die Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten darf.</p>
<p><strong>FIV:</strong> Danny, vielen Dank für das offene Gespräch und die Einblicke in deine Arbeit und Motivationen.</p>
<p><strong>Danny Reinke:</strong> Danke euch, es war mir eine Freude.</p>
<h2>Danny Reinke: Nachhaltige Designs handgearbeitet</h2>
<p>Danny Reinke ist ein aufstrebender Modedesigner aus Berlin, bekannt für sein Engagement für Handwerkskunst und Nachhaltigkeit. Sein Label produziert alle Kleidungsstücke in Handarbeit in Berlin und legt dabei Wert auf höchste Qualität und Langlebigkeit. Durch maßgeschneiderte Anfertigungen auf Nachfrage und ökologisch verantwortungsvolle Produktionsstandards setzt Reinke ein Zeichen für umweltbewusste Mode.</p>
<h3>Mehr über Danny Reinke</h3>
<p>Entdecke hier mehr von Danny Reinke:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.dannyreinke.com/" target="_blank" rel="noopener">Danny Reinke Shop</a></li>
<li><a href="https://www.instagram.com/danny.reinke/" target="_blank" rel="noopener">Danny Reinke Instagram</a></li>
<li><a href="https://www.tiktok.com/@danny.reinke" target="_blank" rel="noopener">Danny Reinke TikTok</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Haderlump x Berlin Fashion Week 2024: Nachhaltig, düster, dystopisch</title>
		<link>https://fivmagazine.de/haderlump-x-berlin-fashion-week-2024-nachhaltig-duester-dystopisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 07:57:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fashion Week]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Damenmode]]></category>
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					<description><![CDATA[30 Meter Stoff, acht Mäntel, keine Nachbestellung — das ist die Produktionslogik hinter einem der konsequentesten Labels, das die Berliner Modeszene je hervorgebracht hat. Haderlump von Max Reisinger ist nicht das erste Label, das mit Upcycling wirbt — aber das erste, das Deadstock-Mode kommerziell, ästhetisch und handwerklich so ernsthaft zum Funktionieren bringt, dass die deutsche [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>30 Meter Stoff, acht Mäntel, keine Nachbestellung — das ist die Produktionslogik hinter einem der konsequentesten Labels, das die Berliner Modeszene je hervorgebracht hat. Haderlump von Max Reisinger ist nicht das erste Label, das mit Upcycling wirbt — aber das erste, das Deadstock-Mode kommerziell, ästhetisch und handwerklich so ernsthaft zum Funktionieren bringt, dass die deutsche Vogue berichtet und der offizielle Kalender der Berlin Fashion Week einen festen Slot reserviert. Die eigentliche Frage ist nicht, ob das nachhaltig ist. Die Frage ist: Warum hat das nicht längst jemand anders gemacht? Die Antwort liegt in einer Schnitt-Komplexität, an der die meisten Designer scheitern — und genau dort beginnt die Geschichte.</p>
<h2>Vom Weißensee-Diplom zum BFW-Kalender: Blueprint eines Systemwechsels</h2>
<p>Max Reisinger ist Absolvent der Kunsthochschule Berlin-Weißensee — jener Schule, die einen ungewöhnlich hohen Anteil der relevanten Berliner Designer hervorgebracht hat, von Ottolinger über William Fan bis Reality Studio. Was Weißensee von Antwerpen oder Central Saint Martins unterscheidet, ist methodisch entscheidend: Während Antwerpen konzeptuell denkt (erst die Idee, dann das Material) und CSM die Silhouette in den Mittelpunkt stellt, folgt Weißensee einem Prinzip, das Studierende intern als &#8222;Material First&#8220; beschreiben. Man beginnt mit dem Stoff, der vor einem liegt — nicht mit der Skizze. Wer verstehen will, warum Berliner Labels strukturell deadstock-kompatibler sind als ihre internationalen Wettbewerber, findet hier die Antwort.</p>
<p>Reisingers Diplom war bereits ein vollständiges Manifest: dekonstruierte Workwear, Patchwork aus Spendenstoffen, harte Schneiderkunst. Der Name war von Anfang an Programm. Ein &#8222;Hadern&#8220; war im historischen Sprachgebrauch ein Lumpen, ein Stoffrest — oft Rohstoff für die frühe Papierherstellung. Das Wort schwingt zwischen Verachtung und Würdigung, exakt der konzeptuelle Spalt, in dem Reisinger arbeitet. Wer den größeren Zusammenhang der Berliner Designer-Generation sucht, findet in unserer <a href="https://fivmagazine.de/modemarken-chanel-givenchy-hermes-prada-ultimativer-liste-herren-damen/">Modemarken-Übersicht von A bis Z</a> Vergleichspunkte aus der internationalen Szene.</p>
<h3>Der Sustainability Award: Nicht symbolisch, sondern strukturell</h3>
<p>Der entscheidende Hebel war der Sustainability Award des Fashion Council Germany — ehemals als Mercedes-Benz Sustainability Award bekannt. 25.000 Euro Preisgeld, mehrmonatiges Mentoring, Pressearbeit, Showroom-Zugang. Wer die Mechanik der deutschen Modeförderung kennt, weiß: Dieser Preis öffnet die Tür zum kuratierten Berliner-Salon-Format, das pro Saison nur rund 20 bis 25 Designer auswählt. Wer die <a href="https://fivmagazine.de/modenschau-marcel-ostertag-fashion-week-new-york/">Mechanik einer Modenschau</a> aus eigener Erfahrung kennt, weiß auch: Ohne dieses kuratorische Gütesiegel kommt man im offiziellen BFW-Kalender nicht weit.</p>
<p>Bemerkenswert war die Jurybesetzung — keine Quotenrunde aus Kreislaufwirtschafts-Experten, sondern designgetriebene Auswahl mit Namen wie Marina Hoermanseder und Christiane Arp. Das erklärt, warum Haderlump und nicht ein Hanf-Label gewann. Haderlump zeigt seitdem konsequent jede Saison im Schedule. Das ist das eigentliche Branchensignal — nicht das Debüt, sondern die Kontinuität. Im Vergleich dazu ist die <a href="https://fivmagazine.de/fashion-week-mailand-ss-23-sommer-2022-alle-termine/">Fashion Week Mailand</a> strukturell kommerzieller, durchkapitalisierter, aber ästhetisch selten so radikal.</p>
<ul>
<li>− Absolvent der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Modeklasse (&#8222;Material First&#8220;)</li>
<li>− Atelier in Lichtenberg, kleines Kernteam, Produktion zweistellig pro Schnitt</li>
<li>− Träger des Sustainability Award des Fashion Council Germany</li>
<li>− Kontinuierliche Präsenz im offiziellen BFW-Kalender</li>
<li>− Presse: deutsche Vogue, AnOther Magazine, Numéro Berlin, SZ-Magazin</li>
