Fashion Week Berlin Vlog – Tag 4 mit Nikeata Thompson, Fiona Erdmann und Massimo Sinato
Tag vier der Berlin Fashion Week, minus zwei Grad, und auf dem Runway im Kaufhaus Jandorf läuft die Show, auf die Insider seit Tagen warten: Ewa Herzog. Während draußen die Berliner Luft schneidet, ist drinnen die Stimmung so heiß wie selten — denn Backstage drängen sich Nikeata Thompson, Fiona Erdmann und Massimo Sinato. Unsere Vloggerinnen Soraya und Iva sind mittendrin, mit der Kamera in der Hand und nach einem kurzen Krankheits-Comeback wieder als Duo unterwegs. Wer den Vortag verpasst hat: Im Fashion Week Diary erzählen wir, warum dieser Modemarathon härter ist, als er auf Instagram aussieht.
Ewa Herzog im Kaufhaus Jandorf — warum diese Show das Highlight war
Das Kaufhaus Jandorf an der Brunnenstraße ist nicht zufällig zur Lieblings-Location der Berlin Fashion Week geworden. Das 1904 von Adolf Jandorf eröffnete Gebäude — später Teil der DDR-Modeinstitute — atmet eine Geschichte, die kein neugebauter Showroom kopieren kann. Genau diese Patina nutzt Ewa Herzog clever: Ihre Kollektionen leben vom Kontrast zwischen rohem Beton, abblätterndem Putz und perfekt geschneiderten Cocktailkleidern in Pastell, Roségold und tiefem Smaragd.
Die deutsch-polnische Designerin, die ihr Label 2010 gegründet hat, gehört seit Jahren zu den verlässlichsten Größen der Berlin Fashion Week. Ihre DNA: feminine Silhouetten, hochwertige Stoffe, Glamour ohne Kostümierung. Während andere Berliner Designer immer wieder mit Conceptual-Schock arbeiten, setzt Herzog auf das, was Frauen tatsächlich tragen wollen — und das ist im deutschen Mode-Establishment fast schon eine Provokation. Wer einmal eine ihrer Roben live gesehen hat, versteht, warum ihre Show stets die Promi-Dichte einer Marcel-Ostertag-Modenschau erreicht.
Promi-Flash Backstage: Nikeata, Fiona und Massimo
Backstage ist die Bühne hinter der Bühne. Wer hier steht, gehört dazu — und an Tag vier waren es drei Namen, die jeder kennt, der deutsches Fernsehen einschaltet:
Nikeata Thompson, geboren 1980 in London, aufgewachsen in Frankfurt, ist seit „Got to Dance“ und „Germany’s Next Topmodel“ das Gesicht der deutschen Choreografie-Szene. Ihre Präsenz auf der Fashion Week ist kein Zufall: Thompson coacht seit Jahren Models im Catwalk-Training und ist mit der Branche eng verflochten. Wer die Geschichte der Show hinter ihr nachverfolgen will, findet bei uns die komplette GNTM-Übersicht aller Staffeln mit Gewinnerinnen und Skandalen.
Fiona Erdmann, „GNTM“-Kandidatin der zweiten Staffel 2007, hat aus ihrer Reality-Bekanntheit das gemacht, was nur wenige schaffen: ein eigenes Business. Heute lebt sie in Dubai, betreibt einen Fitness-Blog und ist trotzdem zur Berlin Fashion Week eingeflogen. Das sagt viel über die Magnetkraft dieser Stadt im Januar.
Massimo Sinato, „Let’s Dance“-Profi seit 2010, kommt aus einer ganz anderen Welt — und genau das macht das Berliner Front-Row-Mosaik so besonders. Hier mischen sich Choreografen, Tänzer, Models und Designer auf einem Quadratmeter. Wer es einmal hinter den Vorhang geschafft hat, versteht: Backstage geht es weniger glamourös zu, als Instagram suggeriert. Es ist laut, eng, hektisch, und der Kaffee ist immer kalt.
„Berlin ist anders als Paris oder Mailand — hier zählt nicht das Geld, sondern die Idee. Das macht es anstrengend und schön zugleich.“ — eine Stimmung, die wir Backstage immer wieder hören.
