Modemarken mit W – Wellensteyn, Wrangler und Westwood
Wenn Wellensteyn 2024 sein 60-jähriges Bestehen feiert, dann liegt das nicht an cleveren Marketing-Stunts, sondern an einem simplen Versprechen: Eine Jacke aus Norderstedt soll dich bei -20°C trocken halten — und 2030 immer noch tragbar sein. Genau diese Mischung aus norddeutscher Funktionalität, amerikanischer Denim-Geschichte und britischem Punk-Adel macht den Buchstaben W zu einem der spannendsten in unserer Modemarken-Übersicht von A bis Z. Wer hier nur „Wrangler“ denkt, übersieht ein halbes Jahrhundert Modegeschichte.
Wellensteyn: Die Outdoor-Marke, die kein Outdoor sein will
Gegründet 1964 von Reiner Brettschneider in Norderstedt bei Hamburg, hat Wellensteyn lange im Schatten der großen Outdoor-Riesen agiert — bis das Modell „Schneezauber“ Ende der 2000er Jahre zum Statussymbol auf jedem deutschen Schulhof wurde. Was viele nicht wissen: Wellensteyn produziert bis heute teilweise in Europa, nutzt das hauseigene Material „Stratosphere“ mit einer Wassersäule von über 10.000 mm und arbeitet bewusst mit Reißverschlüssen von YKK statt billigerer Alternativen. Der Preis von 300 bis 600 Euro pro Jacke ist hoch — aber im Vergleich zu Canada Goose (ab 1.000 Euro aufwärts) liegt Wellensteyn im pragmatischen Mittelfeld.
Was die Marke besonders macht: Sie hat den Sprung vom Funktionsprodukt zum Lifestyle-Item geschafft, ohne ihre Identität zu verlieren. Während Konkurrenten in dünne Daunenjacken für Modetrends investieren, hält Wellensteyn an seinen klobigen, alltagstauglichen Parkas fest. Das ist mutig in einer Branche, die jede Saison neu erfinden muss — und es zahlt sich aus. Wer einen „Zermatt“ kauft, kauft ihn für zehn Jahre, nicht für eine Saison.
Wrangler: Die Jeans-Legende, die immer im Schatten von Levi’s stand
Wrangler ist die jüngere Schwester unter den großen amerikanischen Denim-Häusern: Während Levi Strauss bereits 1853 in San Francisco Goldgräber einkleidete, kam Wrangler erst 1947 auf den Markt — mit einem klaren Ziel: die perfekte Jeans für Rodeo-Cowboys zu bauen. Designer Rodeo Ben entwickelte das Modell 13MWZ („Men’s Western Zipper“), und der Stoff sitzt bis heute anders als bei Levi’s: weniger eng am Schritt, höhere Hinterseite, flachere Nieten — damit ein Cowboy stundenlang im Sattel sitzen kann, ohne sich blutig zu reiten. Das ist kein Marketing-Mythos, sondern Konstruktionsdetail.
Heute gehört Wrangler zur Kontoor Brands Holding (gemeinsam mit Lee), beschäftigt weltweit über 14.000 Mitarbeiter und macht jährlich rund 2,6 Milliarden US-Dollar Umsatz. In Europa positioniert sich die Marke preislich aggressiv — eine klassische Wrangler-Jeans bekommst du oft schon für 60 bis 90 Euro, während Premium-Labels wie Diesel locker das Doppelte verlangen. Wer sich für die ganze Bandbreite interessiert, findet in unserem Überblick zu den wichtigsten Jeans-Marken die direkten Vergleiche.
Vivienne Westwood: Die Königin des britischen Punks
Wenn man über „Westwood“ in der Modewelt spricht, meint man fast immer Vivienne Westwood — die 2022 verstorbene Designerin, die in den 1970ern zusammen mit Malcolm McLaren in der Londoner King’s Road 430 einen Laden betrieb, der als Geburtsort der Punk-Mode gilt. Zerrissene T-Shirts, Sicherheitsnadeln, Tartan-Muster als politisches Statement — Westwood hat eine Subkultur in Haute Couture übersetzt. Ihre berühmte Orbit-Halskette mit Saturnring-Logo ist seit den 1990ern eines der meist-kopierten Schmuckstücke der Welt.