<li>− Stockists: Andreas Murkudis Berlin, Voo Store, ausgewählter internationaler Wholesale</li>
</ul>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196640" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/haderlump-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-1.jpg" alt="Haderlump Berlin Fashion Week Runway Look 1" width="1200" height="1800" /></figure>
<h2>Textilhafen Berlin und Recovo: Wo Haderlump seine Stoffe wirklich herholt</h2>
<p>Hier wird es konkret — und genau diese Konkretheit fehlt den meisten Labels, die mit dem Begriff &#8222;nachhaltig&#8220; werben. Haderlump nennt seine Quellen beim Namen. Zwei Bezugsquellen tragen den Großteil der Kollektionen, ergänzt durch direkte Lieferantenkontakte und ein wachsendes Eigenarchiv aus Privatspenden. Das Atelier in Lichtenberg liegt nicht zufällig fußläufig zum Textilhafen — kurze Wege sind Teil des Geschäftsmodells, nicht romantische Anekdote.</p>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Quelle</th>
<th>Material</th>
<th>Konditionen</th>
<th>Besonderheit</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Textilhafen Berlin (Lichtenberg)</td>
<td>Alttextilien, Spenden, Lagerware</td>
<td>3–8 € pro Kilo</td>
<td>Projekt der Berliner Stadtmission; Designer-Tage monatlich, max. 8 Designer parallel, Voranmeldung erforderlich</td>
</tr>
<tr>
<td>Recovo (Barcelona)</td>
<td>Deadstock-Stoffe von Marken und Mühlen</td>
<td>ab 1 Meter Mindestabnahme, 15–20 % Provision</td>
<td>Größter Deadstock-Marktplatz Europas, über 5 Mio. Meter Bestand, 100+ Marken-Partner</td>
</tr>
<tr>
<td>Direkte Lieferanten</td>
<td>Spezialstoffe für Schlüsselteile</td>
<td>Individuell verhandelt</td>
<td>Persönliche Beziehung statt anonymer Lieferkette</td>
</tr>
<tr>
<td>Eigenarchiv / Privatspenden</td>
<td>Vintage-Stücke, Familien-Nachlässe</td>
<td>Keine Kosten</td>
<td>Trägt den biografischen Layer der Kollektionen</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Was diesen Ansatz so radikal macht: Haderlump kauft keine neu produzierten &#8222;nachhaltigen&#8220; Stoffe — die Marke nutzt ausschließlich Material, das ohnehin existiert. Damit entfällt die gesamte Umweltlast der Stoff-Neuproduktion: kein neuer Wasserverbrauch, keine neuen Pestizide für Baumwolle, keine neuen CO₂-Emissionen für Polyester-Synthese. Der Kostenvorteil beim Textilhafen-Kilopreis von 3 bis 8 Euro liegt gegenüber Neuware aus italienischen Mühlen um den Faktor zehn — das gewonnene Budget fließt vollständig ins Atelier, also in Schnitt, Verarbeitung und Handarbeit. Das erklärt auch, warum Haderlump strukturell anders kalkuliert als Häuser wie <a href="https://fivmagazine.de/gucci-schuhe-guertel-tasche-luxurioese-accessoires-damen-herren/">Gucci</a> oder <a href="https://fivmagazine.de/prada-haute-couture-kollektionen-accessoires/">Prada</a>: Material ist der billigste Posten, Handarbeit der teuerste.</p>
<h3>Das Schnitt-Problem: Warum Deadstock harte Schneiderkunst erzwingt</h3>
<p>Ein Aspekt, den Außenstehende selten verstehen: Wer mit Deadstock arbeitet, kann nicht &#8222;Größe 38 in Marineblau nachbestellen&#8220;. Existieren von einem Stoff nur 30 Meter, sind nach acht bis zwölf Mänteln die Bahnen aufgebraucht. Reisinger löst das durch ein modulares System aus Patchwork, kombinierten Materialqualitäten und dekonstruierten Schnittmustern. Die sichtbar zerschnittene Ästhetik ist kein Stilmittel — sie ist produktionslogische Konsequenz. Genau dieser Pragmatismus unterscheidet das Label von Konzeptkunst, die im Atelier gut aussieht und am Körper scheitert. Hier liegt auch die Antwort auf die Eingangsfrage: Die meisten Designer können Deadstock nicht, weil ihre Schnittmuster auf unbegrenzt verfügbarem Material basieren. Nimmt man das weg, bricht ihre Produktionslogik zusammen.</p>
<p>Recovo, gegründet von Mònica Rodríguez in Barcelona, listet über 100 Marken-Partner als Verkäufer ihres Überschusses. Die Provision von 15 bis 20 Prozent pro Verkauf erklärt, warum ein Haderlump-Mantel zwischen 800 und 2.500 Euro kostet — der Materialeinsatz ist günstig, die Verarbeitung nicht. Wer <a href="https://fivmagazine.de/die-herrenmode-von-heute-eleganz-kennt-keine-grenzen/">Herrenmode</a> sucht, die ähnlich konstruktiv denkt, findet kaum ein deutsches Label, das diesen Anspruch so konsequent durchhält.</p>
<blockquote><p>Mode aus Stoff, der sonst im Müll gelandet wäre — das ist nicht Marketing, das ist eine andere Betriebssystemlogik für die Modeindustrie.</p></blockquote>
<p><strong>Das Wichtigste in Kürze:</strong></p>
<ul>
<li>Textilhafen Berlin: 3–8 €/kg, max. 8 Designer pro Termin</li>
<li>Recovo Barcelona: über 5 Mio. Meter Deadstock-Bestand</li>
<li>Atelier Lichtenberg liegt fußläufig zur Hauptquelle</li>
<li>Faktor 10 Kostenvorteil gegenüber italienischer Neuware</li>
<li>Eingespartes Materialbudget fließt komplett in Handarbeit</li>
</ul>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196646" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/haderlump-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-2.jpg" alt="Haderlump Runway Look 2" width="1200" height="1800" /></figure>
<h2>Look für Look: Was auf dem Runway wirklich passierte</h2>
<p>Die Herbst-/Winter-Kollektion liest sich wie ein Manifest, das gleichzeitig Schneider-Prüfung ist. Die Show öffnete mit einem aufgeschnittenen Trenchcoat in Anthrazit, dessen rechtes Vorderteil offensichtlich aus einem zweiten, ehemals olivgrünen Mantel stammte — ein Patchwork, das man erst auf den zweiten Blick als solches erkennt. Hier zeigt sich die Material-First-Methodik direkt am Stück: Der Stoff diktierte die Asymmetrie, nicht umgekehrt. Hemden bekamen verlängerte Manschetten, die fast bis zum Boden fielen. Ein Look kombinierte einen kurzen Bolero aus altrosa Seide mit einer schweren Cargohose, der Bund mit Lederriemen handgenäht.</p>
