Kobe Travel Guide: Sightseeing, Fashion Week & Lifestyle in Kansai

Kobe ist die sechst-größte Stadt in Japan. Sie liegt nördlich von Osaka Bay und insgesamt etwa 30 km westlich von Osaka selbst. Mit einer Einwohnerzahlen von 1,5 Millionen und als Teil des Ballungsraums Keihanshin ist Kobe eine der wichtigsten Städte in der Kansai-Region. Durch das schwere Erdbeben 1995 hat sich das Aussehen der Stadt stark verändert, seinen Charakter hat Kobe jedoch nicht verloren und verzaubert nach wie vor durch seine überraschende Vielseitigkeit und der für alle größeren Städte Japans so typischen Verschmelzung von alt und neu, Tradition und Fortschritt, Plattenbau und Grünanlagen, wie Sorakuen Garden oder Zuihoji Park. Lies hier mehr über Japans Metropolen Tokio und Kyoto.

In schwindelerregender Höhe über Kobe

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Nah am Wasser gebaut

Die Stadt Kobe ist lang und schmal, was ihrer Lage zwischen Küste und bergigem Land geschuldet ist. Wie überall in Japan ist der Mangel an nutzbarer Fläche auch in Kobe zu spüren – dank ihrer Nähe zur Küste und dem Meer ist es den Japanern jedoch gelungen, zwei künstliche Inseln zwischen Kobe und Osaka zu errichten, um die Grundfläche des Inselkomplexes Japan zu erweitern, namentlich Port Island und Rokkō Island.

Ohne Schnee durch den Winter

Das Wetter in Kobe besticht durch heiße Sommer und kühle Winter. Mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 15 bis 20 Grad Celsius lässt es sich hier das ganze Jahr über gut aushalten. Die heißeste Phase ist im August mit bis zu 32 Grad Außentemperatur – im Winter gehen die Temperaturen seltenst unter 0 Grad, so dass es in Kobe eigentlich so gut wie nie schneit.

Melting Pot Kobe: international beliebt

Übrigens: die Bevölkerung der Stadt verteilt sich zu etwa 13 % auf Menschen unter 14 Jahren, zu 67 % auf Menschen bis zu einem Alter von 64 Jahren und zu 20 % auf ältere Menschen über 65. Mit etwa 44.000 registrieren Nicht-Japanern ist Kobe sehr international besetzt, die häufigsten ausländischen Nationalitäten sind Süd-Korea und China sowie mit großem Abstand Vietnam und Amerika.

Die neun Gesichter von Kobe – alle Stadtbezirke im Überblick

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Nishi – frischer Fisch aus Akashi

Nishi ist der westlichste Bezirk Kobes und zudem mit fast 250.000 Bewohnern der einwohnerreichste Bezirk der Stadt. Nishi grenzt an die für ihren frischen Fisch bekannte Stadt Akashi – der Tempel Gessho-ji liegt übrigens auf dem 135. Meridian östlich von Greenwitch, welcher die japanische Normalzeit JST bestimmt. Deshalb wird die JST in Japan auch einfach Akashi-Zeit genannt.

Kita – Naturparadies am Berg Rokko

Aufgrund seiner bergigen Struktur ist Kita der zum Wandern am besten geeignete Bereich Kobes. Die beiden Berge Rokkō und Maya laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein – der Rokkō Alpine Garden beispielsweise bietet gerade im Herbst ein beeindruckendes Aufgebot an Farben und pflanzliche Vielfalt und ist das perfekte Zeil eines Tagesausflugs in die Natur. Wer Entspannung sucht, ist im Arima Onsen ausgezeichnet aufgehoben. Die heiße Quelle ist ein absoluter Geheimtipp und liegt gut geschützt hinter dem Berg Rokkō. Sie ist übrigens eine der ältesten Quellen überhaupt und wird schon in historischen Texten aus dem 8. Jahrhundert mehrfach erwähnt. Übrigens: Rokkō überragt die gesamte Stadt mit stolzen 931 Metern Höhe!

Arima Onsen – heiße Quelle, Fußbad & Mouchi mit Allan Tee

Tarumi – über die Brücke nach Awajji

Der Bereich um Tarumi war ursprünglich kein Teil der Stadt und wurde erst 1946 eingemeindet. Tarumi ist hauptsächlich reines Wohngebiet und bietet wenig Attraktionen für Touristen. Einen Besuch wert ist allerdings die Akashi-Kaikyō-Brücke, die die Hauptinsel Honshū über Tarumi mit dem südlichen Awaji auf Awajishima verbindet. Mit einer Stützweite von 1.991 Metern ist sie die längste Hängebrücke der Welt – ihre tatsächliche Länge beträgt sogar 3.911 Meter!

