Fashion Week Berlin Vlog – Tag 1: Anreise und erste Eindrücke
Minus vier Grad, sechs Uhr morgens, Köln/Bonn Airport: Während die meisten Berliner Fashion-Week-Gäste noch im Bett liegen, stehen Soraya und Iva mit Kamera, Kofferbergen und kalten Fingern am Check-in. Drei Tage, sieben Shows, zwei Vloggerinnen — und ein Flugzeug, in dem zufällig auch Schauspielerin Sandra Lambeck sitzt. Der erste Tag der Berlin Fashion Week beginnt nicht auf dem Runway, sondern an Gate B25. Wer wissen will, wie sich eine Modewoche wirklich anfühlt — abseits der polierten Pressefotos — sollte parallel zu diesem Vlog auch unser Fashion Week Diary lesen, das die Tage hinter den Kulissen dokumentiert.
Warum Tag 1 der Berlin Fashion Week der ehrlichste Tag ist
Wer schon einmal eine Fashion Week mitgemacht hat, weiß: Der erste Tag ist der unspektakulärste — und gleichzeitig der wichtigste. Hier passiert noch nichts auf dem Runway, aber alles im Hintergrund. Showrooms werden eingerichtet, Goodie Bags gepackt, Sitzpläne in letzter Minute umgeworfen, weil ein Influencer mit 800.000 Followern doch noch zugesagt hat. Während in Mailand und Paris die Shows mit militärischer Präzision durchgezogen werden — wir haben das Phänomen ausführlich in unserem Bericht zur Fashion Week Mailand beschrieben — hat Berlin einen anderen Charakter: rauer, jünger, experimenteller, manchmal chaotisch. Genau das macht sie für Vlogger und Content Creator so dankbar.
Soraya und Iva sind an diesem Dienstag nicht allein unterwegs. Rund 1.000 Mode-Begeisterte reisen zeitgleich in die Hauptstadt — Einkäufer, Redakteure, PR-Verantwortliche, Models, Fotografen. Die Berlin Fashion Week findet seit 2007 zweimal jährlich statt (Januar und Juli) und ist nach den „Big Four“ (New York, London, Mailand, Paris) der wichtigste deutschsprachige Branchentreff. Wer hier startet, will gesehen werden. Und wer gesehen werden will, fängt eben bereits am Flughafen mit dem Filmen an.
Die Anreise: Was im Vlog nicht zu sehen ist
Was die Kamera einfängt: zwei gut gelaunte Vloggerinnen, ein Boarding, eine kurze Begegnung mit Sandra Lambeck, der Blick aus dem Flugzeugfenster. Was die Kamera nicht einfängt: die Packlogistik. Drei Tage Berlin Fashion Week bedeuten in der Praxis mindestens sechs komplette Outfits — eines fürs Frühstücksevent, eines für die erste Show, eines für den Wechsel zwischen den Locations, eines für die Abend-Show, eines für die After-Show-Party und mindestens ein Backup, falls Kaffee, Schnee oder ein anderer Gast dazwischenkommt. Hinzu kommen Schuhe (mindestens drei Paar — wer wie viele Profis auf rote Sohlen schwört, sollte unseren Guide zu High Heels und Louboutin kennen), Beauty-Equipment, ein Wechsel-Mantel und die Kamera-Ausrüstung.
Realistisch heißt das: Zwei Koffer pro Person, ein Handgepäck mit Tech, eine Tasche mit allem, was nicht knittern darf. Wer das erste Mal eine Fashion Week besucht und sich fragt, wie professionelle Models das logistisch lösen — die Antwort ist meist: gar nicht selbst. Agenturen schicken Garderobe direkt ins Hotel, der Großteil der Looks wird vor Ort gestylt. Wer den Weg in die Branche selbst gehen will, findet in unserem Ratgeber Model werden die wichtigsten Schritte vom Casting bis zum ersten Job.
Sandra Lambeck und das Phänomen der „Zufallsbegegnung“
Die Begegnung mit Schauspielerin Sandra Lambeck im selben Flugzeug ist im Vlog ein Highlight — und gleichzeitig ein Lehrstück über die Mechanik der Berlin Fashion Week. Anders als in Paris, wo Stars in privaten Jets anreisen und in abgeschirmten Suiten verschwinden, ist Berlin demokratisch. Lambeck, bekannt aus deutschen TV-Produktionen, fliegt Linie. Designer wie Marcel Ostertag — über dessen Modenschau wir bereits in einer eigenen Reportage berichtet haben — sind zwischen den Shows ansprechbar. Genau diese Zugänglichkeit macht die Hauptstadt zu einem der dankbarsten Orte für Content Creator.
