Adelina: Model im Interview- Auf den großen Laufstegen Berlin, Paris & Co. + Tipps für Beginner

Ein Traum vieler Mädchen ist es zu Modeln. In Modemetropolen wie Shanghai, Beijing, Berlin oder Paris modeln zu dürfen ist „the ultimate goal“. Der Weg dahin ist aber ein langer und anstrengender, den nicht jedes Model schafft. Umso erstaunlicher ist es, wenn ein Model das schafft.

Ich habe mit Adelina, einem Model aus Köln bei einem Shooting reden dürfen und ihr Fragen stellen können zu ihrem Einstieg in die Modebranche, ihren Highlights ihrer jetzigen Karriere und ihren Plänen für die Zukunft. Sie nimmt euch mit auf eine Reise vom asiatischen in den europäischen Raum mit und teilt die aufregendsten und witzigsten Geschichte mit uns!

Außerdem verrät sie uns ihre ultimativen Tipps für junge Models und gibt wichtige Werte auf den Weg junger Mädchen und Jungs mit. It’s all about Self-Love & Self-Confidence!

Einstieg ins Modeln – Bewerbungen & Castings

Viele Mädels träumen davon Models zu werden, doch nicht jeder weiß wie man in der Branche Fuß fasst. Bevor man auf Reisen geht und von Casting zu Casting rennt, muss man sich bewerben und hoffen, dass man die richtige Agentur findet, die in einem das potential sieht die jungen Mädchen zu schulen und anschließend zu vermarkten.

Adelina hat sich mit 17 Jahren bei vielen Agenturen in Deutschland beworben und auf gut Glück online ihre Bilder versendet. Natürlich sind die Voraussetzungen fürs Modelsein mehr als nur Glück, neben der richtigen Körpergröße und passenden Maßen, muss man auch Ausstrahlung oder das was die meisten als das gewisse Etwas bezeichnen, haben.

Ihre erste Zusage hat sie von Cocaine Models erhalten, die über 2 Jahre lang mit Shootings und Aufträgen wie bei der Fashion Week in Berlin Adelina geschult haben.

Dann war sie bereit ihre Jobs Angebote auf über den weiten Ozean zu erweitern.

Schule und Modeln – Geht das?

Eine Frage, die nicht nur die Models, sondern vor allem besorgte Eltern interessiert. Eine Modellkarriere beginnt ziemlich jung, dementsprechend kollidiert das mit der Schullaufbahn. Ich hab Adelina gefragt, wie es möglich ist beides unter einen Hut zu kriegen, eine gute Schulausbildung und das Modeln. Die Antwort der abgeschlossenen Abiturientin war ganz klar: Es ist wirklich machbar! Natürlich musste sie sich bei manchen Shootings beurlauben lassen, aber trotzdem hat sie die Schule nicht vernachlässigt. Sie hat ihr Abitur gemacht und in der Schulzeit hauptsächlich Erfahrungen innerhalb Deutschland gemacht.

Nach der Vollendung der Schule begannen ihre Auslands Aufenthalte. Ihre erste Reise ging direkt nach Asien, Shanghai, wo sie mehrere Shootings und Jobs ergatterte. Die letzte Reise war die Modehauptstadt Paris, in der sie es sogar auf das Cover eines Modemagazins schaffte. Dazu später mehr!

Mein persönliches Highlight – Shanghai, Paris & Berlin

Innerhalb 2 Jahren hat Adelina nicht nur viel Model-Wissen mitnehmen können, sondern hat auch große Teile der Welt sehen können. Zu ihren coolsten Aufträgen zählen die Fashion Weeks in Shanghai und Berlin, sowie ihr aktuelles Shooting für das Cover eines französischen Modemagazins!

Für sie selber war es zunächst ein echter Kulturschock, das erste Mal in Asien und das ganz allein! Aber die Erfahrung war unbeschreiblich und Adelina hat sich auch sehr gut gemacht. In Asien wird der Fokus sehr stark auf „Diversity“ gelegt, dort sind nicht die europäischen Standards wie Körpergröße und Maße  das Wichtigste. Es wird nicht nach dem typische Schön gefragt. Viel mehr geht es dort um Besonderheiten. So kam es vor, dass 1,65 m Models mit ihr bei Castings waren. Etwas, was in Europa unverstellbar wäre.

Trotzdem war Paris genauso ein Highlight für das junge Model. Es ist der Traum aller Models in der Modehauptstadt zu shooten, ganz zu schweigen vom Cover eines Pariser Modemagazins. Es fällt ihr immernoch schwer die ganzen Erlebnisse und Emotionen in Worte zu fassen. Direkt in der ersten Woche hat sie den Job ergattert. Ein überwältigendes und zugleich aufregendes Gefühl. Ein großer Unterschied zu Shanghai, aber auch dort hatte sie die komplette Unterstützung von der Agentur. Viele Models haben zu Anfang große angst und machen sich Sorgen, dass sie allein sind oder unter strenger Beobachtung arbeiten müssen. Die Agentur in Paris hat mit ihrem lockeren und freundschaftlichen Klima ein Stückchen Zuhause geboten.

Paris Cover – Emotionen

„Was ist das für ein Gefühl sich selber auf dem Cover einer renommierten Zeitschrift zu sehen?“ war mein persönliches Highlight am Interview. Mit 19 Jahren sich selber im Kiosk an der Ecke wiederzufinden ist nicht nur eine Errungenschaft für die Modelkarriere, sondern auch ein komplett neues Gefühl. Zuvor läuft man zwar auf Modeshows und Fashion Weeks, aber das Publikum ist begrenzt auf Modeinteressierte, Designer und Fotografen. Jetzt liegt man im Regal duzender Kiosks und Supermärkte, das heißt überall wird man gesehen. Ob von Teenies, die sich für die Beauty Tipps der Woche interessieren oder dem Geschäftsmann, der sein Auto kurz tanken wollte. Die Reichweite ist eine andere.