Die längste Hängebrücke der Welt – die Krönung des Brückenbaus

Suma – Sommer, Sonne, Strand und mehr!

Dieser Stadtbezirk erstreckt sich im westlichen Teil der Stadt entlang der Küste und der Osaka Bay. Vormals ein Bilderbuch-Stadtteil mit wunderschönen kleinen Holzhäusern, ist Suma seit dem starken Erdbeben von Kobe Ende der 90er Jahre nicht mehr das Selbe. Doch die berühmte Strandanlage im Suma Kaihin Kōen Park begeistert nach wie vor ganzjährig, aber vor allem natürlich während der Sommer-Monate zahlreiche Besucher und lädt zu ausgedehnten Spaziergängen und Strandparties ein.

Nagata – die besten Schuhe in ganz Japan

Nach Zahlen gesehen leben hier im Vergleich zu den anderen acht Stadtbezirken am wenigsten Menschen und auch flächenmäßig ist Nagata der kleinste Bezirk der Stadt. Dennoch herrscht hier mit knapp 9.000 Einwohnern pro km² die höchste Bevölkerungdichte – ein Großteil der Menschen hier zählt zu dem einkommensärmsten Anteil Kobes. Nagata ist bekannt für seine Schuhproduktion und ist bis heute führend in ganz Japan. Hervorzuheben ist auch der Nagata Schrein, einer der die größten Schreine der Stadt.

Hyōgo – von der Zeit gezeichnet

Hyōgo ist das historische Herz der Stadt und wurde im Laufe der Geschichte unter verschiedenen Namen geführt. Einst war es der Geschäftskern von Kobe, doch seit den schweren Schäden, den die Gegend durch den Zweiten Weltkrieg erlitten hat, konnte sich Hyōgo nie wieder vollständig erholen. 2004 wurde der Stadtbezirk durch verheerende Überschwemmungen weiter in Mitleidenschaft gezogen. Heutzutage leben die Menschen hier zu einer Bevölkerungsdichte von 655 Einwohnern pro km² – ein schwacher Abklatsch von früher.

Chūō – von Motomachi bis Harborland und Chinatown

Das heutige Geschäfts- und Unterhaltungszentrum der Stadt ist eindeutig Chūō – das Stadtzentrum Sannomiya, das Büro- und Geschäftsviertel Motomachi sowie das beliebte Einkaufsviertel Harborland direkt am Hafen bilden maßgebliche den Charakter der Gegend. Die künstliche angelegten Inseln Port Island und Kobe Flughafen sind ebenfalls Teil von Chūō. Kobes stadteigenes Chinatown Ninkanmachi ist neben Nagasaki und Yokohama eines der bedeutensten Ballungsräume für Einwohner chinesischer Abstammung in Japan – unter Chinesen wird aufgrund der historisch negativ behafteten Wortnutzung der Begriff “Tangren Jie” bevorzugt.

Harborland Tour: Tiger im Einkaufsviertel von Kobe

Nada – Uni, Zoo und Sake-Produktion

In Nada befindet sich der Oji Zoo und das Oji Stadion sowie die Universität Kobe. Zusammen mit dem Nachbarbezirk Higashinada ist Nada vor allem für seinen Sake bekannt. Addiert man die jährliche Produktionsrate an Reiswein mit der von Fushimi in Kyoto, werden hier ganze 45 % der gesamten Landesproduktion an Sake gewonnen!

Higashinada – feiern in Kobe zum Wagenfest

Der Bezirk Higashinada liegt im östlichen Teil der Stadt. Einen Großteil der Fläche macht die künstliche Insel Rokkō aus, welche Anfang der 1990er fertig gestellt wurde. Die Kōnan-Universität sowie die Canadian Academy, eine internationale Hochschule, befinden sich in Higashinada ebenso wie zahlreiche Museen, nicht zuletzt natürlich die Hakutsuru-Galerie, benannt nach dem großen Sakehersteller Hakutsuru. Der Okamoto-Pflaumengarten lässt Botaniker-Herzen höher schlagen und zum Danjiri-Matsuri kommt im Mai die ganze Stadt zusammen, um zu feiern.

