Model und Stern-Kolumnistin Marie von den Benken über ihre vegane Ernährung, Zukunftspläne und Beautytipps!

Model, Autorin, Designerin, Influencerin – Marie von den Benken! Wir haben unter Anderem mit ihr über ihre vegane Ernährung, die Berliner Fashion Week und ihr absolutes Fashion No-go gesprochen.

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Maries Leidenschaft – Schreiben oder Modeln?

Marie, man kennt dich vor allem als Model, Designerin und Autorin. Mittlerweile ist es keine Seltenheit mehr, dass Models auch Influencer werden. Du bist dennoch eine der ersten gewesen bei denen es so geklappt hat und vor allem auch wichtige Themen wie Politik öffentlich anspricht. Was macht gerade deine Meinung so besonders, dass du sie sogar in deiner eigenen Kolumne im Stern veröffentlichen darfst?

Tja, das frage ich mich auch. Vermutlich gar nichts, und Philipp Jessen, der damals Chefredakteur beim „Stern“ war und mich dazu geholt hat, hat einfach niemand anderen gefunden, der über Themen wie Mode oder Germany´s Next Topmodel schreiben wollte.

Durch deine Arbeit als Model und Bloggerin, hast du weitaus mehr Einblicke in die Fashionwelt als manch anderer. Was gefällt dir denn am besten, das Modeln oder das Schreiben? Wenn du dich entscheiden müsstest, worauf könntest du auf keinen Fall verzichten?

Beides hat seinen ganz eigenen Reiz und seine Vorteile. Ohne das Modeln hätte ich sehr viel weniger von der Welt gesehen und mir vermutlich auch nicht diese Expertise erarbeitet, dass meine Meinung zu dem Bereich offensichtlich heute zumindest mal ein wenig Relevanz hat, so dass man mich darüber schreiben lässt. Wenn ich aber wirklich entscheiden müsste, was ich ja zum Glück nicht muss, würde ich vermutlich das Schreiben wählen. Zum einen ist Modeling, vor allem für Frauen, ja immer noch ein zumeist recht endliches Geschäft. Also eines mit einer Art Mindesthaltbarkeitsdauer, die so gegen den 30. Geburtstag oftmals bereits abgelaufen ist. Zum anderen gibt das Schreiben mir die größere kreative Vielfalt und Herausforderung. Ich darf mittlerweile für die größten Magazine schreiben, für riesige TV-Produktionen oder Drehbücher für Kinofilme. Ich glaube, ich schreibe demnächst einfach mal einen Roman und hoffe, dass irgendein Verlag verrückt genug ist, den dann auf den Markt zu bringen.

Marie ist auch Kolumnistin und schreibt für den Stern

In einem deiner Artikel besprichst du die Gefahren der Models, die zu Influencern werden. Mit deinen 245K Abonnenten auf Instagram zählst du doch genauso dazu. Was machst du anders, dass es bei dir keine Gefahr ist, dass sich das Influencer-Dasein mit dem Modelleben in die Quere kommt?

Ich bemühe mich, meine Kunden zu kombinieren. Ich bin ja jetzt auch kein Topmodel wie Toni Garrn oder Barbara Palvin, die natürlich aufpassen müssen, dass sie ihren Marktwert nicht mit schnellem Instagram-Geld verwässern. Aber auch ich passe da auf. Ich poste nicht mit einem Fitness-Tee in meiner Küche und verteile Rabattscheine. Ich stehe für Marken, die zu mir passen. Wie Grüngold, Stella McCartney, Strenesse oder La Biosthétique. Marken, die meine Philosophie teilen, die vegane oder nachhaltige Produkte herstellen und trotzdem in meinen Model-Lifestyle passen. Ich möchte vegane, gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit aus der Freak-Ecke in die Schaufenster der ganz großen Glitzerwelt bringen. Also, naja, dabei helfen. Und wenn die mich buchen, kann problemlos beides parallel laufen. Ich berichte als Influencerin ja sehr gerne über tolle Produkte oder Unternehmen, die die Welt schöner, aber auch ein wenig besser machen.

Niemand ist perfekt – ich finde es wichtig, dass man mit seinen Möglichkeiten versucht, seinen Teil beizutragen.

Auf deinem Blog lernt man noch eine ganz andere Seite von dir kennen: die politisch interessierte Veganerin. Vor allem als ein Teil der Social Media- und Fashionwelt gibt es ja noch viele weitere ethische Probleme. Wieso liegt dir da ausgerechnet der Veganismus so sehr am Herzen? Vor allem bei so vielen Reisen und Events sorgt dieses Thema doch bestimmt auch häufiger für Diskussionsbedarf und Schwierigkeiten. Wie gehst du damit um?

