Modemarken mit V – Versace, Vivienne Westwood und Vogue Collection
Wenn Donatella Versace 1997 nach dem Mord an ihrem Bruder Gianni nicht das Steuer übernommen hätte, gäbe es heute weder den Medusa-Kult auf Red Carpets noch das berühmte grüne Dschungelkleid, das Jennifer Lopez 2000 zum Auslöser für die Erfindung von Google Bilder machte. Der Buchstabe V in der Modegeschichte ist überproportional mächtig: Er steht für italienische Sinnlichkeit (Versace), britische Punk-Revolte (Vivienne Westwood) und für eine der einflussreichsten Magazinmarken der Welt (Vogue Collection). Wer sich durch das Alphabet der Modemarken arbeitet, merkt schnell: Bei V wird es selten brav.
Versace, Westwood, Valentino — warum der Buchstabe V die DNA der Modegeschichte trägt
Drei Häuser, drei Welten, drei Gründer-Mythen. Gianni Versace eröffnete 1978 sein erstes Atelier in Mailand und hatte innerhalb von zehn Jahren das geschafft, wofür andere Häuser drei Generationen brauchten: einen unverkennbaren Stil, der laut, sexy und unverschämt teuer war. Die Medusa als Logo wählte er bewusst — sie sollte den Betrachter „erstarren lassen“, so wie seine Entwürfe. Heute, unter der kreativen Leitung von Dario Vitale (seit 2025 Nachfolger von Donatella), steht das Haus vor einer der spannendsten Übergangsphasen seiner Geschichte, vor allem nach der Übernahme durch Prada im Frühjahr 2025.
Vivienne Westwood dagegen war nie an Hochglanz interessiert. Die 1941 in Derbyshire geborene Designerin verkaufte 1971 in ihrer Londoner Boutique „Let it Rock“ zerrissene T-Shirts und erfand gemeinsam mit Malcolm McLaren den visuellen Code des Punk. Ihre Sex-Pistols-Outfits sind heute Museumsstücke im V&A. Bis zu ihrem Tod 2022 blieb sie die einzige Designerin der Welt, die gleichzeitig Königinnen-Hofschneiderin und Anti-Establishment-Aktivistin sein konnte. Ihr Orb-Logo — eine Mischung aus Reichsapfel und Saturnring — ist heute auf TikTok mehr Statussymbol als jede Birkin Bag.
Und dann Valentino: Valentino Garavani, geboren 1932 in Voghera, prägte mit seinem „Valentino Red“ eine Farbe so unverwechselbar, dass Pantone sie nachträglich katalogisierte. Sein Abschiedsdefilee 2008 in Rom gilt bis heute als eines der teuersten Modeevents der Geschichte.
Die komplette Liste: Modemarken mit V
Von etablierten Couture-Häusern bis zu jungen Schmucklabels — diese Übersicht zeigt, wie breit das V-Spektrum tatsächlich ist:
- V By Laura Vann
- V Jewellery
- VAARA
- Vacheron Constantin
- Vagabond
- Val Kristopher
- VALAS
- Valentino
- Valeria
- Valerie Khalfon
- Valero Pearls
- Valextra
- Valleverde
- Valmont
- Valstar
- Van Bommel
- Van Cleef & Arpels
- van Laack
- Van Lier
- Vanda Catucci
- Vanessa Bruno
- Vanessa Baroni
- Vans
- Véronique Leroy
- Vena Cava
- Venessa Arizaga
- Venice Beach
- Vera Mont
- Vera Wang
- Vero Moda
- Veronica B. Vallenes
- Veronique Branquinho
- Versace
- Vibe Harsløf
- Victoria’s Secret
- Victoria Beckham
- Vika Gazinskaya
- Viktor & Rolf
- Vivienne Westwood
- Vladimir Karaleev
- Vogue Collection
Die Insider-Hierarchie: Welche V-Marke spielt in welcher Liga?
