Arya Shirazi: Fashion, Beauty & Commercial Fotograf – Interview

Arya Shirazi ist Fashion, Beauty und Commercial Fotograf aus Deutschland. Er hat schon für große Namen wie L’Oréal Paris, ELLE, L’officiel, Mediengruppe RTL und ProSieben gearbeitet. Heute erzählt er uns ein bisschen aus seinem Leben und dem Beruf als Fotografen.

Fotografie, Beruf, privates Leben: Arya Shirazi

FIV: Was bist du für eine Person? Wie würden dich Freunde und Familie beschreiben?

Arya Shirazi: Freunde und Familie – das macht für mich keinen Unterschied, sind mir super wichtig! Da lege ich sehr viel Wert drauf. Ich liebe die Momente, wenn ich alle bei mir im Wohnzimmer habe. Das ist ein perfekter Abend für mich: Dinner by Ari. Kochen ist auch eine meiner Leidenschaften – vor allem für meine Liebsten. In den schlimmsten Momenten nennt man mich mittlerweile auch Mariah, weil ich angeblich sehr impulsiv sein kann. Aber generell bin ich ein sehr liebevoller, dickköpfiger
und lustiger Mensch. Zumindest sagen das meine Freunde über mich – hab grad nachgefragt 🙂

Geheimtipps für Düsseldorf

FIV: Was bedeutet Düsseldorf für dich? Was sind deine Lieblingsorte und Geheimtipps zum Essen gehen in deiner Stadt?

Arya Shirazi: Ehrlich gesagt, war Düsseldorf nie meine Wahlheimat. Ich bin hier zur Hochschule gegangen und habe meinen Bachelor in Kommunikationsdesign gemacht. Damals bin ich noch von meiner Heimat Bonn nach Düsseldorf ca. 2 Std. pro Fahrt, gependelt. 5 Jahre später konnte ich meinem Schicksal nicht entkommen. Glaube, hier passt die Redewendung: „Wo die Liebe hinfällt“. Aber Düsseldorf ist für mich mittlerweile ein Teil von mir. Ich fühle mich hier sehr wohl, weil ich auch tolle Menschen um mich habe. Mein Geheimtipp hier in Düsseldorf ist die Aussichtsplattform auf der Tonhalle, da hast du eine schöne Aussicht über den Rhein. Mit einem Glas Wein und ein paar Snacks kann es auch romantisch sein. Wir gehen sehr gern mit unserem Hund Pluto, am Rhein in Oberkassel spazieren und wenn wir auswärts essen gehen, dann in unserem Lieblings Sushi Restaurant „BABA Sushi“ in Pempelfort. Wer kein Sushi mag (kann ich nicht verstehen), dem empfehle ich das Lokal „Oktopussy“ auch in Pempelfort.

FIV: Kannst du dich an dein erstes Foto erinnern, welches du jemals geschossen hast? Warst du in deiner Kindheit und Jugend schon kreativ und fotografiebegeistert?

Arya Shirazi: WOW, da müsste ich ein bisschen länger überlegen… Ich glaube, eins meiner ersten Fotos (Konzeptionell gesehen) habe ich von meiner Schwester gemacht. Als Kinder haben wir viele Shootings von unseren Lieblingskünstlern (Britney Spears, Aaliyah, Beyonce etc.) nachgestellt. Ich mag es irgendwie nicht, von mir selber zu sagen, dass ich ein kreativer Mensch bin, aber anscheinend bin es irgendwie und war es auch schon in meiner Kindheit so. Ich habe die Puppen meiner Schwester geklaut und hab für sie Klamotten designt oder ihnen eine neue Frisur verpasst. Das hat meiner Schwester natürlich nicht gepasst. Mein Opa war Zahnarzt, aber auch Künstler im Iran, seine Gemälde hängen noch in Museen. Mein Vater hat viel gezeichnet und war auch sehr kreativ und an Fotografie interessiert. Vielleicht habe ich etwas von ihnen geerbt? Mit Kameras und Videokameras bin ich aufgewachsen, also wusste ich sehr früh, wie sie funktionieren.

FIV: Wann und wie hast du angefangen regelmäßig zu fotografieren?

Arya Shirazi: Alles begann mit Britney Spears. #fanboy since I am 8 years old: Ich habe alles gesammelt, BRAVO, Poster, CDs usw.. Irgendwann fing ich an, mich dafür zu interessieren, wer denn eigentlich diese Fotos auf den Covern macht? Daraufhin bin ich auf David LaChapelle gestoßen. Damals ein riesen Vorbild für mich! Ich war und bin immer noch von seiner Arbeit fasziniert. Ich hab eine große Familie und dann habe ich angefangen, meine Schwester und all meine Cousinen zu fotografieren und dann habe ich sie irgendwann mit Models ausgetauscht- sorry for that. Haha nein, ohne Spaß, tatsächlich habe ich so angefangen, Porträts zu shooten.

FIV: Wie hast du dein Hobby zum Beruf gemacht? Hast du eine Ausbildung absolviert oder hast du bei einem Fotografen als Assistenz gelernt?

Arya Shirazi:In der 10. Klasse habe ich meine Fachoberschulreife beendet und bin danach auf die GlasfachGestaltungsschule in Rheinbach gegangen und hab dort mein Fachabi und eine Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten absolviert. Auf dieser Schule hatten wir auch Fotografie als Fach. Wir durften unsere Projekte und Ideen in dem zur Verfügung gestellten Studio und Fotolabor umsetzen. Während der Ausbildung gab es einen Tag der offenen Tür an der Hochschule in Düsseldorf. Zwei
Klassenkameradinnen berichteten von einem Eignungstest, den man machen müsste. Fotoarbeiten waren hier auch erlaubt. Das fand ich interessant, bewarb mich und bestand unerwartet die Prüfung mit dem Thema „In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod“ und durfte Kommunikationsdesign in Düsseldorf studieren. Während des Studiums habe ich einigen Fotografen assistieren können und somit meine Erfahrungen erweitern können.

