Tokio erleben: Reisetipps & Erfahrungsberichte von Adachi bis Tait┼Ź

Als eine der bekanntesten Metropolen im ├Âstlichen Asien ist Japans Hauptstadt Tokio so ziemlich jedem Menschen ein Begriff. Doch wie viele unterschiedliche Gesichter Tokio hat, erf├Ąhrt man erst, wenn man selbst einmal dort gewesen ist. Im Stadtkern pr├Ąsentiert sich die Stadt hell erleuchtet – von den vielen Reklametafeln, Billboards, Firmenlogos und Lichtern ist der Blick kaum abzuwenden – und lebendig. ├ťberall sind Menschen, zielstrebig auf dem Weg zu Arbeit, Schule, Uni oder fr├Âhlich zu den aktuellen Charts tanzend im U-Bahn-Schacht. Tai Chi in einem der zahlreichen Parks der Stadt, Stra├čenk├╝nstler, M├Ąnner und Frauen in Kimonos, kleine Kinder im Panda-Kost├╝m – die Menschen in Tokio sind so facettenreich wie ihre Stadt.

Tokio im  Wandel der Zeiten

In Tokio leben heutzutage ├╝ber 9,5 Millionen Menschen, doch wenn man nur wenige Jahrhunderte zur├╝ckschaut, stand dort nichts als eine kleine Siedlung nebst Fischereihafen namens Edo. ├ťbrigens: ihre Wurzeln reichen sogar bis in die Steinzeit zur├╝ck! Im 15. Jahrhundert wurde nahe der Siedlung eine Burg errichtet, historische Bedeutung erlangte die heutige Weltmetropole allerdings erst Ende des 16. Jahrhunderts, als Shogun Tokugawa Ieyasu Siedlung und Burg in Besitz nahm und wenige Jahre sp├Ąter im Jahre 1603 zur Hauptstadt seines Shogunats bestimmte. Als Shogunatssitz unterlief die Stadt Edo zahlreiche Wandel und Ver├Ąnderungen, bis Mitte des 19. Jahrhunderts Kaiser Mitsuhito von Kyoto aus umsiedelte und die Stadt – mittlerweile Wohnort von etwa 1 Million Einwohnern – in die ÔÇťkaiserliche Residenzstadt im OstenÔÇŁ umbenannte, also Tokio.┬áMittlerweile ist Tokio eine richtige Kulturmetropole mit zahlreichen Theatern, Museen und Parkanlagen, und doch hat sie ihren Ursprung nie vergessen. So reihen sich neben die zahlreichen modernen Geb├Ąudebl├Âcke, die in den Himmel ragen, ├╝berall auch historische Geb├Ąude und Tempelanlagen. Es ist eine ungew├Âhnliche und einzigartige Harmonie zwischen Moderne und Antike, so typisch f├╝r Tokio, und spiegelt sich auch in den beiden gr├Â├čten und bedeutsamsten Sehensw├╝rdigkeiten der Stadt wieder: dem alten Kaiserpalast und dem Tokio Tower mit 333 Meter H├Âhe.

Drohnenflug – Sight Seeing ├╝ber den D├Ąchern Tokios

Tokios 23 Stadtbezirke und ihre Besonderheiten

Adachi – beeindruckt mit gro├čer Senju-Br├╝cke

Ein kleiner Bezirk im Norden Tokios. Bedeutsame Sehensw├╝rdigkeit ist die gro├če Senju-Br├╝cke, die die einzelnen Gebiete innerhalb des Bezirks miteinander verbindet.

Arakawa – direkt am Flussufer des Arakawa

Dieser Bezirk ist benannt nach dem gleichnamigen Fluss.

Bunky┼Ź – Standort der erstklassigen Universit├Ąt Tokio

Der Bildungsbezirk Tokios mit zahlreichen Bildungseinrichtungen und Sehensw├╝rdigkeiten, u. a. der Universit├Ąt Tokio und dem Tokyo Dome.

Chiyoda – von Kaiserpalast bis Sega World

Der Regierungsbezirk und Hauptsitz zahlreicher Gro├čunternehmer. Hier befinden sich der Kaiserpalast, die alte Burg Edo und viele andere historische Geb├Ąude. In Chiyoda gibt es zudem auch das ber├╝hmte Vergn├╝gungsviertel Akihabara, Herz des japanischen Elektrohandels und DIE Anlaufstelle f├╝r alle Fans von Videospielen, Anime und Manga – die Sega World mit acht Stockwerken ist nur ein Beispiel von vielen. Cosplay-Caf├ęs und Fantreffen sind hier an der Tagesordnung und die letzten Feiernden verlassen Akihabara oft erst am n├Ąchsten Morgen wieder. Chiyoda ist einer der bev├Âlkerungs├Ąrmsten Bezirke Tokios, allerdings finden sich hier tags├╝ber die 20-fache Menge an Arbeitern und Pendlern ein!