Was Berlin von Mailand und Paris unterscheidet
Wer einmal in Mailand auf der Fashion Week war, kennt den Unterschied sofort. Mailand ist Geld, Marmor, Maßanzug. Paris ist Couture, Kunst, Kalkül. Berlin ist — und das meinen wir als Kompliment — chaotisch, ehrlich und experimentell. Die Berlin Fashion Week hat kein Chanel, kein Dior, kein Prada im Aufgebot. Sie hat dafür Designer, die mit kleinem Budget große Statements machen.
Die folgende Tabelle zeigt, wie unterschiedlich die vier großen Fashion Weeks ticken:
| Fashion Week | DNA | Top-Designer | Stimmung |
| Paris | Haute Couture | Dior, Chanel, Saint Laurent | Reserviert, elitär |
| Mailand | Luxus & Handwerk | Prada, Gucci, Versace | Glamourös, kommerziell |
| New York | Sportswear & Street | Michael Kors, Tom Ford | Pragmatisch, schnell |
| Berlin | Indie & Experiment | Ewa Herzog, Lena Hoschek, Marina Hoermanseder | Roh, ehrlich, jung |
Wer die Codes von Gucci oder die jahrhundertealte Geschichte von Christian Dior mit Berlin vergleicht, merkt schnell: Hier wird Mode neu gedacht, nicht nur neu inszeniert. Genau das zieht Designer wie Ewa Herzog an — und genau das macht Tag vier so spannend.
Vom Front Row in den Job: Wie Fashion Week wirklich Karrieren startet
Was viele nicht wissen: Die Fashion Week ist nicht nur Show, sie ist Jobbörse. Scouts beobachten Models, Designer suchen Praktikantinnen, PR-Agenturen verteilen Visitenkarten. Wer mit dem Gedanken spielt, in die Branche einzusteigen, findet auf Tag vier mehr Kontakte als in einem ganzen Jahr Bewerbungen schreiben.
Wir haben in den letzten Jahren mehrfach gesehen, wie aus einem Backstage-Gespräch ein Model-Job wurde. Wer den Weg ernsthaft gehen will, sollte den Unterschied zwischen Model-Casting und Catwalk-Training kennen — und wissen, was eine professionelle Model-Bewerbung ausmacht. Wie wir im Artikel zu „Model werden“ ausführlich zeigen, ist die Fashion Week zwar das Schaufenster der Branche, aber der eigentliche Job entsteht in den Wochen davor und danach.
Die Outfits an Tag vier — was Berlin im Januar wirklich trägt
Bei minus zwei Grad wird Streetstyle zur Disziplin. Wer in dünnem Slip-Dress vor das Kaufhaus Jandorf tritt, friert für das Foto — und dafür gibt es einen Begriff in der Szene: „Pneumonia Chic“. Soraya und Iva haben sich für die deutlich klügere Variante entschieden: Layering mit Statement-Mantel, robuste Boots, Beanie. Was an Tag vier 2024/2025 dominiert hat:
- Oversized Wollmäntel in Camel und Schwarz — der ewige Berlin-Klassiker
- Chunky Boots, oft mit Plateausohle — Komfort schlägt Couture
- Lederhosen, gerne in Bordeaux oder Tabak — die Alternative zur klassischen Jeans, eine Übersicht der wichtigsten Jeans-Marken haben wir separat zusammengestellt
- Leo-Print als Akzent — der Tiermuster-Trend bleibt 2025 hartnäckig
- Statement-Taschen, oft Vintage, gerne Mini
- Sonnenbrillen, auch wenn keine Sonne scheint
Was auffällt: Die Berliner Front Row trägt selten Logos. Während auf der New Yorker Fashion Week Markenschriftzüge das Bild dominieren, setzt Berlin auf stille Codes — gut geschnitten, gut gemacht, kein Branding. Das ist auch der Grund, warum die Stadt für Independent-Labels so attraktiv ist.
Was vom vierten Tag bleibt
Drei Tage, drei Vlogs, dutzende Shows, ein Krankheitstag, zwei Promis pro Quadratmeter und am Ende eine Kollektion, die zeigt, warum Ewa Herzog seit über einem Jahrzehnt zur ersten Liga der deutschen Mode gehört. Tag vier war kein lauter Tag — er war ein präziser. Und manchmal ist genau das die Art von Mode-Moment, die im Gedächtnis bleibt.












