Nachhaltige Mode für Männer: Alle Infos, Tipps & Siegel erklärt – Der ultimative Fair Fashion Guide

Fair Fashion lautet der neuste Trend in der Modewelt der Herren. Lange Zeit galt der Hype ausschließlich den umweltbewussten Fashionistas vorbehalten. Dabei gibt es mittlerweile etliche Eco Labels, die ressourcenschonend stilvolle Anzüge, Jacken und Hemden für Männer herstellen. Trotz steigendem Umweltbewusstsein ist der Begriff der Fair Fashion vielen noch unbekannt. Worum es sich bei der nachhaltigen Mode handelt und an welchen Siegeln sie zu erkennen ist, das erfahrt ihr hier.

Fair Fashion vs. Fast Fashion – der bedeutende Unterschied

IFrameDie Modewelt unterliegt ständigem Wandel. Modetrends werden neu geboren, revolutioniert und vergessene Hypes wieder neu auferlebt. Die Modemacher wollen ihre Kleidung schnell an der Stange sehen. Kollektionen werden hier in kürzester Zeit fabriziert, präsentiert und in den Modehäusern der breiten Masse zugänglich gemacht. Durch die günstigen Preise und die billige Produktion leidet die Qualität darunter. So wird das Hemd nach einem langen Tag im Büro mal schnell entsorgt und vor dem nächsten Meeting einfach ein Neues gekauft. Der Trend der Fast Fashion (zu deutsch: schnelle Mode) ist für uns Verbraucher zwar praktisch, bringt jedoch auch seine Nachteile mit sich.

Giftiges Polyster, Müll und Kinderarbeit als Folgen des Shopping Wahns

Die Preise vieler Modeketten verführen schnell zum Kauf. Dennoch sei stets Vorsicht geboten. Die Nutzung billiger Chemikalien und Materialien kann nicht nur die Haut irritieren, sondern sorgt auch für jede Menge Müll. So ergab eine Studie, dass Deutschland jährlich über 390.000 Tonnen Textilabfall produziert. Die Folgen sind verheerend: Die Meere verschmutzen und Tiere verenden. Auch die oft im Ausland ansässigen Manufakturen stehen regelmäßig für ihre schlechten Arbeitsbedingungen und regelmäßige Kinderarbeit oft in der Kritik.

Faire Mode: Nachhaltige Textilien revolutionieren die Modewelt

Firmen und Designer setzen nun auf Nachhaltigkeit. ‚Fair and Sustainable‘ lautet das Motto der Slow Fashion, die so nun der Wegwerf Gesellschaft von heute den Kampf ansagt. Die neuen Eco Labels legen stattdessen Wert darauf, dass das Material ökologisch abbaubar und der Herstellungsprozess der Textilien umweltfreundlich ist:

  • Die Materialien stammen aus ökonomischem Anbau
  • In den Manufakturen herrschen faire Arbeitsbedingungen
  • Bei der Produktion wird auf giftige Chemikalien verzichtet
  • Es werden sowohl bei der Herstellung, als auch beim Transport so wenige Ressourcen wie möglich verbraucht

Green Shirts, Klimaanzüge & Vintage Shopping

Die Fair Fashion von heute hat schon lange nichts mehr mit dem Klischee der Birkenstocksandalen und Leinenhosen zu tun. So lassen sich für Herren mittlerweile sowohl bequeme Baumwoll Shirts für den Alltag finden, als auch elegante Anzüge und Hemden. Die Labels von heute legen hier vor allem Wert darauf zeitgenössische Designs mit Funktionalität zu verbinden. So zum Beispiel auch der Herrenausstatter CLUB of GENTS, der mit seinem Klimaanzug ein klares Statement setzt: Next Generation against Climate Change.

Fair Fashion lässt sich mittlerweile aber nicht nur im Büro und auf der Straße finden, sondern auch auf Events, Galas und sogar dem roten Teppich.

Berlin Fashion Week: Exklusiver Einblick in die Welt der nachhaltigen Mode

Gemeinsam mit Model und Unternehmerin Marie Nasemann besucht hier das Team vom WDR die Berlin Fashion Week und interviewt Deutschlands größte Influencer und Modekenner zu dem neuen Modetrend. Um dem Hype der Fair Fashion außerdem auf die Spur zu kommen, werfen sie einen exklusiven Blick in die Produktion nachhaltiger Fashion und kriegen hier alle Fragen zum Thema beantwortet.