Nach meinem Studium hab ich mich nicht für die Selbstständigkeit bereit gefühlt und ich fing daraufhin ein Volontariat als Bildredakteur in der Mediengruppe RTL an. Beste Entscheidung meines Lebens denke ich mir heute, weil ich damals nicht sicher war, ob es das Richtige für mich ist. Meine engsten Freunde habe ich in der Zeit dort kennengelernt und ich glaube sehr stark an Schicksale und für mich gibts keine Zufälle im Leben. Einen festen Plan für die Selbstständigkeit hatte ich nicht. Es hat sich alles so ergeben. Die MG RTL ist heute einer meiner wichtigsten Kunden und ich bin dankbar für die Menschen, die an mich so geglaubt haben, denn ohne sie wäre ich nicht in der Lage gewesen, mich so spontan selbstständig zu machen.

FIV: Inwiefern beeinflussen deine dir ausgesuchten Themengebiete Fashion und Beauty dein Privatleben?

Arya Shirazi: Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass es irgendwie mein Privatleben beeinflusst. Ich liebe es, wenn man auch mal nicht darüber nachdenken muss, was man gerade anziehen muss. Weißt du, wie ich das meine? Zum Beispiel liebe ich es, mit T-Shirt und Jogginghose – sorry Karl Lagerfeld – zu chillen und nicht mal darüber nachzudenken, aber vielleicht ist das schon eine Art Beeinflussung, oder?

FIV: Du hast eine Liste an allseits bekannten Kunden. An welches deiner bisherigen Projekte erinnerst du dich am liebsten zurück?

Arya Shirazi: Alle meine Projekte waren bisher cool! Mir ist immer wichtig, dass das Team sich versteht und dies ist in der Regel meistens der Fall. Ich finde aber auch, dass der Fotograf dies beeinflussen kann und es auch zu seiner Aufgabe machen muss, dass die Stimmung gut ist. Auch wenn es nicht unbedingt meine Bildsprache ist, shoote ich sehr gern die Bachelorette und den Bachelor. Das mache ich jetzt schon über 3 Jahre. Da wächst man als Familie zusammen und man freut sich auf die gemeinsame Zeit.
Eines meiner Lieblings-Shootings 2019 war aber auch die Fotostrecke mit Nadine Leopold für die Bulgarische ELLE. Man kennt Nadine als VS Angel und ich denke das es für jeden Fotografen ein besonderes Gefühl ist, jemanden vor der Linse zu haben, den man bewundert oder toll findet.

Fotografieren als Hobby

FIV: Heutzutage kann ja jeder Mensch mit seinem Smartphone Fotos machen und für Laien sind Unterschiede zu professionellen Fotografen mittlerweile schwerer zu erkennen als jemals zuvor. Worauf kommt es deiner Meinung nach wirklich an, was macht für dich einen guten Fotografen aus?

Arya Shirazi:Ich finde es nicht negativ, dass man heutzutage leichter gute Fotos mit Smartphones machen kann. Ob ein Laie es unterscheiden kann, wer es professionell macht und wer nicht, ist doch eigentlich egal, oder? Von mir aus soll jeder die Möglichkeit bekommen, sich kreativ auszutoben. Eine gute Kamera macht einen Fotografen nicht professionell. Ein Fotograf sollte ein guter Teamplayer sein und kein Ego-Ding daraus machen. Auf die Leute zugehen und nachempfinden können, was der Kunde zum Beispiel haben will, hilft auf jeden Fall. Bei freien Produktionen haben auch Hair & Make Up oder auch Stylisten ihre Vorstellung, die sollte man sich anhören und darauf eingehen. Es ist immer eine gemeinsame Arbeit. Du kannst das beste Team haben und das tollste Model auf der Welt, aber, wenn du einen doofen Typ hinter der
Kamera hast, dann sind die Bilder genauso doof.

FIV: Woher holst du dir deine Inspiration für deine Fotos?

Arya Shirazi: Das Leben ist eine Inspiration, die guten und schlechten Erfahrungen, die wir sammeln, die Musik, die wir hören, alles was wir sehen, kann eine Inspiration sein.
Ich bin in einer sehr großen Familie aufgewachsen und größtenteils habe ich sehr viele starke Frauen als Tanten und Cousinen. Die stärksten für mich sind aber meine Mama und meine Schwester, die durch die Krankheit meines Vaters, der heute im Rollstuhl sitzt, viel durchgemacht haben.

Die Frauen vor meiner Kamera sind stark, cool und lassen sich nichts gefallen!

Pläne & Ziele des Fotografen

FIV: Was sind deine weiteren Ziele und Pläne für deine Karriere? Wie soll dein Leben in 5 Jahren aussehen?

Arya Shirazi: Ich habe viele große und kleine Ziele. Ich denke aber nicht jeden Tag daran, weil ich fest davon überzeugt bin, dass jeder das bekommt, was er verdient hat. Mein Plan ist es, einfach weiterzumachen und an meine Träume zu glauben und fest davon überzeugt zu sein, dass man alles erreichen kann, was man möchte – trotz den Downs, die man zwischendurch mal haben wird 🙂 Wer weiß, vielleicht schaut sich irgendwann mal auch ein 8-jähriges Kind die Booklets seines Lieblingssängers an, die ich geschossen habe und will dann Fotograf werden?

Arya Shirazi Photography: Instagram
Arya Shirazi Photography: Website

Die FIV Redaktion wünscht dir weiterhin viel Erfolg!

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