Die V-Liste ist verwirrend, weil hier Universen aufeinandertreffen, die preislich Lichtjahre auseinanderliegen. Eine Vacheron-Constantin-Uhr aus der „Patrimony“-Linie startet bei rund 25.000 Euro — eine Vans Old Skool gibt’s für 75. Beides sind Ikonen, beides sind V-Marken, aber die Zielgruppen überschneiden sich höchstens in den Schaufenstern an der Fifth Avenue, über die wir im Artikel zu Luxus Shopping in New York ausführlich schreiben.
| Marke | Gegründet | Segment | Bekannt für |
|---|---|---|---|
| Versace | 1978 | Luxus | Medusa, Prints, Glamour |
| Vivienne Westwood | 1971 | Designer Luxus | Punk, Korsetts, Orb-Logo |
| Valentino | 1960 | Couture | Valentino Red, Roben |
| Vacheron Constantin | 1755 | Haute Horlogerie | Älteste durchgehend produzierende Uhrenmanufaktur |
| Van Cleef & Arpels | 1896 | High Jewellery | Alhambra-Kollektion, Mystery Setting |
| Vera Wang | 1990 | Bridal | Brautmode für Hollywood |
| Victoria Beckham | 2008 | Premium Ready-to-Wear | Tailoring, minimalistische Eleganz |
| Vans | 1966 | Streetwear/Skate | Old Skool, Authentic, Sk8-Hi |
| Vero Moda | 1987 | Fast Fashion | Bestseller-Filiale |
Vivienne Westwood: Punk wurde zur Power-Marke
Wer einmal in einem Westwood-Korsett steckt, versteht sofort, warum diese Designerin mehr Einfluss auf die heutige Y2K- und Coquette-Ästhetik hat als jeder andere Name auf dieser Liste. Das ikonische „Stature of Liberty“-Korsett von 1988 wird in Vintage-Auktionen bei Sotheby’s regelmäßig für über 4.000 Euro versteigert. Der Hype ist real — und er hat Westwoods politische Botschaft fast überlagert. Die Designerin protestierte gegen Fracking, fuhr 2015 mit einem Panzer vor das Haus des britischen Premierministers David Cameron und ließ ihre Models 2020 mit „Climate Revolution“-Bannern über den Laufsteg laufen.
Ihr Witwer und kreativer Erbe Andreas Kronthaler führt das Haus seit ihrem Tod weiter — und das mit einer Konsequenz, die in der Branche selten ist: Keine Logo-Verwässerung, keine Mass-Market-Kollaboration, kein Ausverkauf. Ein Statement, das man heute auch bei wenigen anderen Häusern findet, etwa wenn man die Strategie mit der von Prada oder Gucci vergleicht.
Vogue Collection und der Mythos Magazin-zu-Marke
Die Vogue ist seit 1892 das mächtigste Modemagazin der Welt — aber „Vogue Collection“ als eigene Modemarke ist eine vergleichsweise neue Geschichte. Sie entstand aus der Idee, redaktionelle Autorität in tragbare Mode zu übersetzen. Während andere Magazine an dieser Übersetzung gescheitert sind (man erinnere sich an die kurzlebigen Fashion-Linien diverser US-Titel), hat sich die Vogue Collection vor allem in Frankreich und Italien etabliert. Der Schlüssel: konsequenter Verzicht auf das große V-Logo auf jedem Stück.
Wer mehr über den redaktionellen Einfluss der Vogue auf die Modebranche erfahren möchte, findet bei uns auch tiefe Einblicke in die Fashion Week Mailand, wo Anna Wintour seit Jahrzehnten in der ersten Reihe entscheidet, welche Trends in Cover-Stories landen — und welche nicht.
Die Geheimtipps: Diese V-Marken kennt fast niemand
Neben den großen Namen lohnt der Blick auf die kleineren Häuser, die in Fachkreisen längst Kult sind:
Valextra ist die diskrete Antwort auf Hermès. Die Mailänder Manufaktur fertigt Lederwaren seit 1937 ausschließlich in Italien, ohne sichtbare Logos. Eine „Iside“-Tasche kostet zwischen 2.500 und 4.500 Euro — und ist das Statussymbol für Menschen, die kein Statussymbol tragen wollen.
Vibe Harsløf aus Kopenhagen revolutioniert seit 2014 den Schmuckmarkt mit einzeln kombinierbaren Ohrringen. Die dänische Designerin war eine der ersten, die das „Earscaping“-Phänomen in den Mainstream brachte.
Viktor & Rolf aus Amsterdam sind das Avantgarde-Duo, das Couture als Kunstinstallation begreift. Ihre „No“-Kleider von 2015 — Roben mit aufgenähten Statement-Sätzen wie „Sorry I’m