<p>Ein anderer Auftritt zeigte einen knöchellangen Wollmantel in Rost mit eingenähten Resten eines hellgrauen Anzugfutters — die Naht bewusst sichtbar, die Übergänge nicht kaschiert. Die Silhouetten wirken futuristisch, und doch erkennt man klassische Schnittlinien, die jeder ausgebildete Schneider sofort identifiziert: Reverskragen, Pattentaschen, Reiterrock-Falten. Die Farbpalette: gedämpft, erdig, fast monochrom. Rost, Anthrazit, Knochenweiß, ein verstaubtes Olivgrün. Wer auffällige <a href="https://fivmagazine.de/tiermuster-modetrends-jacke-schuhe-maentel-co/">Tiermuster wie Leopard oder Zebra</a> als modisches Statement sucht, ist bei Haderlump falsch — hier zählen ausschließlich Textur und Konstruktion.</p>
<p>Lederpartien wirken patiniert, Wollstoffe rau, Seide changiert zwischen matt und glänzend. Die Show wurde von einem dunklen, industrial geprägten Soundbett begleitet — kein Pop, kein Statement-Track, sondern ein Drone, der den Raum färbte statt beschallte. Optisch liegt Haderlump näher an Marine Serre und Rick Owens als an irgendeiner Öko-Ästhetik. Das ist der eigentliche Trick: Nachhaltigkeit als formale Strenge, nicht als moralische Ansage. Eine Lehre, die übrigens auch in den großen <a href="https://fivmagazine.de/mode-zitate/">Mode-Zitaten von Lagerfeld und Chanel</a> mitschwingt — Haltung schlägt Botschaft.</p>
<p><div class='avia-iframe-wrap'><iframe loading="lazy" title="AW24 CIRCULARIS" width="1500" height="844" src="https://www.youtube.com/embed/FLniBmUS7ck?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</p>
<h3>Genderfluide Schnitte: Warum Haderlump Kategorien strukturell auflöst</h3>
<p>Auffällig: Haderlump arbeitet konsequent ohne Geschlechterkategorien. Die Looks lassen sich kaum klar zuordnen — Röcke kombiniert mit schweren Boots, Anzüge mit dramatischen Schleppen, oversized Mäntel über schmal geschnittenen Hosen. Praktisch heißt das für Käufer: Die Kollektion folgt einer Unisex-Logik mit weit geschnittenen Oberteilen, die über mehrere Konfektionsgrößen hinweg funktionieren. Mäntel fallen tendenziell eine Nummer größer aus als angegeben, Hosen werden bewusst lang gelassen — die Saumkürzung im Atelier ist Teil des Kaufprozesses, nicht Reklamation.</p>
<p>Diese Haltung passt zu einer Käuferschicht, die mit den starren Kategorien älterer Häuser nichts mehr anfangen kann. Wer die internationale Breite der Modewelt erkunden möchte, findet in unserer <a href="https://fivmagazine.de/modemarken-chanel-givenchy-hermes-prada-ultimativer-liste-herren-damen/">Modemarken-Übersicht von A bis Z</a> einen guten Ausgangspunkt — Haderlumps Konsequenz ist dort jedoch selten zu finden.</p>
<ul>
<li>✓ Unisex-Schnitte, die über mehrere Konfektionsgrößen funktionieren</li>
<li>✓ Mäntel eine Nummer größer als angegeben — einkalkulieren</li>
<li>✓ Saumkürzung im Atelier ist Standard, kein Sonderservice</li>
<li>✓ Auflage pro Schnitt: 8–12 Stück, dann dauerhaft ausverkauft</li>
<li>✓ Kein Nachkauf möglich — Resale über Vestiaire/Grailed beobachten</li>
<li>✓ Direktverkauf-Anteil hoch, Wholesale bewusst limitiert</li>
</ul>
<figure><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196652" src="https://fivmagazine.de
</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bobkova x Berlin Fashion Week 2024: Japanische Schnittdisziplin &#038; urbane Ästhetik</title>
		<link>https://fivmagazine.de/bobkova-x-berlin-fashion-week-2024-japanische-schnittdisziplin-urbane-aesthetik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 07:57:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fashion Week]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine ukrainische Designerin, die seit 1998 Saison für Saison liefert, deren Atelier in Kyiv auch unter Luftalarm weiterproduziert und die mit über 30 Looks auf dem Berliner Runway demonstriert, was japanische Schnittdisziplin außerhalb von Tokio bedeutet – Kristina Bobkovas Auftritt im Rahmen der Berlin Contemporary ist keine Newcomer-Story, sondern die späte internationale Sichtbarmachung einer Gründergeneration. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine ukrainische Designerin, die seit 1998 Saison für Saison liefert, deren Atelier in Kyiv auch unter Luftalarm weiterproduziert und die mit über 30 Looks auf dem Berliner Runway demonstriert, was japanische Schnittdisziplin außerhalb von Tokio bedeutet – Kristina Bobkovas Auftritt im Rahmen der Berlin Contemporary ist keine Newcomer-Story, sondern die späte internationale Sichtbarmachung einer Gründergeneration. Wer die Schau mit dem Etikett &#8222;spannender Fund aus Osteuropa&#8220; abhandelt, hat den eigentlichen Punkt verpasst. Bobkova ist Establishment – nur eines, das zwei Jahrzehnte unterhalb des westlichen Radars stattfand.</p>
<p>Das neue BFW-Format, kuratiert von Reference Studios, hat sich vom Saison-Lärm verabschiedet und selektiert pro Ausgabe nur etwa 12 bis 15 Labels. In dieses Profil passt Bobkova exakt – und liefert gleichzeitig die spannendste Außenseiter-Geschichte. Wer parallel weitere Strömungen verfolgen will, findet bei uns eine kompakte <a href="https://fivmagazine.de/modemarken-chanel-givenchy-hermes-prada-ultimativer-liste-herren-damen/">Übersicht aller Modemarken von A bis Z</a>.</p>
<h2>Warum Bobkova in Berlin zeigt – und was das strukturell bedeutet</h2>
<p>Seit 1998 präsentiert Kristina Bobkova ihre Kollektionen bei der Ukrainian Fashion Week, die selbst erst 1997 gegründet wurde. Bobkova zeigte ab Saison zwei. Das macht sie nicht zu einer etablierten Marke, sondern zur Gründergeneration der ukrainischen Ready-to-Wear-Industrie überhaupt. Litkovskaya, Frolov, Ksenia Schnaider – alles Namen, die heute durch die internationale Modepresse gereicht werden – sind faktisch die nachfolgende Generation.</p>
<p>Dass die Herbst/Winter-Kollektion in Berlin auf den Laufsteg kam, ist kein PR-Move, sondern Folge einer strukturellen Verschiebung. Nach der russischen Invasion wurde der Fashion-Kalender in Kyiv ausgesetzt – die Initiative <strong>&#8222;Ukrainian Fashion Week Goes Global&#8220;</strong> verteilt seitdem ausgewählte Designer:innen auf internationale Schauplätze: Kopenhagen, London, Paris, Mailand und Berlin.</p>
<p>Bobkova war Teil der ersten Cohort, die in Kopenhagen zeigte, bevor sie nach Berlin kam. Das ist relevant, weil es die Marke als bereits etablierte internationale Größe positioniert – nicht als Newcomer, der zufällig Sichtbarkeit bekommt. Wer die <a href="https://fivmagazine.de/fashion-week-mailand-ss-23-sommer-2022-alle-termine/">Mailänder Fashion Week</a> kennt, merkt sofort: Berlin spielt heute ein anderes Spiel.</p>