Als sie erfahren hat, dass ihre Fotos verwendet worden sind, wusste sie nicht dass sie es aufs Cover geschafft hat. Mit voller Erstaunen und einem großen Grinsen hat sie sich 6-7 Stück für die Familie, Freunde und Agenturen genommen. Erstmal war die Kiosk Frau verwirrt, aber als sie Adelina wiedererkannt hat hat sie sich gefreut und ihr herzlichst gratuliert.

Fahion Week – Berlin, Shanghai & Peking

Die erste Show war in Kooperation mit Cocaine Models in Berlin. Weitere folgten dann in Shanghai, Beijing, Peking. Es waren zwei komplett verschiedene Welten, was Mode, Feeling und Stylings angeht. Doch in beiden hat weder Aufregung noch Adrenalin nicht gefehlt! Es ist ein unbeschreibliches Gefühl vor dem Publikum zu laufen, das Adrenalin steigt, man muss  das gut verstecken können, dass jetzt so viele und vor allem so wichtige Menschen einem zuschauen.

Das ist auch der Grund, wieso Adelina Catwalks zu Shootings bevorzugt. Beim Shooting ist es natürlich auch immer ein neues Erlebnis und aufregend, aber die Atmosphäre ist lockerer, Fehler sind erlaubt und es ist nicht schlimm, wenn der Fotograf Tipps für bessere Posen gibt. Bei den Modeshows auf dem Laufsteg muss alles perfekt laufen und das beim ersten Versuch.

Pläne für die Zukunft – Modeln & Studium

Noch befindet sich Adelina in ihrem Jahr Pause, nach dem Abitur war das Jahr dem Modeln und den Reisen gewidmet, trotzdem möchte sie sich für das kommende Wintersemester für die Uni einschreiben. Ihr Plan hat keinen direkten Zusammenhang mit dem Modeln. Sie will International Management studieren, aber möchte das Modeln nicht aufgeben. Während der Semesterferien, die ja 1-2 Monate gehen, möchte sie im Ausland modeln. In der Zwischenzeit beschränken sich ihre Aufträge auf Shootings und Jobs in Deutschland. Aber sie ist sich sicher, dass man beides unter einem Hut kriegen kann. Anders als in der Schulzeit herrscht keine Anwesenheitspflicht und zu der Zeit hat es ja auch wunderbar gepasst.

Noch hat sie Zeit bis zum Unibeginn und die nutzt sie so weit wie möglich für Shootings und Jobs.

3 Tipps für Beginner

Wenn man so jung anfängt, ist es schwer alles auf Anhieb zu wissen. Es ist normal, das man im Nachhinein Sachen anders machen würde. Mir war es wichtig von Adelina zu wissen, was sie ihrem jüngeren Ich mit ihrere jetzigen Erfahrung empfehlen würden. Sie hat mir drei ultimative Tipps genannt, die nicht nur ihrem damaligen ich helfen würden, sondern jungen Mädchen und Jungs jetzt, die Model werden wollen.

  1. Am Selbstbewusstsein arbeiten
  2. Nicht alles gefallen lassen
  3. Sich nicht verstellen, um anderen es Recht zu machen

„Ich würde mir selbst sagen, dass man viel Selbstbewusstsein von sich heraus für den Beruf haben muss. Keiner sollte sich immer allem anpassen, was die Gesellschaft einem vorschreibt. Es ist wichtig sein Ding durch zuziehen, denn erst dann fühlt man sich befreiter und mehr komfortabel. Wenn du es versuchst allen anderen Recht zu machen, dann wirst du nicht glücklich. Ich pass auch nicht in das typische Schema der Gesellschaft, aber dadurch, dass ich mir selber treu bin, erfüllt mich das. Das würde ich anderen mit auf dem Weg geben!“

Der perfekte Look – Be yourself

Passend dazu musste ich auf ihren besonderen Look eingehen. Abrasierte Haare bei einer Frau sind nicht nur ein mutiger und cooler Look, sondern erregen doch bestimmt auch viel Aufsehen? Da bekam ich direkt eine coole Story aus China. Dort sind europäische Looks natürlich immer ein Phänomen und es ist normal, dass helle blauaäugie Menschen immer fotografiert werden, weil das sehr von der Norm abweicht und ein Schönheitsideal im asiatischen Raum ist. Dazu noch kurze Haare war der ultimative Auslöser für eine Gruppe von Asiaten Adelina auf der Straße zu fotografieren.

Aber auch in Deutschland kassiert sie mit ihrem pfiffigen Look viele Blicke. Anfangs hat sie das sehr stark gemerkt, heute blendet sie es aus. Für viele ist der Look schwer einzuordnen, so erklärt sie sich das Starren. Nichtsdestotrotz kriegt sie sehr viel positive Rückmeldung, vor allem über Online Plattformen wie Instagram. Sie wird oft gefragt, wie es dazu kam sich ihre Haare abzurasieren und viele wollen ihr diesen Schritt nachmachen, haben aber Bedenken oder zu wenig Mut. Adelina dient da nicht nur als Inspiration, sondern ermutigt andere, das zu machen, was ihnen ihr Gefühl sagt.

Ihre Entscheidung für die Frisur kam auch aus Herzen und Ungeduld die Haare wieder rauswachsen zu lassen!

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