Fair Fashion in der Praxis: Worauf muss ich beim Kauf achten?

Siegel, Auszeichnungen, Vintage Läden – wer sich noch nie mit dem Kauf fairer Kleidung auseinandergesetzt hat, der ist schnell verwirrt. Dabei ist das ganze gar nicht so kompliziert. So lassen sich im Internet nicht nur viele Informationen und Brands finden, auch in den Geschäften kann sich der Verbraucher anhand von Siegeln mittlerweile gut orientieren. Hier haben wir einen Überblick für euch.

Die wichtigsten Gütesiegel

Obwohl Fair Fashion mittlerweile jedem ein Begriff ist, fällt es vielen schwer im Dschungel der vielen Gütesiegel den Überblick zu behalten. Damit euch das nicht passiert, haben wir hier für euch die bekanntesten Siegel aufgelistet.

Fairtrade Cotton

Höchste Sozialstandards, nachhaltiger Anbau und ein garantierter Mindestpreis für die Baumwoll Bauern – dafür steht das Siegel Fairtrade Cotton. Auch auf eine nur bedingte Nutzung von Dünger und Pestiziden und das Einhalten der ILO-Kernarbeitsnormen wird geachtet.

Naturtextil IVN zertifiziert Best

Das Siegel von IVN (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V.) gilt als derzeit sicherstes Siegel der Textilindustrie. Hier wird vor allem auf ein Verbot von schädlichen Färbemitteln und Transparenz bei der Dokumentation des Transports der Kleidung Wert gelegt. Die Naturfasern der Textilien sind 100% aus kontrolliert biologischem Anbau, wobei auch hier auf die Einhaltung der Kernarbeitsnormen und eine Minimierung der Umweltbelastung Wert gelegt wird.

Global Organic Textile Standard (GOTS)

Um das GOTS Siegel zu erhalten, müssen die Textilien aus mindestens 90& Naturfasern bestehen und die restlichen 10% aus synthetischen Fasern wie Viskose. Die Mindeststandards werden regelmäßig überprüft und nur wenige Verarbeitungssubstanzen und Färbemittel sind bei der Produktion erlaubt, um so die Schadstoff- und Umweltbelastung zu minimieren.

Fair Wear Foundation

Dieses Siegel wird von der niederländischen Stiftung Fair Wear Foundation (FWF) vergeben. Getragen wird diese von mehreren Nichtregierungsorganisationen, sowie Gewerkschaften und Herstellerorganisationen. Das Ziel der Foundation ist die eine weltweite Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Textilunternehmen, wobei hier vor allem auf die Betriebe geachtet wird, in denen die Kleidung genäht wird. Aktiv ist die FWF in 15 Produktionsländern in Asien, Europa und Afrika und vetritt über 120 Marken.

Naturland Siegel

Bei dem Naturland Siegel wird auf die Einhaltung sozialer Richtlinien, den Erhalt natürlicher Böden und eine Minimierung der Umweltbelastung geachtet. Dies wird durch strenge Kontrollen gewährleistet. Auch auf die korrekte Entsorgung von Chemikalien wird hier Wert gelegt.

Secondhand Kleidung: Online & Offline

Kultige Jeans von Levis und zeitlos elegante Herbstmäntel – Secondhand-Kleidung ist eine gute Alternative und bietet hier eine Win-Win-Situation, sowohl für den Käufer als auch für die Umwelt, da keine zusätzlichen Ressourcen für eine erneute Herstellung benötigt werden. Den nächstgelegen Second Hand Laden zu finden ist kein Hexenwerk und so wird man bei einer kurzen Google Suche auch schnell fündig. Heutzutage gibt es außerdem etliche Apps und Onlineshops, die es dir nun erlauben, die Retro Looks auch von der Couch aus zu erwerben.

Fair Fashion für Männer im Test

Wo finde ich nachhaltige Mode? Wie kleide ich mich als Mann stilvoll und dennoch umweltfreundlich ein? Mit diesen Fragen beschäftigt sich hier Reporter Frank Seibert bei der ‚Die Nachhaltige Mode‘ Challenge. Wie er diese so meistert und was sein Fazit ist, dass seht ihr hier.