Imprägnieren & Pflege – Zelt richtig imprägnieren, pflegen & schützen

Camping im Zelt ist unglaublich beruhigend –  es bedeutet abends noch lange die Grillen zu hören und morgens von Vogelgezwitscher geweckt werden. Wer nun hunderte von Euros für ein neues Zelt ausgibt, der will natürlich, dass er dieses noch viele Jahre benutzen kann. Damit sich der Zustand des Zelts nicht verschlechtert, sollte man darauf achten, es regelmäßig zu reinigen und neu zu imprägnieren.

Imprägnieren – mit Flüssigimprägnierer oder Imprägnierspray

Ist dein Zelt und Vorzelt schon imprägniert? Gerade vor einer längeren Reise ist es wichtig das Zelt zu imprägnieren oder die Imprägnierung zu erneuern, denn Sonneneinstrahlung, Witterung, starker Regen und Abrieb machen eine Imprägnierung mit der Zeit unbrauchbar. Somit ist zu empfehlen, das Zelt alle paar Jahre neu zu imprägnieren, um auf Reisen nicht in einem feuchten Schlafsack übernachten zu müssen.

Imprägnierung macht dein Zelt nicht wasserfest!

Übrigens: Eine Imprägnierung macht ein Zelt nicht wasserfest. Sie schützt den Stoff davor, sich mit Wasser voll zu saugen. Wenn dein Zelt Nähte hat, die wasserdurchlässig sind, kann eine Imprägnierung dich auch nicht mehr retten. Ein wasserfestes Zelt besteht immer aus einem Oberstoff mit einer wasserundurchlässigen Beschichtung und wasserdichten Nähten.

Flüssigimprägnierer, Imprägnierspray, Hausmittel – was hilft?

Es gibt verschiedene Arten von Imprägnierungsmöglichkeiten, wie Flüssigimprägnierer, Imprägnierspray und es gibt auch noch ein paar gute Hausmittel. Wer ein Spay benutzt, sollte darauf achten, dass das Zelt sauber und vollständig verschlossen ist, bevor er es einsprüht.

Das Einsprühen solltet ihr auf jeden Fall draußen machen und bitte darauf achten, dass nichts von dem Produkt eingeatmet wird. Bei einem Flüssigimprägnierer ist es entweder möglich, das Zelt mit einem Schwamm oder einer Bürste einzureiben oder das Zelt in der Badewanne oder einer Plastikwanne komplett in die Flüssigkeit zu tauchen. Die Flüssigkeit muss mit Wasser verdünnt werden, haltet euch da bitte an die Packungsbeilage und achtet darauf, so wenig Kontakt wie möglich mit der Flüssigkeit zu haben.

Nach dem Imprägnieren

Beim Spray und auch bei der Flüssigkeit muss das Zelt im Nachhinein vollständig trocknen, bei Bedarf kann der Prozess dann ein zweites mal wiederholt werden. Wer mit undichten Nähten zu kämpfen hat, sollte mal einen flüssigen Nahtversiegler ausprobieren. Dieser wird meist mit einem Pinsel auf die Nähte aufgetragen und sorgt dafür, dass es eben nicht rein regnet.

So imprägnierst du dein Zelt richtig:

  1. Zelt aufbauen – Um auch sicher keine Stelle zu vergessen, macht es Sinn das Zelt aufzubauen.
  2. Imprägniermittel auftragen – Beim Auftragen sollte keine Stelle übersehen werden.
  3. Imprägniermittel mit einer Bürste einarbeiten – Mit einer Bürste kann man das Imprägniermittel richtig in den Stoff einarbeiten.
  4. Einwirken lassen – Wie lange genau das Mittel einwirken muss, steht in der Packungsbeilage.
  5. Abspülen – Alle Rückstände von dem Imprägniermittel sollten abgewaschen werden.
  6. Trocknen lassen – Bevor das Zelt weggepackt wird, muss es vollständig getrocknet sein.

Hausmittel – essigsaure Tonerde & Kerzenwachs

Das wirksamste Hausmittel für eine Imprägnierung ist essigsaure Tonerde. Für eine Imprägnierung mit essigsaurer Tonerde brauchst du dein Zelt nicht aufbauen, es reicht wenn du es in einer Plastikwanne oder deiner Badewanne mit dem Hausmittel badest. Daraufhin brauchst du dein Zelt einfach nur aufhängen und trocknen lassen. Essigsaure Tonerde bekommt ihr praktisch überall, ihr könnt sie in eurem Drogeriemarkt kaufen oder auch im Internet bestellen. Achtung – von Kerzenwachs als Imprägniermittel für Nähte solltest du die Finger lassen. Ein Zelt ist meist echt teuer und das solltest du dir nicht durch ein kleines Do-It-Yourself Experiment ruinieren. Do-It-Yourself Campingvans hingegen sind eine

  • Kerzenwachs – ruiniert das Zelt!
  • Essigsaure Tonerde – wirkt!