Ch┼ź┼Ź – ausgedehntes Shopping in Ginza

Eines der Hauptgesch├Ąftszentren von Tokio inklusive der Prachtmeile Ginza (DEM Shopping- und Vergn├╝gungsviertel in Tokio!) und dem ber├╝hmten Tsukiji-Fischmarkt.

Edogawa – Geburtsort von Trend-Musiker Kazuya Kamenashi

Benannt nach dem nahe gelegenen Fluss und Heimatstadt von Kazuya Kamenashi, Mitglied der erfolgreichen J-Pop-Band KAT-TUN.

Itabashi – medizinische Vorreiter der Nihon-Universit├Ąt

Der Industriebezirk Tokios mit Gesch├Ąftsviertel im Norden und vier gro├čen Universit├Ąten, u. a. die medizinische Fakult├Ąt der Nihon-Universit├Ąt

Katsushika – Wohnort von ├╝ber 400.000 Japanern

Dieser Bezirk war urspr├╝nglich ein Zusammenschluss aus mehreren D├Ârfern und Kleinst├Ądten und stellt nun haupts├Ąchlich Wohnraum f├╝r die Bev├Âlkerung Tokios.

Kita – attraktiv f├╝r Jung & Alt: der Asukayama-Park

Dies ist zwar einer der kleinsten Bezirke Tokios, doch mit 80% reiner Wohnbev├Âlkerung auch einer der bev├Âlkerungsreichsten. Neben dem Umlegebahnhof Akabane befindet sich hier der erste ├Âffentlich zug├Ąngliche Park Tokios, der Asukayama-Park.

K┼Źt┼Ź – weltbedeutende Ausstellungen in der Tokyo Big Sight

Ein Bezirk, der zum Gro├čteil durch Neulandgewinnung erbaut wurde, und Standort der internationalen Ausstellungshalle Tokyo Big Sight sowie der Toyko Gate Bridge.

Meguro – voller Diplomaten & Botschaften

Eine Kombination aus reinem Wohngebiet und Diplomatenviertel. Hier ist der Sitz zahlreicher internationaler Botschaften, besonders der westasiatischen L├Ąnder sowie Afrikas, aber auch das Honorargeneralkonsulat Islands.

Minato – Tokyo Tower, Tokyo Midtown & Roppongi

Hier finden sich neben einer Vielzahl von Bildungseinrichtungen auch einige Sehensw├╝rdigkeiten wie der Tokyo Tower und der Hochhauskomplex Toyko Midtown mit den h├Âchsten Wolkenkratzern der Stadt sowie das Luxusviertel Roppongi. Weiterhin ist Minato Sitz der Tech-Konzerne Sony, Toshiba und NEC Corporation.

Nakano – unterteilt in 18 einzelne Viertel

Dieser Bezirk setzt sich aus 18 Stadtvierteln zusammen und wird durch mehrere Fl├╝sse geteilt. Nakano ist zwar an das U-Bahn-Netz angebunden, hat aber keine eigene Autobahn.

Nerima – ├╝ber hundert Jahre Karussell

In diesem Bezirk finden sich haupts├Ąchlich Wohngeb├Ąude und einzelne Parks. Im Vergn├╝gungspark Toshima-en kann man das ├Ąlteste noch betriebene Karussell der Welt bestaunen – es wurde 1910 in New York erstmalig in Betrieb genommen!

┼îta – Tempelanlage Homon-ji aus dem 13. Jhd.

Dies ist der fl├Ąchengr├Â├čte Bezirk Tokios und nach Einwohnerzahl der drittgr├Â├čte. Hier findet sich auch der ber├╝hmte Homon-ji, ein buddhistischer Tempel aus dem 13. Jahrhundert.

Setagaya – Luxusbezirk mit ├╝ber 800.000 Bewohnern

Dies ist mit Abstand der bev├Âlkerungsreichste Bezirk der Stadt. Von den ├╝ber 9 Millionen Einwohnern Tokios leben ├╝ber 800.000 hier in Setagaya. Es ist eines der teureren Wohngebiete mit etwa 60% reiner Wohnbebauung. Der Carrott Tower mit einer H├Âhe von 124 Metern befindet sich ebenfalls hier.

Shibuya – Shopping & Spa├č in Shibuya

Das Vergn├╝gungsviertel Shibuya ist Teil des gleichnamigen Bezirks. Die Einkaufsstra├če Senta-gai ist eine der beliebtesten Einkaufsm├Âglichkeiten f├╝r Tokios junge Bev├Âlkerung. Die weltweit bekannte Statue des Shiba Inu Hachiko steht direkt vor dem Bahnhof Shibuya. ├ťbrigens: aufgrund der Masse an Informationstechnik-Firmen wird Shibuya im Volksmund oft auch Bit Valley genannt!