Das ist absolut richtig. Wenn man viel reist, hat man schnell mal eine Co2-Bilanz wie fünf chinesische Kohlekraftwerke. Ich bin erst Vegetarierin und später dann Veganerin geworden, als ich meine Katzen bekam. Zwei einfache Gedanken haben diese Entscheidung geprägt. Der eine war, dass ich meine Kätzchen angesehen habe. Echte Lebewesen, die einen eigenen Charakter haben, liebevoll sind und empfindsam. Genau so sind Schweine aber auch. Oder Hühner. Oder Rinder. Warum essen wir deren Fleisch, während wir das Essen von Katzen als abartig bezeichnen? Das ist doch unsinnig. Man tötet kein Leben, nur um sich zu verlustieren. Auch nicht, wenn das Lebewesen vielleicht nicht so niedlich und Haustier-geeignet ist wie eine Katze.

Der zweite Gedanke kam dann automatisch. Warum isst man überhaupt Fleisch? Fleisch ist ein Stück Leiche, das aus dem Kadaver herausgeschnitten und mit einer sehr aufwändigen Kühlkette so lange an der Verwesung gehindert wird, bis wir es mit sehr viel Gewürzen und Saucen schmackhaft zubereiten und dann essen. Das kommt mir nicht richtig vor. Mittlerweile kommt noch hinzu, dass es darüber hinaus auch nicht sehr gesund ist. Das war aber eingangs nicht meine Motivation.

Niemand kann auf der Welt existieren, ohne anderen zu schaden. Ich habe lediglich für mich selbst den Entschluss gefasst, mit allem, was ich tue, so wenig Schaden wie möglich anzurichten. Der Schritt vom Vegetarier zum Veganer war dann für mich nur die Konsequenz. Es gibt noch viele Bereiche in meinem Leben, in denen ich achtsamer und rücksichtsvoller auf meine Umwelt werden muss. Niemand ist perfekt – ich finde es wichtig, dass man mit seinen Möglichkeiten versucht, seinen Teil beizutragen.

Klassentreffen Berlin Fashion Week

Neulich bei der Fashion Week in Berlin warst du ja auch dabei. Was hat dir besonders gefallen, magst du allgemein die Fashion Weeks oder bedeutet das für dich eher Stress, vor allem als Gast und gleichzeitig als Journalistin?

So viele Shows, Events, Termine und Partys in so wenigen Tagen hat natürlich immer etwas Stressiges. Ich würde mir auch wünschen, die Fashion Week in Berlin würde ihrem Namen wieder mehr Ehre machen und eine ganze Woche dauern. Aber ich beschwere mich nicht. Es ist ein tolles Klassentreffen von Designern, Unternehmen, Influencern, Models, Promis und Brancheninsidern. Einige Designer sind mir sehr ans Herz gewachsen. Marina Hoermanseder beispielsweise, die jetzt auch vegane Taschen in ihrer Kollektion hat. La Biosthétique war jetzt in Berlin erstmals offizieller Beauty-Partner. Dann musste ich natürlich viel über die Modewoche schreiben. Dazu habe ich viele sehr nette Menschen aus diesem Model/Influencer-Zirkus wieder getroffen, die man sonst gar nicht so oft sieht, weil wir immer irgendwo an unterschiedlichen Orten unterwegs sind. Insofern mag ich die Fashion Week sehr gerne. Es gibt viel zu tun, aber es ist positiver Stress.

Junge Models, Beauty-Teams und Stylisten beeindrucken Marie immer wieder

In deiner ganzen Zeit als Model und Autorin hast du doch sicherlich schon viele inspirierende Menschen getroffen. Von welchen Menschen warst du besonders beeindruckt und warum?

Ach eigentlich finde ich es immer ein wenig undankbar, eine einzelne Person besonders herauszustellen. Zumal es dann ja meistens auf jemanden hinausläuft, der irgendwie prominent ist, weil man seine Leser ja nicht langweilen möchte mit Menschen, die sie gar nicht kennen. Dabei sind auf so einer Fashion Week die eigentlichen Helden oft im Hintergrund. Es sind die jungen Models, die sich die Tage vor der Modewoche tapfer dutzenden von Castings stellen, oftmals mit dem Ergebnis, dass kein einziger Job dabei rum kommt. Das muss man erst mal verarbeiten und positiv bleiben. Oder die Beauty-Teams und Stylisten. Ich bin sehr froh, mittlerweile ein kleiner Teil der LA Biosthétique Familie zu sein. Deren Team habe ich mal wieder hautnah bei einer Modewoche erlebt und ich kann wirklich sagen: Das sind fantastische Leute, die Bemerkenswertes leisten. Auf engstem Raum kreieren sie an einem Tag für bis zu 8 Shows hintereinander jeweils die Looks von bis zu 30 Models. Da bleibt kaum eine Stunde für jede Show. Das ist wirklich atemberaubend, wie professionell aber auch gleichzeitig kreativ dort gearbeitet wird.