„I was messianic about punk, seeing if one could put a spoke in the system.“ — Vivienne Westwood über die frühen Jahre.
Was Westwood von anderen britischen Designern unterscheidet: Sie blieb bis zum Schluss politisch. Klimaschutz, Antikapitalismus, faire Produktion — das waren keine PR-Themen, sondern Lebensthemen. Heute führt ihr Witwer Andreas Kronthaler die Marke weiter, und die Preise bewegen sich zwischen 80 Euro für ein Logo-T-Shirt und 3.000 Euro für ein Couture-Kleid. Wer den Kontrast zur italienischen Eleganz sucht, sollte sich parallel die Fashion Week Mailand anschauen — zwei komplett verschiedene Welten desselben Geschäfts.
Weitere W-Marken, die einen zweiten Blick wert sind
Neben den drei großen Namen lohnt sich der Blick auf einige Marken, die im Hintergrund stark sind:
- Weekday — schwedische Marke aus dem H&M-Konzern, gegründet 2002 in Stockholm. Skandinavischer Minimalismus zu fairen Preisen, oft als günstigere Alternative zu COS oder Acne Studios genutzt.
- Wolford — österreichische Strumpf- und Shapewear-Marke aus Bregenz, seit 1950. Eine Wolford-Strumpfhose kostet 40 bis 80 Euro und hält drei- bis fünfmal länger als Drogerieware.
- Woolrich — älteste noch existierende Outdoor-Marke der USA, gegründet 1830 in Pennsylvania. Die Arctic Parka war ursprünglich für Pipeline-Arbeiter in Alaska konzipiert.
- Wood Wood — Kopenhagener Streetwear-Label seit 2002, regelmäßige Kollaborationen mit Nike, Champion und Disney.
- Windsor — deutsches Premium-Label für Herrenanzüge, gegründet 1865 in Bielefeld. Die Wahl, wenn Hugo Boss zu Mainstream und Brioni zu teuer ist.
- Whistles — britisches Contemporary-Label, in den 2010ern bekannt geworden, weil Kate Middleton mehrfach in Whistles-Kleidern fotografiert wurde.
Vergleich: Drei W-Marken im direkten Check
| Marke | Gegründet | Herkunft | Spezialität | Preisrange |
|---|---|---|---|---|
| Wellensteyn | 1964 | Norderstedt, DE | Funktionsjacken | 300–600 € |
| Wrangler | 1947 | North Carolina, USA | Western-Denim | 60–150 € |
| Vivienne Westwood | 1971 | London, UK | Punk Couture | 80–3.000 € |
| Wolford | 1950 | Bregenz, AT | Strumpfwaren | 40–250 € |
| Woolrich | 1830 | Pennsylvania, USA | Arctic Parkas | 400–900 € |
Die komplette Liste der Modemarken mit W
Für alle, die einen schnellen Überblick brauchen — hier alle Marken mit dem Buchstaben W, die uns immer wieder begegnen, sortiert von Beauty bis Outdoor:
- Wakeup Cosmetics
- Walbusch
- Waldläufer
- Wallario
- Wallity
- Walther Design
- Wee Blue Coo
- Weekday
- Weili Zheng
- Weleda
- Wella
- Wella Professionals
- Wellensteyn
- Wemoto
- Wenko
- Wesco
- Westmark
- Westwood
- Wet n Wild
- What For
- Whistles
- White Mountain
- White Sand 88
- Whyitsme Design
- Wiedemann
- Wilton
- Wimex
- Windsor
- WINOMO
- WMF
- Wofi Leuchten
- WohnDirect
- Wolford
- Woltu
- Woodwick
- Wood Wood
- Woody
- Woolrich
- World Art
- Wrangler
- Wrendale Designs
- Wüsthof
Was du als nächstes lesen solltest
Wer nach dem Buchstaben W weiterstöbern will: Wie wir im Artikel zu den Trends der Herrenmode zeigen, sind klassische Westernjeans wie die von Wrangler aktuell wieder zurück im Mainstream — kombiniert mit oversized Blazern statt mit Cowboystiefeln. Spannend ist auch der direkte Sprung zu den Modemarken mit Z (Zara, Zalando) und zu den Marken mit Y für den kompletten Alphabet-Spaziergang. Wer eine Stufe tiefer in die Designer












