Camping im Zelt: Schlafsäcke, Isomatten & Hängematten

Nach einem langen Tag zurück ins Camp kommen und sich einfach nur ins Bett kuscheln – ein Traum. Aber schlafen im Zelt, Wohnwagen oder auch im selbstgebauten Campingbus kann nach ein paar Wochen ziemlich unbequem werden. Damit man nachts richtig zur Ruhe kommt ist es wichtig, einen komfortablen Schlafplatz zu haben. Hier kommen der Schlafsack und die Isomatte ins Spiel. Doch was solltest du beachten, damit dir nachts nicht kalt wird und dich keine Rückenschmerzen plagen? Hier sind unsere wichtigsten Tipps für den Kauf eines Schlafsacks und einer Isomatte.

Schlafsäcke – Daunen & Kunstfaser

Um sich für einen Schlafsack zu entscheiden, sollte man wissen, dass es verschiedene Materialien für die Füllung gibt. Ob Daune oder Kunstfaser – bei der Füllung eines Schlafsacks ist zu beachten, dass die verschiedenen Materialien unterschiedlich warm halten. Für verschiedene Camper gibt es eben verschiedene Ausrüstung, man muss einfach nur entscheiden welche Kriterien einem am wichtigsten sind.

Daunen Schlafsäcke

Die Argumente die für Daunen Schlafsäcke sprechen sind dass sie schön warm halten, wenig Platz wegnehmen und besonders leicht sind. Dafür sind Daunen Schlafsäcke im Vergleich zu Kunstfaser Schlafsäcken relativ teuer und sehr feuchtigkeitsempfindlich. Sie haben eine lange Trockenzeit und isolieren im feuchten Zustand nicht gut.

Vorteile von Daunen Schlafsäcken:

  • halten warm
  • geringes Packmaß
  • sind sehr leicht

Nachteile von Daunen Schlafsäcken:

  • relativ teuer
  • sehr feuchtigkeitsempfindlich
  • isolieren im feuchten Zustand nicht gut

Kunstfaser Schlafsäcke

Ein Kunstfaser Schlafsack hingegen ist kaum feuchtigkeitsempfindlich, isoliert selbst im feuchten Zustand und trocknet schnell. Er ist eine günstigere Alternative, nimmt jedoch viel Platz in Anspruch und ist im Vergleich zu Daunen relativ schwer.

Vorteile von Kunstfaser Schlafsäcken:

  • kaum feuchtigkeitsempfindlich
  • isoliert auch im feuchten zustand
  • trocknet schnell
  • günstigere alternative

Nachteile von Kunstfaser Schlafsäcken:

  • nimmt viel Platz in Anspruch
  • im Vergleich zu Daunen relativ schwer

Größen und Formen von Schlafsäcken

Man sollte außerdem beachten, dass es Schlafsäcke in verschiedenen Größen und Formen gibt. Hier gilt ein einfacher Rechenweg: Einfach die eigene Körpergröße nehmen, 25 cm addieren und schon hat man die optimale Länge des Schlafsacks. Bei Kindern sollte man darauf achten, dass man den Schlafsack nicht zu groß holt, damit man ihn noch die nächsten Jahre benutzen kann, denn so isoliert er nicht mehr richtig und die Kleinen frieren schnell. Der Schlafsack hält nämlich besser warm, wenn er eng anliegend ist.

Deswegen gibt es auch drei verschiedene Schlafsack Formen: Mumienschlafsäcke, eierförmige Schlafsäcke und Deckenschlafsäcke. Mumienschlafsäcke sind eng anliegend und weisen ein geringes Packmaß und Gewicht auf, doch halten sogar bei Frosttemperaturen noch warm. Eierförmige Schlafsäcke bieten mehr Bewegungsfreiheit und trotz mehr Platz im Bein und Hüftbereich noch genügend Isolation im empfindlichen Fußbereich. Der Deckenschlafsack hingegen bieten zwar viel Platz, schützen jedoch nicht vor kalten Füßen. Sie sind nicht für kalte Temperaturen geeignet, in warmen Sommernächten ist es jedoch sehr praktisch, dass man den Schlafsack durch Öffnung des Reißverschlusses in eine große Decke verwandeln kann. Das bietet viel Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit, mal ein Bein aus dem Schlafsack zu strecken. Und woran muss man sonst denken, wenn man sich auf eine Campingreise begibt? Wir haben eine ausführliche Packliste für dich zusammengestellt, die du auf jeden Urlaub anwenden kannst.

Isomatten – verschiedene Arten für verschiedenes Klima

Was natürlich auch essentiell für einen guten Schlaf beim Camping ist, ist eine gute Isomatte. Hier gibt es wieder ein paar wichtige Faktoren die man beachten sollte, wie zum Beispiel den R-Wert. Der R-Wert misst die Isolationsfähigkeit einer Isomatte, das heißt wie viel Wärme die Matte durchlässt. Bei einem R-Wert geht also am wenigsten Wärme verloren und diese Matten sind somit für kalte Temperaturen am besten geeignet. Ich hab euch ein mal die verschiedenen R-Werte rausgesucht und aufgelistet, welche Matte somit für welches Klima geeignet ist.