Wirtschaftszentrum Kobe – Aufschwung der Stadt

Wirtschaftlich gesehen ist Kobe ein bedeutender Knotenpunkt auf Japans Hauptinsel Honshu. Große und namhafte Unternehmen wie UCC haben ihren Sitz in Kobe, aber auch verschiedene Firmen der Kawasaki-Gruppe sowie der Mitsubishi-Gruppe finden sich hier. Einige japanische Unternehmen hat es im Laufe der Zeit nach Tokio verschlagen, doch für internationale Unternehmen hat die Stadt ihren Reiz nicht verloren und so finden sich hier die Sitze vieler erfolgreicher Unternehmen wie dem Pharmariesen Eli Lilly & Company, dem Konsumgüter-Konzern Procter & Gamble, Boehringer Ingelheim – dem größten forschenden Pharmaunternehmen Deutschlands – sowie der schweizer Nahrungsmittel-Konzern Nestlé.

Teamwork mit Partnern & Schwesterstädten weltweit

Neben offiziellen Städte-Partnerschaften mit Tianjin in China, Philadelphia, USA, und Daegu in Süd-Korea sowie zahlreichen Schwesterstädten ist der Hafen von Kobe Sister Port zu den Häfen in Rotterdam, Niederlande, und Seattle, USA.

Forschung in Kobe: High-End-Technologie & Supercomputer

Ferner sind viele Forschungsinstitute in Kobe präsent, allen voran das RIKEN Kobe Institute Center for Development Biology and Medical Imaging Ttechniques. Ein Beispiel für die Arbeiten am RIKEN – kurz für “Rikagaku Kenkyūjo”, was soviel wie Physikalisch-chemisches Institut bedeutet – ist der K-Computer, den RIKEN zusammen mit Fijutsu entorfen hat. Mit einer Rechenleistung von 10,51 Petaflops belegte der K-Computer 2011 den ersten Platz unter den schnellsten Rechnersystemen der Welt!

Die Entstehungsgeschichte des K-Computers von 2006 bis 2012

Attraktionen und Kultur: Luxusfleisch, Golf und Kobe Fashion Week

Abgesehen vom Reiswein ist hat auch das berühmte Kobe Beef seinen Ursprung in Kobe und ist nach Rindern der japanischen Rasse der Tajima-Rinder aus der Region rund um Kobe benannt. Es ist das teuerste Rindfleisch der Welt. Das Fleisch besticht durch seine starke Marmorierung und den geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren. Marktpreise reichen von 400,00 Euro bis 600,00 Euro pro Kilogramm – der EU-Import von Kobe Beef ist übrigens erst seit dem Sommer 2014 möglich!

Food Guide Kobe: von Akashiyaki bis Kobe Beef mit Lyz Kelly

Von Jazz bis Wrestling und Futsal – Musik & Sport in Kobe

Jedes Jahr im Oktober findet das Musik-Event “Kobe Jazz Street” statt, doch nicht nur kulturell hat die Stadt nahe Osaka viel zu bieten. In Kobe befinden sich sowohl die 1935 eingeweihte erste Moschee Japans als auch der Anfang des 20. Jahrhunderts in Japan gegründete erste Golfclub des Landes. Generell wird Sport in Kobe groß geschrieben – es hat eine reiche Tradition in den Sportarten Baseball, Fußball, Rugby, Volleyball und Wrestling sowie Futsal, einer vom Weltfußballverband FIFA international anerkannte Variante des Hallenfußballs, bei der fliegende Wechsel im manschaftseigenen Bereich möglich sind und der Ball Im Ruhezustand nicht länger als vier Sekunden kontrolliert werden darf.

Modezentrum Kobe: Kobe Fashion Week

In Kobe gibt es ein Sprichwort: „If you can’t go to Paris, go to Kobe“, denn Kosmopolit und Mode sind hier besonders wichtig. Zweimal im Jahr wird hier die Kobe Fashion Week abgehalten und die wichtigsten Designer des Landes sowie zahlreiche internationale Gäste kommen hier zusammen. Die Kobe Collection wurde 2002 ins Leben gerufen und war bis zu ihrer Einstellung 2007 ebenfalls eine der wichtigsten Fashion Shows der Region. Das Kobe Fashion Museum wurde übrigens von CNN zu den Top 10 der Welt gekürt!

CSE TV News: Interview mit Mode-Gott Keitaro Takada

Impressionen: Kobe Collection x Tokyo Girls Collection

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