<h3>Berlin Contemporary: Kuratierter Anspruch statt Saison-Lärm</h3>
<p>Reference Studios, die Berliner Agentur hinter der Kuration, betreut auch redaktionelle Marken wie Highsnobiety und 032c. Das verschiebt den Slot von &#8222;kommerziell vermietet&#8220; zu &#8222;redaktionell kuratiert&#8220; – ein wesentlicher Unterschied zum alten BFW-Massenformat. Für Bobkova bedeutet das: maximale Sichtbarkeit bei den richtigen Einkäufer:innen, Stylist:innen und Pressevertreter:innen. Wer sich für die Berliner Szene interessiert, findet bei uns auch Hintergründe zu Schauen wie <a href="https://fivmagazine.de/modenschau-marcel-ostertag-fashion-week-new-york/">Marcel Ostertag</a>, dem Designer-Duo <a href="https://fivmagazine.de/holyghost-designer-duo-berlin-fashion-week/">holyGhost</a>, dem <a href="https://fivmagazine.de/interview-mode-designer-marcell-von-berlin/">Designer Marcell von Berlin</a> oder Archivmaterial zu <a href="https://fivmagazine.de/ewa-herzog-modenschau-berlin-fashion-week-autumnwinter-2016/">Ewa Herzog</a>, dem <a href="https://fivmagazine.de/greenshowroom-berlin-fashion-week-autumnwinter-2016/">Green Showroom</a> und <a href="https://fivmagazine.de/ivr-isabel-vollrath-modenschau-berlin-fashion-week-autumnwinter-2016/">I&#8217;VR Isabel Vollrath</a>.</p>
<blockquote><p>&#8222;Bobkova definiert Casual Wear neu – mit zeitlosen Designs, die unabhängig von Zeit und Situation relevant bleiben.&#8220; – Markenphilosophie, die auf dem Berliner Runway sichtbar wurde.</p></blockquote>
<h2>Japanische Schnittdisziplin – aber via Antwerpen, nicht Tokio</h2>
<p>Hier liegt der entscheidende Punkt, den die meisten Show-Recaps verpassen: Bobkovas Schnittlogik ist nicht originär japanisch, sondern <strong>via Antwerp Six übersetzt</strong>. Die Antwerp Six wurden 1986 in London durch eine gemeinsame Van-Anlieferung zur Designermesse bekannt – diese Generation referenziert Bobkova, nicht die japanische Originalwelle der frühen 80er um Yamamoto und Kawakubo.</p>
<p>Die Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen selektiert pro Jahrgang nur eine Handvoll Mode-Studierende aus dreistelligen Bewerbungszahlen – diese Härte erklärt, warum die Schule eine derart konsistente ästhetische Sprache geprägt hat. Bobkova arbeitet exakt in dieser Tradition: strukturierter, weniger dekonstruiert als die japanischen Vorbilder, gefiltert durch Ann Demeulemeester und Dries Van Noten. Es ist die tragbare Variante einer radikalen Idee.</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196604" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/bobkova-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-1.jpg" alt="Bobkova Berlin Fashion Week Runway Look japanische Schnittdisziplin" width="1200" height="1799" /></figure>
<p>Konkret heißt das:</p>
<ul>
<li>✓ Verzicht auf klassische westliche Abnäher und Darts</li>
<li>✓ Volumetrische Drapierung über zweidimensionale Schnittlogik</li>
<li>✓ Negative Space – Stoff entsteht zwischen Körper und Silhouette</li>
<li>✓ Asymmetrie als Konstruktionsprinzip, nicht als Dekor</li>
<li>✓ Konsequente Auflösung der Geschlechtergrenzen im Schnitt</li>
<li>✓ Materialfokus auf technische Wollqualitäten und Crepe-Stoffe mit Fall</li>
</ul>
<p>Das Prinzip dahinter trägt einen japanischen Namen: <strong>&#8222;Ma&#8220; (間)</strong> – die bewusste Leere zwischen zwei Elementen. Yohji Yamamoto baute seine gesamte Schnittphilosophie darauf auf, Bobkova übersetzt es in Crepe-Drapierung. Während etablierte Häuser wie <a href="https://fivmagazine.de/christian-dior-bahnbrechende-und-zeitlose-designs-gro%ce%b2e-auswahl-von-kleidung-bis-zu-den-vorzueglichsten-dueften/">Dior</a> oder <a href="https://fivmagazine.de/gucci-schuhe-guertel-tasche-luxurioese-accessoires-damen-herren/">Gucci</a> mit Couture-Abnähern und körperformender Konstruktion arbeiten, geht Bobkova den entgegengesetzten Weg: Der Stoff fällt, drapiert, schwebt. Das Ergebnis sind Kleidungsstücke, die unabhängig vom Körpertyp funktionieren – ein wesentlicher Unterschied zur westlichen Couture-DNA.</p>
<h3>Bobkova vs. westliche Schnittlogik im Direktvergleich</h3>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Merkmal</th>
<th>Bobkova / Japanische Schule</th>
<th>Westliche Couture-Tradition</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Schnittprinzip</td>
<td>Zweidimensional, drapiert</td>
<td>Dreidimensional, körperformend</td>
</tr>
<tr>
<td>Abnäher</td>
<td>Minimal bis keine</td>
<td>Konstitutiv für Silhouette</td>
</tr>
<tr>
<td>Geschlechterzuordnung</td>
<td>Bewusst aufgelöst</td>
<td>Klar binär codiert</td>
</tr>
<tr>
<td>Volumen</td>
<td>Negative Space, Luft</td>
<td>Taillierung, Fokus</td>
</tr>
<tr>
<td>Materialfokus</td>
<td>Technische Stoffe, Fall</td>
<td>Edle Stoffe, Struktur</td>
</tr>
<tr>
<td>Saisonbindung</td>
<td>Zeitlos angelegt</td>
<td>Trendgetrieben</td>
</tr>
<tr>
<td>Referenzraum</td>
<td>Yamamoto, Kawakubo, Antwerp</td>
<td>Dior, Balenciaga, Saint Laurent</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h2>Die Herbstkollektion: Erntezeit als visuelle Klammer</h2>
<p>Über 30 Looks präsentierte Bobkova auf dem Berliner Runway – inspiriert von der Natur und den reifen Früchten der Erntezeit. Die Farbpalette folgt dieser Logik konsequent: Beige, Off-White, sattes Wein- und gedämpftes Pflaumenton. Keine Knall-Farben, keine Saison-Statements – stattdessen ein Farbsystem, das in fünf Jahren genauso funktioniert wie heute. Das ist Anti-Trend-Positionierung in Reinkultur und der Grund, warum die Stücke nicht im Trendzyklus verbrennen wie bei <a href="https://fivmagazine.de/nakd-fashion-stylish-modern-beliebt/">NA-KD</a> oder im Volume-Markt von <a href="https://fivmagazine.de/fashion-week-zalando-talkshow-essen-kollektionen-after-show/">Zalando</a>.</p>
