Modemarken mit Q – Q&A, Quay und Queen of Catwalk

Der Buchstabe Q ist im Alphabet der Modemarken so etwas wie der Außenseiter beim Klassentreffen: selten, schwer auszusprechen, aber wenn er auftritt, dann mit Wirkung. Während A bis Z mit Hunderten Labels gefüllt sind, schaffen es bei Q gerade einmal etwa drei Dutzend Marken auf die internationale Landkarte – und genau das macht die Liste so spannend. Wer Quiksilver trägt, signalisiert anderes als jemand in Queen Kerosin oder Qasimi. Wir haben uns durch die Q-Welt gearbeitet und zeigen dir, welche Labels wirklich Relevanz haben, welche Insider-Tipps sind und wo sich der Blick lohnt – eingebettet in unsere große Modemarken-Übersicht von A bis Z.

Quiksilver, Quay & Co. — die bekanntesten Q-Marken im Überblick

Beginnen wir mit dem Schwergewicht: Quiksilver. 1969 im australischen Torquay gegründet, war die Marke ursprünglich ein Boardshorts-Hersteller für Surfer an der Bells Beach. Heute ist Quiksilver Teil des Boardriders-Konzerns (zu dem auch Roxy und Billabong gehören) und einer der größten Surfwear-Player der Welt. Wer Authentizität in Streetwear sucht, kommt an Quiksilver kaum vorbei – die Marke hat den Strand-Lifestyle in die Innenstädte exportiert, lange bevor „Athleisure“ ein Buzzword wurde.

Quay Australia, oft schlicht „Quay“ genannt, ist die zweite australische Marke auf der Liste – und die Sonnenbrillen-Antwort auf die Frage, warum man für gute Shades nicht zwingend dreistellige Beträge ausgeben muss. Gegründet 2004 in Melbourne, wurde Quay durch Kooperationen mit Chrissy Teigen, Kylie Jenner und Desi Perkins zu einer der lautesten Brillen-Marken im Instagram-Zeitalter. Preislich bewegt man sich zwischen 50 und 80 Euro – ein Bruchteil dessen, was Luxusmarken verlangen, bei vergleichbarer Verarbeitung.

Queen of Catwalk hingegen ist ein deutsches Phänomen: ein Label, das stark mit Influencer-Kultur und Reality-TV-Fashion verwoben ist. Wer die verschiedenen GNTM-Staffeln und ihre Gewinnerinnen verfolgt, wird die Ästhetik wiedererkennen – figurbetont, glamourös, social-media-tauglich.

Q/S designed by s.Oliver — die deutsche Massenmarke mit dem unscheinbaren Namen

Q/S designed by s.Oliver (früher: QS by s.Oliver) ist die jüngere, urbanere Schwester der Rottendorfer Mode-Institution. Während s.Oliver klassisch und familienfreundlich auftritt, zielt Q/S auf 18- bis 35-Jährige mit kürzeren Schnitten, mehr Denim-Detail und Streetwear-Anleihen. Der Buchstabe Q steht hier nicht für ein Wort, sondern war eine bewusste Marketing-Entscheidung: ein Label, das man sucht, wenn man s.Oliver vermeiden will – ein cleverer Trick, mit dem die s.Oliver Group seit 2004 eine zweite Zielgruppe bedient, ohne die Stammkunden zu irritieren.

Wer sich für ähnliche Strategien etablierter Häuser interessiert, sollte einen Blick auf Modemarken mit P werfen – dort findet sich mit Pull&Bear ein Pendant aus dem Inditex-Kosmos, der mit Zara dasselbe Spiel spielt.

Qasimi — die Luxusmarke des Scheichs, die kaum jemand kennt

Qasimi ist die wohl interessanteste Geschichte auf dieser Liste. Gegründet 2008 von Scheich Khalid Al Qasimi, einem Mitglied der Königsfamilie von Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate), verband das Label arabische Schnitte mit britischer Schneiderkunst. Khalid studierte am Central Saint Martins in London – derselben Schule, die Alexander McQueen, Stella McCartney und John Galliano hervorbrachte. Sein plötzlicher Tod 2019 mit nur 39 Jahren erschütterte die Modewelt; sein Bruder Hoor Al Qasimi führt das Label seither als kuratierte Vision weiter.

Qasimi-Stücke gibt es nicht im Massenhandel: Ein Mantel kostet zwischen 800 und 2.500 Euro, vertrieben wird über Browns London, Selfridges und ausgewählte Concept Stores. Wer Mode jenseits der üblichen Pariser und Mailänder Achse sucht, findet hier eine der wenigen ernstzunehmenden Stimmen aus der Golfregion.

