Modemarken mit X – Xandres, XD Design und XEN

Wer im deutschen Modekosmos nach Marken mit X sucht, landet schnell in einer Sackgasse — der Buchstabe ist im lateinischen Alphabet die Nummer 24, kommt im Deutschen aber nur in rund 0,03 % aller Wörter vor. Genau das macht ihn für Modelabels so attraktiv: Ein X im Namen wirkt technisch, futuristisch, modern. Kein Wunder, dass sich hinter dem Buchstaben eine bunte Mischung aus belgischer Premium-Mode (Xandres), niederländischem Design (XD Design) und Streetwear-Marken aus Asien versteckt. Wir haben uns durch das X-Universum gearbeitet und zeigen dir, welche Labels wirklich relevant sind — und welche nur Listenfüller. Eine vollständige Übersicht aller Modemarken von A bis Z findest du parallel zu dieser Spezial-Liste.

Xandres — Belgiens leise Antwort auf Skandinavien-Mode

Xandres ist die heimliche Nummer eins unter den X-Marken. 1927 in Aalst gegründet, gehört das belgische Label zu den ältesten kontinuierlich produzierenden Modehäusern Europas. Während Antwerpen mit den „Antwerp Six“ um Dries Van Noten und Ann Demeulemeester für avantgardistische Couture steht, hat sich Xandres eine andere Nische gesichert: tragbare, qualitativ hochwertige Damenmode für Frauen ab 35, mit klarer Linie und einem Hang zu Naturfasern wie Wolle, Leinen und Baumwolle. Die Marke bietet zudem eine Plus-Size-Linie namens Xandres Xline, die Größen bis 54 abdeckt — ein Bereich, den selbst große Häuser wie Dolce & Gabbana oder Gucci bis heute stiefmütterlich behandeln.

Preislich liegt Xandres im oberen Premium-Segment: Ein Wollmantel kostet zwischen 350 und 600 Euro, Blusen starten bei 120 Euro. Wer skandinavische Klarheit à la Filippa K mag, aber etwas mehr Femininität sucht, ist hier richtig. In Deutschland ist Xandres bislang nur über ausgewählte Boutiquen und den eigenen Online-Shop erhältlich — über Zalando wirst du das Label nicht finden.

XD Design — wenn Reisetaschen zur Designstudie werden

XD Design ist streng genommen kein klassisches Modelabel, gehört aber in jede ernsthafte X-Liste. Das niederländische Unternehmen, 2004 in Tilburg gegründet, hat mit der Bobby-Rucksack-Serie einen weltweiten Bestseller gelandet: Über 5 Millionen verkaufte Exemplare, ausgezeichnet mit dem Red Dot Award und dem German Design Award. Der Bobby-Rucksack hat eingearbeitete Anti-Diebstahl-Reißverschlüsse, einen integrierten USB-Port und schnittfeste Materialien — entwickelt für Großstadt-Pendler in Tokio, New York und Berlin.

Was XD Design für Modemenschen relevant macht: Die Marke hat es geschafft, funktionales Reisegepäck zum Streetwear-Accessoire zu machen. Wo früher Eastpak und Herschel das Feld dominierten, sieht man heute auch in Mailand und Paris den minimalistischen Bobby. Die Preise sind mit 80 bis 180 Euro fair — günstiger als ein Markenrucksack von Puma oder Nike, aber mit deutlich durchdachterem Innenleben.

XEN, Xenox und Xerjoff — die Schmuck- und Duft-Fraktion

Hier wird es interessant für alle, die über reine Bekleidung hinausdenken. XEN ist eine deutsche Schmuckmarke, die sich auf moderne Herrenringe und Halsketten aus Edelstahl und Sterlingsilber spezialisiert hat. Preisniveau: 49 bis 299 Euro. Xenox spielt im selben Segment, setzt aber stärker auf farbige Steine und mischt Damen- und Herrenschmuck.

Xerjoff dagegen ist die Königsklasse: Das italienische Nischenparfüm-Haus aus Turin, gegründet 2003 von Sergio Momo, gehört zu den teuersten Duftmarken der Welt. Ein Flakon der Linie „Shooting Stars“ kostet ab 290 Euro, die limitierten „Oud Stars“ gehen bis 800 Euro. Wer wissen will, warum diese Preise gerechtfertigt sind: Xerjoff verwendet bulgarische Rosenessenz, indisches Oud und maßgefertigte Murano-Glasflakons. Es ist die Art Marke, die du in keinem Douglas findest — und genau deshalb tragen sie Influencer und Stylisten so gerne.