<p>Besonders auffällig: Prints, die stilisierte Erntefelder und Obstgärten zeigen und einzelne Schlüssellooks schmücken. Diese Prints sind keine Deko, sondern erzählen eine Geschichte über Boden, Heimat und Zyklus – eine Lesart, die im Kontext der Herkunft der Designerin nicht zufällig ist. Wer Print-affin ist und Alternativen zu klassischen <a href="https://fivmagazine.de/tiermuster-modetrends-jacke-schuhe-maentel-co/">Tiermustern</a> sucht, findet hier eine ungewöhnlich erzählerische Variante.</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196610" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/bobkova-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-2.jpg" alt="Bobkova Damenmode Herrenmode Berlin Runway" width="1200" height="1800" /></figure>
<h3>Drei Looks, die hängen bleiben</h3>
<p>Aus den über 30 Looks stechen drei hervor: ein cremefarbenes Oversize-Tailoring-Set, das die japanische Schnittlogik exemplarisch zeigt – schulterbetont, hüftverbergend, ohne einen einzigen klassischen Abnäher. Ein dunkles Wein-Ensemble mit asymmetrischer Drapierung am Oberkörper, das den Antwerp-Einfluss greifbar macht. Und ein Look mit Erntefeld-Print, der die konzeptionelle Klammer der Kollektion sichtbar macht.</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196616" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/bobkova-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-3.jpg" alt="Bobkova Look Erntefeld Print Berlin Fashion Week" width="1200" height="1800" /></figure>
<p>Fotos: Boris Marberg</p>
<h3>Die komplette Modenschau im Video</h3>
<p>Wer sich die gesamte Show in Bewegung ansehen will, findet hier die Aufzeichnung des Runways:</p>
<p><div class='avia-iframe-wrap'><iframe loading="lazy" title="Berlin Fashion Week AW24/25 - BOBKOVA" width="1500" height="844" src="https://www.youtube.com/embed/8ufuoyEwbiM?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
</p>
<h2>Kristina Bobkova: 25 Jahre Markenführung gegen jede Konjunktur</h2>
<p>Mit 23 gründete Kristina Bobkova ihr Label – das war 1998. Damit ist Bobkova älter als nahezu jede andere ukrainische Marke mit internationaler Ambition. Während die jüngere Generation heute durch die internationale Modepresse gereicht wird, lief bei Bobkova die Aufbauarbeit über zwei Jahrzehnte stillschweigend ab. Das ist die Voraussetzung dafür, dass eine Marke nicht im Trendzyklus verbrennt – ein Risiko, das Streetwear-getriebene Labels permanent eingehen.</p>
<p>Bemerkenswert ist die operative Konsequenz: Das Atelier in Kyiv blieb auch nach Kriegsbeginn produktiv – ein zentraler Unterschied zu Labels, die nach Paris oder Lissabon umzogen. Wer ein Bobkova-Stück kauft, kauft etwas, das in einem Land mit Luftalarm gefertigt wurde. Diese Realität ist nicht Marketing, sondern Produktionsfakt. Strukturell näher an Häusern wie <a href="https://fivmagazine.de/prada-haute-couture-kollektionen-accessoires/">Prada</a> oder <a href="https://fivmagazine.de/donna-karan-praegte-amerikanische-modewelt-lebenslauf-meilensteine/">DKNY</a> als an dem auf Schnelldrehung getrimmten Mainstream à la <a href="https://fivmagazine.de/pimkie-marke-geschichte-mode/">Pimkie</a>. Auch im Vergleich zu Marken aus der Übersicht <a href="https://fivmagazine.de/modemarken-mit-d-dior-dolce-gabbana-diesel/">mit D</a> oder <a href="https://fivmagazine.de/modemarken-mit-p-prada-puma-und-philipp-plein/">mit P</a> wird die ästhetische Eigenständigkeit deutlich.</p>
<h3>Genderless, bevor es Genderless hieß</h3>
<p>Bobkovas Signature ist die bewusst geschlechtsneutrale Linie – Looks, die für <a href="https://fivmagazine.de/die-herrenmode-von-heute-eleganz-kennt-keine-grenzen/">Herrenmode</a>-Liebhaber:innen genauso funktionieren wie für die Damenkundschaft. Diese Haltung war bereits Mitte der 2010er-Jahre Teil der DNA, lange bevor der Markt darauf eine Antwort fand. Heute zieht der Mainstream nach – Bobkova ist längst dort.</p>
<blockquote><p>Die Kollektionen überdenken geschlechtsspezifische Stereotypen in der Kleidung – mit technologischen Stoffen und ungewöhnlichen Verarbeitungen im Fokus.</p></blockquote>
<h2>Wo bekommt man Bobkova – und zu welchem Preis?</h2>
<p>Die direkte Bezugsquelle ist der eigene Online-Shop der Marke. Eine Verfügbarkeit über große deutsche Retailer wie <a href="https://fivmagazine.de/fashion-week-zalando-talkshow-essen-kollektionen-after-show/">Zalando</a> oder Massenhändler wie <a href="https://fivmagazine.de/nakd-fashion-stylish-modern-beliebt/">NA-KD</a> ist bewusst nicht etabliert – das wäre ein Bruch mit der Markenpositionierung. Stattdessen geht der Weg über Concept-Stores, die ukrainische Designer kuratiert führen: in Berlin Andreas Murkudis und Voo Store, in Wien Park, in Kopenhagen Storm.</p>
<p>Preislich bewegt sich die Marke im oberen Premium-Segment: Tailoring-Stücke ab dem mittleren dreistelligen Bereich, Statement-Mäntel im niedrigen vierstelligen Bereich, einfachere Strick- und Jersey-Pieces ab dem unteren dreistelligen Bereich. Damit positioniert sie sich klar unterhalb von Häusern wie <a href="https://fivmagazine.de/dolce-gabbana-parfum-schuhe-tasche-the-one-men-woman/">Dolce &#038; Gabbana</a>, aber deutlich oberhalb des Designer-Mid-Markets. Wer sich für die größeren Modemärkte interessiert, findet bei uns auch <a href="https://fivmagazine.de/new-york-investments/">Mode und Shopping in New York</a> sowie eine <a href="https://fivmagazine.de/luxus-shopping-new-york-stores-balmain-givenchy-prada-co/">Übersicht zu Luxus-Shopping in New York</a>.</p>
<h3>Drei Gründe, warum Bobkova internationale Relevanz hat</h3>
<p><strong>Erstens:</strong> Die Marke ist konzeptionell stabil. Die ästhetische Linie hat sich seit den späten 1990er-Jahren weiterentwickelt, ohne sich zu verraten</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Happy Socks x Berlin Fashion Week 2024: Socken gehören auch zu Fashion!</title>