Aber wenn ich eine bestimmte Person herauspicken müsste, wäre das Christiane Arp. Die Chefredakteurin der deutschen „Vogue“. Ich habe sie mal – übrigens auch während der Fashion Week in Berlin – für den „Stern“ interviewen dürfen. Dafür haben wir uns mehrfach getroffen. Sie hat sich diese Zeit einfach und ganz spontan genommen. Das war eine große Ehre. Und Frau Arp ist, das kann man wirklich nicht anders sagen, eine beeindruckende Frau mit einer besonderen Aura. Sie hat eine klare Vision von Mode und tut sehr viel dafür, junge Designer und den Modestandort Deutschland immer relevanter für den weltweiten Markt zu machen. Möglicherweise gäbe es ohne den Berliner Salon, den sie initiiert hat, die Fashion Week schon gar nicht mehr in Berlin.

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Maries perfektes Winteroutfit und ihre Tipps gegen trockene Haare und Haut!

Als Bloggerin sieht man ständig unterschiedliche Stylings und neue Trends und nicht immer gefallen sie einem. Findest du man kann im Jahr 2018 mittlerweile alles tragen und alle Styles / Farben / Muster miteinander kombinieren oder gibt es für dich bestimmte No-Go’s?
Wie sieht dein perfektes Winteroutfit aus? Welches Teil darf auf keinen Fall fehlen?

Ein No-Go ist für mich ein Styling, in dem sich die Trägerin nicht wohlfühlt. Selbst wenn zig Trends aufgegriffen werden, wirkt das Styling dann unbeholfen und verkleidet. Trends sind für mich nicht mehr und nicht weniger als eine Inspiration zur Erweiterung meines eigenen Stils. Wenn sie mir gefallen, mache ich sie mit – wenn nicht, dann eben nicht. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie an jemand anderem nicht super aussehen können. Mode bedeutet für mich vor allem Freiheit, Varianz und Akzeptanz. Allerdings nur bis zu einem bestimmten Maße – ein absolutes No-Go fällt mir nämlich doch noch ein: Echtpelz, zumindest in unseren Breitengraden und von Tieren aus Pelzfarmen. Es gibt heute so viele und so gute Fakefur-Alternativen – dafür muss heutzutage keinem Tier mehr die Haut abgezogen werden.
Mein perfektes Winteroutfit ist kuschelig und auf subtile Art dennoch ein wenig sexy: ein warmer Oversize Pullover, Overknee-Boots, ein dicker laaaanger Schal und natürlich eine Mütze!

Vor allem du als Veganerin benutzt bestimmt andere Pflegeprodukte, als die meisten Influencer und hast den einen oder anderen Tipp den meine Leser noch nicht kennen. Im Winter hat man so oft mit trockener Haut und Rötungen zu kämpfen. Was sind denn deine Top 5 Beauty-Essentials, ohne die du den Winter nicht überstehen würdest?

Was nicht so gut riecht, aber dafür super gegen spröde Hände im Winter hilft:

In deinen Artikeln wirkst du besonders sympathisch durch deine Wortwitze und deine bodenständige und offene Art. Hattest du bisher schon Situationen, wo das falsch angekommen ist und es problematisch wurde?

Mittlerweile wird das weniger, weil die Leute meine Art wahrscheinlich irgendwann akzeptiert haben. Klar gibt es auch jede Menge Leute, denen das nicht gefällt. Da muss man sich nur mal die Kommentarspalten unter meinen Kolumnen ansehen. Und es gab auch schon Promis, die sich wenig verständnisvoll gezeigt haben, wenn ein Spruch mal sie getroffen hat. Es ist eben nicht jeder so souverän wie zum Beispiel Michael Michalsky oder Thomas Hayo. Die bekommen Jahr für Jahr mehrere Monate lang die volle GNTM-Breitseite von mir ab, wissen aber, wie es gemeint ist. Wenn ich die beiden dann mal irgendwo treffe, ist es immer lustig und interessant und nie geht es darum, ob der eine oder andere Spruch vielleicht gemein war. Sie sind Profis und wissen, dass das dazugehört und dass das Format eventuell sogar ein wenig davon profitiert. Und sie nehmen sich selber nicht so wichtig, als dass sie jeden Wortwitz persönlich nehmen würden. Das ist übrigens eine sehr angenehme Charaktereigenschaft. Leider auch eine seltene.