Queen Kerosin, Queen Mum & Queen Bee — wenn drei Labels denselben Namen beanspruchen

Hier wird es kurios: Gleich drei Q-Marken nutzen „Queen“ im Namen, und alle bedienen unterschiedliche Welten.

Marke Stilrichtung Gegründet Herkunft
Queen Kerosin Rockabilly, Vintage, Pin-up 2006 Deutschland
Queen Mum Umstandsmode, Casual 2005 Niederlande
Queen Bee Maternity Wear, Premium 2007 Australien

Queen Kerosin ist dabei die kompromissloseste: Die deutsche Marke hat sich auf die 50er- und 60er-Jahre-Ästhetik spezialisiert – Petticoats, Bowling-Shirts, Hot-Rod-Prints. Wer Rockabilly-Festivals besucht oder ein Faible für Tiermuster wie Leoprint und Zebra mit Vintage-Twist hat, kommt hier auf seine Kosten. Queen Mum und Queen Bee dagegen sind beide im Mütter-Segment unterwegs, was zeigt: Der Begriff „Queen“ wird in der Mode bemerkenswert oft mit Mutterschaft assoziiert.

Quartz Co. — die kanadische Antwort auf Canada Goose

Wenn wir schon bei Insider-Tipps sind: Quartz Co. ist die Marke, die Canada-Goose-Träger insgeheim respektieren. Seit 1997 in Montréal produziert, fertigt Quartz Co. Daunenjacken vollständig in Kanada – im Gegensatz zu vielen Konkurrenten, die zumindest Teile der Produktion ausgelagert haben. Die Jacken halten Temperaturen bis -40 °C aus, kosten zwischen 600 und 1.200 Euro und werden ohne Coyote-Pelz produziert. Für alle, die hochwertige Winterware ohne das Logo-Statement von Canada Goose suchen, ist Quartz Co. die intelligentere Wahl.

„Q ist im Modealphabet das, was im Schach die Dame ist: selten gezogen, aber wenn, dann entscheidend.“ – ein Satz, den wir uns gerne von einem Buyer aus Mailand geliehen haben, weil er die Sache auf den Punkt bringt.

Quiksilver vs. Quicksilver — der ewige Schreibfehler

Ein praktischer Hinweis für Online-Shopper: Die Marke heißt Quiksilver – ohne „c“. Der Schreibfehler „Quicksilver“ ist einer der häufigsten in Google-Suchanfragen zu Modemarken überhaupt. Der Name ist eine bewusste Verkürzung, eingetragen 1969, und Quiksilver führt seit Jahren juristische Auseinandersetzungen mit Marken, die „Quicksilver“ als Modelabel registrieren wollten. Wenn du also auf Vinted oder eBay nach Vintage-Boardshorts suchst: ohne „c“ findest du das Original.

Q36.5 — italienische Premium-Cyclingwear für Insider

Q36.5 ist eine Südtiroler Marke, gegründet 2013 von Luigi Bergamo, einem ehemaligen Designer von Assos. Der Name bezieht sich auf die ideale Körperkerntemperatur (36,5 °C), und die Marke hat sich darauf spezialisiert, Radbekleidung zu entwickeln, die diese Temperatur bei jedem Wetter hält. Profi-Teams wie Q36.5 Pro Cycling Team (das namensgleiche WorldTour-Team) und ambitionierte Hobby-Radfahrer schwören darauf. Ein Trikot kostet zwischen 180 und 280 Euro – für Cycling-Enthusiasten ein Statement, das nur Eingeweihte erkennen.

Die komplette Liste: Modemarken mit Q

Hier findest du alle relevanten Modemarken, die mit Q beginnen – von Massenmarkt bis Nische, von Surf bis Couture:

  • Q/S designed by s.Oliver
  • Q36.5
  • Qasimi
  • QAZQA
  • QB24
  • Qdo
  • Qed London
  • QEEBOO
  • Qiriness
  • Ql2 Quelledue
  • Qliin
  • Q Squared NYC
  • Quail
  • Quail Ceramics
  • Qualy
  • Quantum Courage
  • Quartz Co.
  • Quasi Skateboards
  • QUATTRO.DECIMI
  • Quattrobarradodici
  • Quay Australia
  • Quayside
  • Queen
  • Queen Bee
  • Queence
  • Queen Kerosin
  • Queen Mum
  • Queen of Catwalk
  • Querini
  • Quetsche
  • Quid
  • Quiksilver
  • Quinsaï
  • Quota Otto
  • Qupid
  • Quttin