		<link>https://fivmagazine.de/happy-socks-x-berlin-fashion-week-2024-socken-gehoeren-auch-zu-fashion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 07:57:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fashion Week]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Damenmode]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Sockenmarke auf der Berlin Fashion Week &#8211; klingt erstmal komisch. Ist es auch! Ich war zu Gast auf der ersten Happy Socks Show bei der Fashion Week in Berlin. Es wurden aber nicht nur Socken gezeigt, sondern auch ganz umweltfreundliche Outfits, die die Kollektion von Happy Socks unterstreichen. Ein Blick auf die neue Kollektion, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Sockenmarke auf der Berlin Fashion Week &#8211; klingt erstmal komisch. Ist es auch! Ich war zu Gast auf der ersten Happy Socks Show bei der Fashion Week in Berlin. Es wurden aber nicht nur Socken gezeigt, sondern auch ganz umweltfreundliche Outfits, die die Kollektion von Happy Socks unterstreichen. Ein Blick auf die neue Kollektion, die Modenschau und die Highlights. Entdecke hier noch mehr <a href="https://fivmagazine.de/modetrends-2024-farben-oberteile-hosen-neuheiten-von-der-berlin-fashion-week/">Modetrends 2024</a>.</p>
<h2>Happy Socks &#8222;Solids&#8220; Kollektion</h2>
<p>Die Happy Socks Show auf der Berlin Fashion Week war ein unerwartetes Highlight, das die Besucher überraschte. Obwohl eine Sockenmarke untypisch für eine Modenschau sein mag, zeigte Happy Socks, wie kreativ und vielseitig Socken sein können. Die Kollektion von Happy Socks präsentiert eine große Auswahl einfarbiger Socken, die jedem Look das gewisse Extra verleihen. Diese minimalistischen Designs setzen auf mutige Farben und eine vielseitige Auswahl an Schnitten, vom Crew-Socken bis zu Sneaker-Socken.</p>
<h3>Werbefilm zur neuen Kollektion</h3>
<p>Schau dir hier die Solids Kollektion ganz an:</p>
<div class='avia-iframe-wrap'><iframe loading="lazy" title="HAPPY SOCKS | SOLIDS COLLECTION" width="1500" height="844" src="https://www.youtube.com/embed/t2UUic9E5zQ?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<h3>3 Highlights vom Laufsteg</h3>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196586" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/happy-socks-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-1.jpg" alt="" width="1200" height="1800" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196592" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/happy-socks-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-2.jpg" alt="" width="1200" height="1800" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-196598" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/happy-socks-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-3.jpg" alt="" width="1200" height="1800" /></p>
<p>Fotos: Indigo Lewisohn</p>
<h2>Happy Socks x Theresa Gross</h2>
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<p>Theresa Gross ist eine in Berlin ansässige Stylistin, deren Arbeit durch ihren einzigartigen Ansatz zum Streetstyle, zur Authentizität und zur Betonung der Persönlichkeit über Trends gekennzeichnet ist. Für Happy Socks hat sie sich auf umweltfreundliche Mode fokussiert und eine Auswahl an Second-Hand- und Vintage-Kleidungsstücken kuratiert, die als Grundlage für die Looks dienen. Diese Kleidungsstücke wurden mit der Solids &amp; SS24-Kollektion von Happy Socks kombiniert, um einen innovativen und nachhaltigen Modestil zu präsentieren.</p>
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<h3>Mehr über Happy Socks</h3>
<p>Entdecke hier mehr von Happy Socks:</p>
<ul>
<li><a href="https://www.happysocks.com/" target="_blank" rel="noopener">Happy Socks Shop</a></li>
<li><a href="https://www.instagram.com/happysocks/" target="_blank" rel="noopener">Happy Socks Instagram</a></li>
<li><a href="https://www.tiktok.com/@happysocks" target="_blank" rel="noopener">Happy Socks TikTok</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dzhus x Berlin Fashion Week 2024: Nachhaltige avantgarde Mode</title>
		<link>https://fivmagazine.de/dzhus-x-berlin-fashion-week-2024-nachhaltige-avantgarde-mode/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Svenja]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 07:57:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fashion Week]]></category>
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					<description><![CDATA[Sechzehn dokumentierte Trageweisen aus einem einzigen Mantel, dreißig Prozent des Umsatzes dauerhaft an ukrainische Tierschutzorganisationen, eine Produktion, die in Kyiv mit Generatoren gegen Stromausfälle ankämpft — Irina Dzhus liefert auf der Berlin Fashion Week die kompromissloseste Antwort, die die Avantgarde-Mode auf das Überproduktionsproblem der Branche bisher gefunden hat. Während andere Häuser zwischen Mailand und New [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sechzehn dokumentierte Trageweisen aus einem einzigen Mantel, dreißig Prozent des Umsatzes dauerhaft an ukrainische Tierschutzorganisationen, eine Produktion, die in Kyiv mit Generatoren gegen Stromausfälle ankämpft — Irina Dzhus liefert auf der Berlin Fashion Week die kompromissloseste Antwort, die die Avantgarde-Mode auf das Überproduktionsproblem der Branche bisher gefunden hat. Während andere Häuser zwischen Mailand und <a href="https://fivmagazine.de/new-york-investments/">New York</a> von Capsule zu Capsule taumeln, baut Dzhus seit der Gründung in Kyiv modulare Architekturen aus Stoff, die das Verhältnis zwischen Käuferin und Kleiderschrank fundamental verschieben. Die Show im Rahmen des Reference Festivals war keine Modenschau im klassischen Sinn — sie war eine technische Demonstration unter Kriegsbedingungen.</p>
<p>Die Designerin tritt selbst auf den Laufsteg, geht an die Models heran und transformiert deren Outfits in Echtzeit. Ein Mantel wird in unter zwei Minuten zur Bolero-Weste, das Kleid zur strukturierten Schultertasche. Aus einem Look werden zwei. Manchmal drei. Manchmal sechzehn. Genau hier liegt der Bruch zu allem, was sonst auf den großen Schauen zwischen <a href="https://fivmagazine.de/fashion-week-mailand-ss-23-sommer-2022-alle-termine/">Mailand</a> und Paris passiert — und genau hier liegt der Grund, warum Dzhus-Stücke längst im Modemuseum Antwerpen hängen, während andere Berliner Newcomer noch um Pressefotos kämpfen.</p>
<figure><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-196460" src="https://fivmagazine.de/wp-content/uploads/2024/02/dzhus-berlin-fashion-week-2024-show-runway-modenschau-damenmode-herrenmode-1.jpg" alt="Dzhus Berlin Fashion Week Show Runway Modenschau Damenmode Herrenmode" width="1200" height="1799" /></figure>