Nicht immer ist das Modelleben luxuriös – Maries schlimmste Modelerfahrung

Es gibt nicht mal ein Danke. Man kommt sich vor, wie eine Ware.

Als Model erlebt man zwar viel und sieht viel von der Welt, jedoch ist nicht immer alles in dem Leben als Model so luxuriös, wie man es sich vorstellt. Was war deine schlimmste Erfahrung, die du bisher gemacht hast?

Klar, auch ich habe das durch. Gerade am Anfang einer Model-Karriere erlebt man viele Situationen, die später in den Erzählungen oft als klischeemäßige Übertreibung gewertet werden. Aber es ist Alltag. Du teilst Dir in Athen, Paris oder Tokyo mit 10 anderen Mädchen ein Appartement, das kaum größer ist als Dein Kinderzimmer und musst jeden Tag in einer völlig fremden Stadt 10 Termine wahrnehmen. Und bei den meisten heißt es dann: Oh, ja, okay, nee, nächste bitte. Es gibt nicht mal ein Danke. Man kommt sich vor, wie eine Ware. Meine schlimmste Erfahrung war aber sicher einer meiner ersten ganz großen Jobs für eine Haarfärbe-Werbung. Man schnitt mir die Haare kurz und färbte sie komplett rot. Man hatte mir vorher hoch und heilig versprochen, dass meine Haare danach wieder blond wie vorher sein würden. Doch dem Friseur gelang es nicht, den Rotton komplett aus meinen blonden Strähnen zu entfernen – diese blieben trotz mehrfacher Behandlung rosa. Es bliebt nur noch die Entscheidung: Alles blondieren, um danach zerstörte Haare zu haben. Oder alles braun. Ich weiß noch wie heute, wie schlimm das damals für mich war. Plötzlich Kurzhaarschnitt und braune Haare. Da ist ein GNTM-Umstyling ein Witz dagegen.

Wenn man so jung ist, wie ich damals, fühlt sich das grauenhaft an. Man kommt sich vor, als wäre alle Schönheit verflogen und die Jugend vorbei. Heute kann man darüber lachen. Es sind nur Haare.

Was hast du dir für Ziele und Vorsätze für das neue Jahr vorgenommen? Was darf man in Zukunft noch von dir erwarten?

Ich habe einige Ziele, ja, aber da bin ich abergläubisch. Ich darf nicht darüber sprechen, sonst gehen sie nicht in Erfüllung. Ich hoffe allerdings, dass man in Zukunft durchaus noch mal was von mir hören wird. Ich mag es eigentlich nicht so, groß über Dinge zu sprechen, die in der Zukunft liegen. Die man noch nicht sehen kann. Das wirkt für mich immer irgendwie so wie diese D-Promis, die in Interviews auf irgendwelchen roten Teppichen ihren Absturz in die Bedeutungslosigkeit mit dem Satz „ich arbeite gerade an einigen interessanten Projekten, da wird bald so einiges kommen“ verhindern möchten und dann kommt hinterher doch nichts, oder halt das Dschungelcamp. Was ich aber auf jeden Fall sehr hoffe, ist dass ich wieder bei „Promi Big Brother“ als Autorin dabei sein werde dieses Jahr. Wir hatten vergangenes Jahr ein tolles Team und auch einen sehr guten Draht zu den Moderatoren aufgebaut über die Zeit, so dass wir dieses Jahr quasi wirklich gemeinsam voll durchstarten könnten. Das würde mich wirklich reizen. Zwei Wochen eine tägliche Live-TV-Sendung, das ist Herausforderung pur. Aber mit diesem Team wie ein Kreativurlaub in einem Feriencamp in Köln-Ossendorf. In diesem Sinne: Hallo Sat1? Hört Ihr mich? Ich wäre dann wieder bereit! Außerdem habe ich gerade ein eigenes Unternehmen gegründet, dessen bescheidener Name Programm sein soll: „Marie, ´n paar Genies & die Rettung der Welt“. Wir möchten guten Content und Konzepte vor allem für nachhaltig produzierende Kunden kreieren. Ich hoffe, dass man davon auch das Eine oder Andere in diesem Jahr erwarten darf.

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