Xirena, Xpooos und Xti — die unterschätzten Mittelklasse-Labels

Xirena ist ein kalifornisches Label, das 2010 von der ehemaligen Calypso-St.-Barth-Designerin Kym Gold mitgegründet wurde. Die Marke hat eine einzige Spezialität — perfekt geschnittene Bluse-Hemden in Baumwolle und Seide — und macht das so konsequent, dass Stars wie Jennifer Aniston und Gigi Hadid Stammkundinnen sind. Preis pro Hemd: 180 bis 320 Euro.

Xpooos kommt aus den Niederlanden und hat eine Marktlücke besetzt, die viele große Marken übersehen: bunt gemusterte Premium-Socken für Männer im mittleren Preissegment (12–25 Euro pro Paar). Wer keine Lust auf das Happy-Socks-Massenphänomen hat, aber auch nicht 40 Euro für Pantherella zahlen will, ist hier richtig.

Xti ist eine spanische Schuhmarke aus Elche — der Stadt, die für rund 41 % der spanischen Schuhproduktion verantwortlich ist. Xti macht trendige Damenschuhe zu Mittelklassepreisen (40–90 Euro) und ist eine echte Alternative zu Pimkie oder Bershka, wenn es um schnell wechselnde Saisontrends geht. Wer auf High Heels mit roter Sohle à la Louboutin spart, findet bei Xti zumindest die Form-Inspiration zum Bruchteil des Preises.

Marken im Überblick — was lohnt sich wirklich?

Marke Herkunft Spezialität Preisniveau
Xandres Belgien (1927) Damen-Premium, Plus Size €€€
XD Design Niederlande (2004) Anti-Theft-Rucksäcke €€
Xerjoff Italien (2003) Nischenparfum €€€€
Xirena USA (2010) Premium-Blusen €€€
Xti Spanien Trendschuhe Damen
X-Bionic Schweiz/Italien Funktionssportwäsche €€€
Xpooos Niederlande Designersocken Herren
XOXO USA (1990) Junge Damenmode

X-Bionic, X-Socks und X-Rocker — die Performance-Spezialisten

X-Bionic ist die wohl technologisch fortschrittlichste Marke auf dieser Liste. Das schweizerisch-italienische Label, gegründet 1998, hat über 800 Patente angemeldet — vor allem im Bereich Thermoregulierung und Schweißmanagement. Profi-Skifahrer, Triathleten und Bundeswehr-Spezialeinheiten tragen X-Bionic. Ein Funktionsshirt kostet zwischen 90 und 200 Euro, hält aber bei richtiger Pflege über fünf Jahre. X-Socks ist die Schwestermarke speziell für Funktionssocken — wer schon mal Blasen auf einem Halbmarathon hatte, weiß, warum 25 Euro für ein Paar Socken fair sind.

X-Rocker dagegen verlässt das Modefeld komplett — es ist eine Gaming-Stuhl-Marke. Wir erwähnen sie hier nur, damit du beim Recherchieren nicht auf die falsche Fährte gerätst.

XOXO — der amerikanische Mainstream-Klassiker

XOXO (gesprochen: „hugs and kisses“) wurde 1990 in Los Angeles gegründet und war in den späten 1990ern eine der präsentesten Marken in US-amerikanischen Teen-Magazinen. Heute ist das Label vor allem in Outlet-Centern und auf Discount-Plattformen präsent. Wer Mode mit Geschichte schätzt: XOXO war eine der ersten Marken, die mit „Logo-Mania“ gespielt hat — ein Trend, den später Marken wie NA-KD und Forever 21 perfektionierten. Die Qualität ist mittelmäßig, der Style teils datiert, aber für junge Käuferinnen mit kleinem Budget eine Option.

Welche X-Marke passt zu wem?

Wer mich nach einer ehrlichen Empfehlung fragt: Xandres ist die einzige X-Marke, die qualitativ mit etablierten europäischen Premium-Häusern mithalten kann. XD Design ist ein No-Brainer für alle, die viel reisen und einen funktionalen Begleiter brauchen. Xerjoff ist Liebhaberei — wer aber einmal an einem echten Oud Stars gerochen hat, versteht den Hype. Alle anderen Marken auf der Liste sind solide, aber austauschbar.

Wie wir im Artikel zu den wichtigsten Jeansmarken bereits gezeigt haben, gilt auch für X-Marken: Der Buchstabe macht ke