<h2>Warum Dzhus den Mercedes-Benz-Schedule meidet</h2>
<p>Dzhus läuft in Berlin nicht im offiziellen Mercedes-Benz-Schedule, sondern auf dem Reference Festival — der Off-Plattform, die Mumi Haiati gegründet hat. Haiati ist kein Newcomer: Seine Agentur Reference Studios betreut die PR von Balenciaga, Vetements und Acne Studios, das Festival ist die natürliche Erweiterung dieses Netzwerks. Wer dort zeigt, sucht keine Massenpresse, sondern Buyer mit Konzeptverständnis, Kuratorinnen und Sammler. Auf derselben Plattform liefen in vergangenen Saisons Ottolinger, GmbH und Avellano — die Liga, in der Dzhus tatsächlich konkurriert. Einen umfassenden Überblick über das gesamte Berliner Showprogramm liefert unsere Zusammenfassung der <a href="https://fivmagazine.de/modetrends-2024-farben-oberteile-hosen-neuheiten-von-der-berlin-fashion-week/">Modetrends 2024 von der Berlin Fashion Week</a>.</p>
<p>Im Publikum sitzt nicht die Influencer-Front-Row, sondern Einkäufer von Dover Street Market, Antonioli und H. Lorenzo. Eine grundsätzlich andere Zielsetzung als bei einer klassischen <a href="https://fivmagazine.de/modenschau-marcel-ostertag-fashion-week-new-york/">Modenschau</a> mit Sponsorenwand. Die Brücke nach Westen kam für Dzhus übrigens nicht über London oder Paris. Das internationale Debüt fand auf der Mercedes-Benz Fashion Week Tbilisi statt — über Georgien, nicht über die klassischen Hauptstädte. Erst danach folgten Stationen in Kyiv, Berlin und im Showroom-Zirkel rund um die Pariser Modewoche. Diese georgische Route, die auch Demna Gvasalia und seine Generation geprägt hat, ist eine eigene Avantgarde-Geografie, die in westlichen Mode-Reportagen oft unterschlagen wird.</p>
<p>https://youtube.com/watch?v=8sJ9Fz1S0wQ</p>
<h3>Reference Festival auf einen Blick</h3>
<ul>
<li>Off-Plattform der Berlin Fashion Week, gegründet von Mumi Haiati (Reference Studios)</li>
<li>Heimat osteuropäischer und konzeptueller Avantgarde-Labels</li>
<li>Bisherige Teilnehmer: Ottolinger, GmbH, Avellano, Dzhus</li>
<li>Publikum: Buyer von Dover Street Market, Antonioli, H. Lorenzo</li>
<li>Funktion: Türöffner für Concept-Stores, nicht für Tagespresse</li>
</ul>
<h2>Vegan im Kriegszustand: Was Materialethik bei Dzhus konkret heißt</h2>
<p>Wenn Marken heute &#8222;nachhaltig&#8220; sagen, meinen sie meistens ein einzelnes Capsule oder eine recycelte Polyester-Linie. Dzhus arbeitet seit der Gründung ausschließlich vegan — kein Leder, keine Wolle, keine Seide, keine tierischen Klebstoffe. Das ist im Avantgarde-Segment eine extreme Seltenheit. Häuser wie <a href="https://fivmagazine.de/christian-dior-bahnbrechende-und-zeitlose-designs-gro%ce%b2e-auswahl-von-kleidung-bis-zu-den-vorzueglichsten-dueften/">Dior</a> oder <a href="https://fivmagazine.de/dolce-gabbana-parfum-schuhe-tasche-the-one-men-woman/">Dolce &amp; Gabbana</a> setzen weiterhin massiv auf tierische Materialien; selbst progressive Sportmarken wie <a href="https://fivmagazine.de/nike-sneaker-sportswear-schuhe-hoodie-jogginghose/">Nike</a> oder <a href="https://fivmagazine.de/puma-geschichte-erfolg-durchbruch/">Puma</a> bieten lediglich vereinzelte vegane Modelle. Eine Übersicht ähnlich positionierter Labels findet sich in unserer Sammlung der <a href="https://fivmagazine.de/modemarken-mit-d-dior-dolce-gabbana-diesel/">Modemarken mit D</a>, in der auch <a href="https://fivmagazine.de/diesel-renzo-rosso-erfolgsstory-designer/">Diesel</a> als Gegenpol zur Avantgarde-Logik einsortiert ist.</p>
<p>Die Hauptmaterialien: recyceltes Polyester aus Industrieabfällen, Tencel aus zertifiziertem Holzanbau, Deadstock-Denim aus europäischen Webereien und pflanzlich gegerbte Lederalternativen auf Apfel- und Korkbasis. Das Apfelleder stammt unter dem Markennamen Frumat aus Bozen in Südtirol, produziert von der Firma Mabel SRL aus den Reststoffen der südtiroler Apfelsaftindustrie. Wichtig für eine ehrliche Einordnung: Frumat enthält neben dem Apfeltrester einen Polyurethan-Anteil von rund fünfzig Prozent — das Material ist vegan, aber nicht plastikfrei und nicht biologisch abbaubar. Die CO2-Bilanz liegt nach Herstellerangaben rund 80 Prozent unter der von chromgegerbtem Rindsleder. Genau diese Differenzierung macht den Unterschied zwischen sauberer Materialkommunikation und Greenwashing aus, wie es bei Plattformen zwischen <a href="https://fivmagazine.de/fashion-week-zalando-talkshow-essen-kollektionen-after-show/">Zalando</a> und <a href="https://fivmagazine.de/nakd-fashion-stylish-modern-beliebt/">NA-KD</a> kaum geleistet wird. Die Kollektionen sind PETA-Approved Vegan zertifiziert, der Frumat-Anteil zusätzlich USDA-Biobased-gelistet.</p>
<h3>Produktion im Stadtteil Podil</h3>
<p>Die Produktion findet weiterhin in Kyiv statt — im Stadtteil Podil, wo das Atelier in einem ehemaligen Industriekomplex sitzt. Die rund zwölf Näherinnen arbeiten teils aus geschützten Räumen, Generatoren überbrücken Stromausfälle, Stoffe werden über den Grenzübergang Korczowa-Krakovets aus Polen ein- und ausgeführt. Die Löhne liegen nach Angaben des Labels rund 40 Prozent über dem ukrainischen Branchenschnitt für Textilarbeiterinnen — ein Detail, das im &#8222;Made in Ukraine&#8220;-Marketing anderer Labels selten transparent gemacht wird. Dzhus ist eines der wenigen ukrainischen Häuser, die ohne EU-Förderung weiterproduzieren — finanziert über Direct-to-Consumer-Verkäufe und einen schmalen Ring internationaler Stockists wie Dover Street Market London, H. Lorenzo Los Angeles und Antonioli Mailand. Der monatliche Output liegt bei rund 80 bis 120 Stücken — ein Bruchteil dessen, was vergleichbar bepreiste Häuser wie <a href="https://fivmagazine.de/prada-haute-couture-kollektionen-accessoires/">Prada</a> oder <a href="https://fivmagazine.de/gucci-schuhe-guertel-tasche-luxurioese-accessoires-damen-herren/">Gucci</a> in derselben Zeit auf den Markt werfen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Ein Kleidungsstück sollte sich an das Leben anpassen, nicht das Leben an das Kleidungsstück. Alles andere ist Verschwendung.&#8220; — Irina Dzhus</p></blockquote>