  • R-Wert 0: bis +15°C: für den Hochsommer geeignet
  • R-Wert 1: bis +7°C: für den Sommer und milde Frühjahrs- und Herbstnächte
  • R-Wert 2: bis +2°C: Frühjahr bis Herbst, ohne Bodenfrost
  • R-Wert 3: bis -5°C: bis zum milden Winter geeignet
  • R-Wert 4: bis -11°C: 4 Jahreszeiten, wintertauglich
  • R-Wert 5: bis -17°C: wintertauglich
  • R-Wert 6: bis -24°C: wintertauglich, für hochalpine Touren geeignet
  • R-Wert 7: bis -32°C: expeditionstauglich
  • R-Wert 8: bis -38°C: für Extrem-Expeditionen
  • R-Wert 9: bis -45°C: für Extrem-Expeditionen
  • R-Wert 10: bis -50°C: für Extrem-Expeditionen

Quelle: unterwegs.biz

Die drei Arten von Isomatten: Schaumstoffmatten, selbstaufblasbaren Isomatten und Thermomatten

Man unterscheidet außerdem zwischen Schaumstoffmatten, selbstaufblasbaren Isomatten und Thermomatten bzw. isolierenden Luftmatratzen. Schaumstoffmatten isolieren auch bei Beschädigung des Materials, sind nicht feuchtigkeitsempfindlich und dauerhaft druckbeständig. Ein großer Nachteil ist jedoch, dass sich Schaumstoffmatten nicht falten und lediglich zusammenrollen lassen und deswegen ein großes Packmaß in Anspruch nehmen und außerdem nicht die bequemste Variante sind.

Die selbstaufblasbare Isomatte ist eine Variante, die mehr Komfort bietet und außerdem selbstaufblasend ist und auch alleine die Luft wieder ablässt, wenn ein Ventil geöffnet wird. So kann die Isomatte zusammengefaltet werden und nimmt im komprimierten Zustand fast keinen Platz weg. Die selbstaufblasbare Isomatte ist übrigens sehr leicht und auch sehr wärmeisolierend. Einziger Nachteil: Bei Beschädigung kann sie nicht mehr aufgeblasen werden, bis das Loch geflickt ist.

Thermomatten bzw. isolierende Luftmatratzen bieten den höchsten R-Wert, da sie sowohl mit Luft als auch mit Daunen bzw. Kunstfasern gefüllt sind. Aufgrund dieser Füllungen sind isolierende Luftmatratzen natürlich wesentlich schwerer als selbstaufblasende Isomatten, doch es gibt auch moderne light Varianten, die leichter sind als herkömmliche Thermomatten. Auch bei dieser Variante muss man Acht geben auf scharfkantige Gegenstände, denn sobald ein Loch in der Thermomatte ist, kann diese nicht benutzt werden bis sie geflickt wird.

Schaumstoffmatten:

  • nicht feuchtigkeitsempfindlich
  • dauerhaft druckbeständig
  • großesPackmaß
  • nicht die bequemste Variante

Selbstaufblasbare Isomatten:

  • viel Komfort
  • selbstaufblasend, lässt alleine wieder Luft ab
  • wenig Packmaß
  • sehr leicht
  • wärmeisolierend
  • kann bei Beschädigung nicht benutzt werden

Thermomatten

  • beste Wärmeisolierung
  • relativ schwer (außer light Varianten)
  • kann bei Beschädigung nicht benutzt werden

Unser Geheimtipp: die Hängematte

Für diejenigen die gerne in der Natur entspannen bietet es sich hervorragend an, sich eine Hängematte zuzulegen. Beim Kauf einer Hängematte sollte man auf das Gewicht, das Packmaß und die Belastbarkeit achten. Outdoor Hängematten sind wetterfest und bieten sich als perfekte Entspannungsoase beim Camping oder auch als Reisehängematte beim Wandern an. Die meisten Outdoor Hängematten sind aus einem Nylongewebe, auch als Fallschirmseide bekannt, gefertigt und bieten somit viel Komfort durch Elastizität und gleichzeitig starke Robustheit.

Eine Outdoor Hängematte trocknet nach einem Schauer schnell und stellt den perfekten Platz dar, an dem man seine Abende ausklingen lässt oder sich mal etwas Zeit für sich selber nimmt. So kann man die Natur auch mal richtig genießen. Übrigens – manche schlafen auch in einer Hängematte. So kann das Zelt zuhause bleiben und man verbringt ein paar Nächte unter klarem Sternenhimmel.

Wer Angst vor Regen hat kann auch einen sogenannten Tarp über die Hängematte spannen. Tarps sind wasserdichte Planen, die über die Liegefläche gespannt werden können. Parallelogramartig geformte Tarps schützen bei leichtem Regen, diamantförmige Tarps schützen auch bei starkem Regen und Stürmen. So kann man eben mal richtig Natur pur genießen. Wer in einer Hängematte schläft sollte jedoch auf die richtige Liegeposition achten, um Rückenschmerzen zu vermeiden und sollte sich vorher informieren wie man die Hängematte richtig befestigt.

Camping im Zelt: Schlafsäcke, Isomatten & Hängematten

Camping im Zelt ist die Camping Variante, die das meiste Abenteuer verspricht. Im Zelt ist man der Natur am nächsten. Umgeben von Pflanzen und Tieren ist es eben etwas ganz besonderes, wenn man im Zelt übernachtet. Damit man aber trotzdem noch ein gewisses Level an Komfort hat, ist es wichtig die richtige Ausrüstung mitzunehmen. Der richtige Schlafsack und Isomatte sorgen dafür, dass dir nachts nicht kalt wird und du nach jeder Nacht ausgeschlafen und motiviert in den nächsten Tag starten kannst.

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