„In Paris filmt man die Show, in Berlin filmt man die Menschen.“ — ein Satz, den man unter Branchen-Insidern immer wieder hört, und der die DNA der Berlin Fashion Week ziemlich genau trifft.
Was Tag 1 wirklich kostet — die ehrliche Rechnung
Eine Fashion Week ist kein Urlaub. Wer die Reise auf eigene Rechnung macht, sollte mit folgenden Posten kalkulieren:
| Posten | Realistische Kosten (3 Tage) |
|---|---|
| Flug Köln/Bonn → Berlin (Hin/Rück) | 120–250 € |
| Hotel Mitte (3 Nächte) | 450–900 € |
| Taxi/Uber zwischen Locations | 180–300 € |
| Verpflegung außerhalb der Events | 120–200 € |
| Notfall-Outfit / Beauty-Touch-up | 100–400 € |
| Summe | 970–2.050 € |
Wer als akkreditierter Journalist oder Influencer reist, bekommt einen Teil davon übernommen — bei privaten Besuchern bleibt die Rechnung am Ende der Woche oft im vierstelligen Bereich hängen. Genau deshalb lohnt es sich, vorab die Modemarken-Übersicht von A-Z durchzugehen und sich auf die Shows zu konzentrieren, die wirklich relevant sind. Wer alles sehen will, sieht am Ende nichts richtig.
Die Show-Highlights, auf die Soraya & Iva sich vorbereiten
Tag 1 ist Anreise — Tag 2 und 3 werden voll. Auf der Liste der beiden Vloggerinnen stehen unter anderem Newcomer-Shows im Kraftwerk Berlin, Präsentationen großer Häuser und Side-Events, bei denen die eigentlichen Deals gemacht werden. Wer die Berlin Fashion Week schon einmal besucht hat, kennt die Faustregel: Die Hälfte des Programms findet nicht im offiziellen Schedule statt. Pop-up-Dinner, Showroom-Besuche, spontane Brand-Events — das alles passiert parallel und entscheidet darüber, ob man am Ende der Woche ein Vlog mit Tiefe oder nur eine Aneinanderreihung von Show-Eingängen mitbringt.
Was das Programm besonders interessant macht: Berlin ist 2024/2025 der wichtigste Markt für nachhaltige Mode in Deutschland geworden. Während internationale Häuser wie Dior oder Gucci ihre Mega-Shows in Paris und Mailand zeigen, nutzen kleinere Labels Berlin als Bühne für Statements — sei es zu Materialien, Produktion oder Diversity. Wer wissen will, welche deutschen Häuser international relevant geworden sind, dem empfehlen wir auch unseren Vergleich der wichtigsten Jeansmarken, da gerade im Denim-Bereich viele Berliner Labels mitmischen.
Tipps für den ersten Fashion-Week-Besuch
Wer Soraya und Iva nacheifern will und das erste Mal selbst eine Fashion Week besucht — egal ob Berlin, Mailand oder New York —, sollte diese Punkte verinnerlichen:
- Akkreditierung früh beantragen: Mindestens sechs Wochen vor der Fashion Week. Wer später dran ist, bekommt nur noch Restplätze in der dritten Reihe.
- Schuhe testen: Pro Tag werden 8–12 Kilometer gelaufen. Wer mit neuen High Heels anreist, hat am zweiten Tag verloren.
- Powerbank, Powerbank, Powerbank: Ein iPhone hält bei dauerhafter Kameranutzung im Schnitt vier Stunden. Ein Show-Tag dauert zwölf.
- Zeitpuffer einbauen: Zwischen zwei Shows brauchst du in Berlin realistisch 60 Minuten — nicht die 30, die der Schedule suggeriert.
- Snacks: Klingt unromantisch, ist aber überlebenswichtig. Zwischen 8 Uhr morgens und 22 Uhr gibt es oft nur Champagner und Mini-Macarons.
- Visitenkarten: Ja, immer noch. Ja, auch 2025. Wer Kontakte in der Modebranche knüpfen will, braucht etwas Physisches.
Wie es weitergeht — Tag 2 und 3
Was nach der Anreise kommt, ist der eigentliche Wahnsinn: Shows im 30-Minuten-Takt, Outfit-Wechsel im Taxi, Interviews zwischen Tür und Angel. Soraya und Iva dokumentieren beide T