<p>Hinzu kommt ein Punkt, den kaum eine andere Marke vorweisen kann: Dzhus spendet 30 Prozent des Umsatzes — nicht des Gewinns — an ukrainische Tierschutzorganisationen wie UAnimals und Happy Paw. Nicht ein Prozent, nicht eine Charity-Kapsel pro Saison, sondern ein dauerhafter Anteil an jeder verkauften Einheit. Im Vergleich zu klassischen Fair-Fashion-Anbietern oder zum Sortiment unter <a href="https://fivmagazine.de/pimkie-marke-geschichte-mode/">Pimkie</a> ist das ein außergewöhnlicher Wert. Weitere Branchenstimmen zur Materialethik finden sich in unserer Sammlung an <a href="https://fivmagazine.de/mode-zitate/">Mode-Zitaten</a>.</p>
<h3>Was vegane Mode bei Dzhus konkret bedeutet</h3>
<ul>
<li>✓ Keine tierischen Fasern (Wolle, Seide, Kaschmir, Angora, Mohair)</li>
<li>✓ Kein Leder, kein Pelz, keine Federn, keine Hörner oder Knochen</li>
<li>✓ Klebstoffe und Verstärkungen ohne tierische Bestandteile</li>
<li>✓ Knöpfe und Verschlüsse aus Metall, Holz oder Bio-Kunststoff</li>
<li>✓ PETA-Approved Vegan über die gesamte Produktionskette</li>
<li>✓ Lederalternativen aus Apfeltrester (Frumat), Kork und recyceltem Polyester</li>
<li>✓ Transparente Kommunikation zu PU-Anteilen und Mischmaterialien</li>
</ul>
<h2>Näher an Chalayan als an Prada</h2>
<p>Wer Dzhus mit klassischen Luxushäusern wie Prada oder <a href="https://fivmagazine.de/gucci-schuhe-guertel-tasche-luxurioese-accessoires-damen-herren/">Gucci</a> vergleicht, vergleicht falsch. Der echte Peer sitzt in London: Hussein Chalayan, dessen &#8222;Airmail Dress&#8220; aus Tyvek sich in einen Briefumschlag falten lässt und dessen &#8222;Remote Control Dress&#8220; Mode als technisches Objekt definiert hat. In dieser Liga spielt Dzhus — konzeptuelle Konstruktion als Designprinzip, nicht als saisonaler Spielereffekt. Vergleiche zu Issey Miyake oder Rei Kawakubo greifen zu kurz, weil dort mathematische Software und akademisches Pattern-Cutting im Zentrum stehen. Dzhus arbeitet rein per Hand.</p>
<p>Das hat Folgen für die Ästhetik: Das Ergebnis hat einen rauen, fast ingenieurhaften Charakter, der sich von akademisch geschulter Eleganz spürbar unterscheidet. Wer schon einmal eine Schau mit ähnlich strenger Schnittführung gesehen hat, erkennt sofort: Hier wird auf einer ganz anderen technischen Ebene gearbeitet — näher an Architektur als an Couture. Im Vergleich zur breiteren Markenlandschaft, wie sie unsere Übersicht der <a href="https://fivmagazine.de/modemarken-chanel-givenchy-hermes-prada-ultimativer-liste-herren-damen/">Modemarken A bis Z</a> abbildet, sitzt Dzhus in einer eigenen, sehr schmalen Nische zwischen Konzeptkunst und tragbarer Skulptur — vergleichbar in der Eigenständigkeit nur mit dem amerikanischen Minimalismus rund um <a href="https://fivmagazine.de/donna-karan-praegte-amerikanische-modewelt-lebenslauf-meilensteine/">Donna Karan</a>.</p>
<p>Das Konzept, mit dem das Label arbeitet, heißt im Branchenjargon &#8222;transformer garments&#8220; — wandelbare Kleidungsstücke. Ein einzelnes Stück besitzt im Schnitt vier bis sieben Trageoptionen. In der Lookbook-Reihe rund um die Kollektion TRANSFORMATION wurden für ein einziges Teil sogar bis zu sechzehn dokumentierte Trageweisen verzeichnet. Reißverschlüsse trennen Panels ab, verdeckte Druckknöpfe verlagern Volumen, ganze Partien lassen sich umstülpen oder abnehmen. Wie das Konzept wandelbarer Kleidung bereits in der Vorsaison funktionierte, dokumentiert unser Bericht zur <a href="https://fivmagazine.de/dzhus-innovative-schnitttechnicken-nachhaltigkeitsphilosophie-fw-2023-sommer/">Dzhus-Schau der FW 2023</a>.</p>
<h3>Die drei Mechaniken hinter der Verwandlung</h3>
<p>Drei technische Lösungen tauchen in fast jeder Dzhus-Kollektion auf: erstens die reversible Konstruktion mit zwei verschiedenen Außenseiten, zweitens das Detachable-Panel-System mit verdeckten Verbindungen über Snap-Tape und YKK-Excella-Reißverschlüssen, drittens die Volume-Shift-Technik, bei der durch Schnüren oder Falten von Stoffbahnen komplett neue Silhouetten entstehen. Die YKK-Excella-Reißverschlüsse sind dabei kein Detail am Rand — sie sind das technische Rückgrat. Es handelt sich um die japanische Premium-Linie, die auch Tom Ford und Bottega Veneta verbauen; ein 60-Zentimeter-Excella kostet im Einkauf rund 18 Euro, ein normaler YKK liegt bei zwei. Wer einen Dzhus-Mantel öffnet, hört diesen Unterschied.</p>
<p>Diese Logik wurde nicht erst für Berlin entwickelt. Sie geht zurück auf frühere Kollektionen wie INERTIA, SUBORDINATION und das ikonische EXOSKELETON, mit dem Dzhus den &#8222;Black Sheep Award&#8220; der Plattform Not Just A Label gewann. Dieser Preis, vergeben durch Stefan Siegel, war der eigentliche Türöffner zu Dover Street Market und in den internationalen Concept-Store-Kreis — nicht die Berliner Schauen, nicht Paris, sondern eine kuratierte Online-Plattform. EXOSKELETON wurde komplett aus Deadstock-Möbelstoffen genäht, lange bevor &#8222;Deadstock&#8220; ein Marketingbegriff wurde. Wer Dzhus heute Greenwashing vorwerfen wollte, hätte ein Datierungsproblem.</p>
<h2>Dzhus vs. Avantgarde-Wettbewerb im direkten Vergleich</h2>
<table>
<thead>
<tr>
<th>Label</th>
<th>Material-Ethik</th>
<th>Trageoptionen</th>
<th>Preis Mantel</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>Dzhus</td>
<td>100% vegan, Deadstock + Frumat</td>
<td>4–16 pro Stück</td>
<td>850–2.400 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Hussein Chalayan</td>
<td>Tech-Fokus, gemischt</td>
<td>1–3 pro Stück</td>
<td>1.800–4.500 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Issey Miyake</td>
<td>Synthetik-Fokus</td>
<td>Faltlogik, kein Modul</td>
<td>1.200–3.000 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Comme des Garçons</td>
<td>gemischt, kein Vegan-Fokus</td>
<td>1 pro Stück</td>
<td>1.500–6.000 €</td>
</tr>
<tr>
<td>Ottolinger</td>
<td>teils Deadstock</td>
<td>1–2 pro Stück</td>
<td>900–2.200 €</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h2>AGGREGATION: Brutalismus, Beton und sowjetische Konstruktivisten</h2>
<p>Die Herbst-Winter-Kollektion trägt den</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