Pflege – Tipps zur Reinigung und zum Schutz

Ihr solltet außerdem nicht vergessen euer Zelt regelmäßig zu reinigen und zu pflegen. Wascht euer Zelt niemals in der Waschmaschine oder mit einem Hochdruckreiniger! So kriegt ihr vielleicht den Schmutz raus, beschädigt aber schnell euer Zelt. Trockene Verschmutzungen wie Staub oder Sand können einfach ausgeschüttelt werden, hartnäckigere Verschmutzungen könnt ihr mit einem Waschmittel entfernen. Dafür müsst ihr aber unbedingt das Waschmittel, wie auf der Packung angegeben, mit Wasser verdünnen und könnt danach mit einem Schwamm oder einer Bürste den Schmutz entfernen.

Wascht euer Zelt vor dem trocknen ab und sorgt dafür, dass es keine Waschmittel Rückstände mehr auf dem Zelt gibt. Den Reißverschluss kannst du übrigens super mit einer Zahnbürste von Schmutz und Sand befreien und ihn so vor Abnutzung schützen.

  • Schmutz entfernen
  • Zelt regelmäßig reinigen
  • Reißverschluss vor Abnutzung schützen

Aufbau und Aufenthalt: Boden, Sonneneinstrahlung und Schuhe

Achte beim Aufbau darauf, dass unter dem Zelt keine spitzen Steine oder Tannenzapfen liegen. Diese können nämlich ein Loch in den Zeltboden machen. Da kann übrigens eine Zeltunterlage praktisch sein, denn sie schützt den Zeltboden vor Beschädigung. Vermeide direkte Sonnenbestrahlung. Das Zelt sollte bestenfalls im Schatten stehen und vor der Sonne geschützt werden, denn diese lässt den empfindlichen Zeltstoff schnell brüchig werden. Verschiedene Materialien sind natürlich empfindlicher als andere. Wenn ein Sturm bevor steht, sollte man auf jeden Fall an Abspannleinen denken. Die Leinen sollten schön straff gezogen werden und bei Regen nachgezogen werden, da sich viele Stoffe bei Feuchtigkeit ausdehnen. Verschiedene Campingplätze haben natürlich eine unterschiedliche Bodenbeschaffenheit. Auf Korsika kann es zum Beispiel oft vorkommen, dass das Zelt nicht gerade steht, weil die Campingplätze naturbelassen sind. Darauf sollte man auch gefasst sein.

Schuhe sollten auf jeden Fall draußen oder im Vorzelt bleiben. Diese bringen nämlich kleine Steinchen eins Zelt, die schnell feine Löcher in den Zeltboden bohren können.

Abbau: Zusammenlegen, einpacken und Feuchtigkeit

Beim Abbau macht es Sinn, das Zelt auf links zu drehen und auszuschütteln. So kann man sich sicher sein, dass keine Tannennadeln oder Steinchen das Zelt beschädigen können. Vor dem Einpacken solltest du außerdem sicher gehen, dass dein Zelt trocken ist. Auch wenn es nicht geregnet hat, hat sich höchstwahrscheinlich in der Nacht etwas Kondenswasser gesammelt oder der Boden, auf dem es stand, hat etwas Feuchtigkeit abgegeben. Deswegen am besten das Zelt über einen Ast hängen und warten, bis es komplett getrocknet ist.

Aufbewahrung und Reparatur

Zuhause sollte das Zet gut gelagert werden, um es vor Feuchtigkeit, Hitze und neugierigen Nagetieren zu schützen. Außerdem solltet ihr sicher gehen, dass das Zelt zu 100% trocken ist, bevor ihr es endgültig weg packt. Sonst fängt es schnell an zu schimmeln! Achte bei der Reinigung auf die richtigen Reinigungsmittel und sei sanft zu dem empfindlichen Zeltstoff. Halte dich an die Packungsbeilage um den Stoff nicht zu beschädigen.

Repariere kleine Risse und Löcher, versiegele die Nähte neu und teste die Wasserdichtheit mit einer Gießkanne zuhause, um in der Natur nicht wortwörtlich im Regen zu stehen. Keiner mag kalte Füße!

Schutz und Pflege: 9 Tipps

Hier noch einmal zusammengefasst, die 9 Tipps für dein Zeltschutz und -pflege:

  1. Achte auf Steine und Zapfen auf dem Boden, beim Zelt Aufbau
  2. Vermeide Sonneneinstrahlung (Wärmeentwicklung)
  3. Abspannleinen für festen Halt bei Wind und Sturm
  4. Schuhe im Vorzelt lassen
  5. Zelt beim Abbau gut ausschütteln
  6. Vor dem Einpacken richtig trocknen lassen
  7. Zelt richtig lagern (keine Feuchtigkeit, Hitze und neugierige Nagetiere)
  8. Richtige Reinigungsmittel (Packungsbeilage beachten)
  9. Kleine Risse und Löcher zuhause reparieren

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