Shinagawa – 6.000 Hotelzimmer in Bahnhofsn├Ąhe

Eine Vielzahl von Universit├Ąten und Firmensitzen findet sich hier in Shinagawa. Besondere Aufmerksamkeit erlangt der Bezirk jedoch aufgrund der in Tokio h├Âchsten Konzentration von Hotels und ├ťbernachtungsm├Âglichkeiten, allein 6.000 Zimmer rund um den Bahnhof Shinagawa!

Shinjuku – gr├Â├čer, sch├Âner, besser

Der Bahnhof Shinjuku ist in Tokio besonders hervorzuheben: er ist einer der Bahnh├Âfe mit dem h├Âchsten Passagieraufkommen weltweit! Aber auch sonst ist in Shinjuku alles gr├Â├čer, besser oder erfolgreicher: das wichtigste Kommerz- und Verwaltungszentrum Japans befindet sich hier, ebenso der gr├Â├čte Einkaufsdistrikt in ganz Japan, das gr├Â├čte und ├Ąlteste Vergn├╝gungsviertel Japans… Yayoi Kusama, eine der bedeutsamsten japanischen K├╝nstlerinnen der Nachkriegszeit, lie├č hier ihr eigenes Yayoi Kusama Museum errichten. ├ťbrigens: Shinjuku unterh├Ąlt eine Partnerschaft mit dem Bezirk Dongcheng in Peking sowie dem Bezirk Mitte in Berlin.

Suginami – Bildung in ├╝ber 100 Einrichtungen

Dieser Bezirk ist ├╝berwiegend Wohngebiet mit nur vereinzelten Industrieansiedlungen. Es gibt hier insgesamt 47 Grundschulen, 32 Mittelschulen, 21 Oberschulen, 6 Universit├Ąten und 11 Bibliotheken!

Sumida – Sumo & Sumida Hokusai

Auch in Sumida leben ├╝berwiegend Menschen. Es gibt hier einige Museen, darunter auch das architektur├Ąsthetische Sumida Hokusai Museum sowie die Ryogoku Kokugikan Sumo Hall.

Toshima – International in Tokio

Dieser Bezirk besteht etwa zu 47% aus Wohngebiet, dazu kommen ├Âffentliche Pl├Ątze und einige Handelsunternehmen. Mit einer nicht-japanischen Bev├Âlkerung von etwa 15.500 Menschen ist Toshima einer der internationalen Bezirke Tokios. Auch hier finden sich einige Bildungseinrichtungen, darunter auch die Musikhochschule Tokio.

Tait┼Ź – Sumidagawa-Hanabi, das gr├Â├čte Feuerwerksfest

In Taito befinden sich die Vergn├╝gungsviertel Asakusa und Ueno. F├╝r Kultur und Unterhaltung findet hier jeder das Richtige, sei es das Nationalmuseum f├╝r westliche Kunst, das Daimyo Clock Museum oder der Ueno-Zoo. Zudem wird in Taito gern gefeiert, das Sumidagawa-Hanabi, gr├Â├čtes Feuerwerkfest Japans, und das Sanja-Matsuri finden beide j├Ąhrlich hier statt.

Der Reisef├╝hrer f├╝r Tokio

Holidays Extras Travel Guides erkl├Ąrt, wie man am einfachsten und bequemsten nach Japan reist und welche Sights und Attraktionen beim ersten Besuch in Tokio nicht fehlen d├╝rfen.

Die Tokyo Metro – verewigt auf einem Nike-Sportschuh

Nike hat sich bei der Design-Kreation der neuen Air Max Serie von den gro├čen Metropolen der Welt Inspirationen eingeholt. Das labyrinth-artige Schienennetz der Tokyo Metro findet sich im Modell „Tokyo Maze“ wieder und ist ebenfalls namensgebend f├╝r den neuen Sportschuh.

Luxusleben Tokio – die teuersten Wohnungen der Welt

Das Leben in Tokio ist eine kostspielige Sache – besonders die Wohnungspreise sind horrende, gibt man sich nicht mit dem absoluten Minimum zufrieden. In Ginza beispielsweise kann man f├╝r eine 13m┬▓ gro├če Wohnung durchaus an die 800,00 Euro monatlich rechnen, f├╝r 50m┬▓ in Shibuya sogar zwischen 2.500,00 Euro und 3.000,00 Euro im Monat und in Akihabara ist eine Monatsmiete von 1.200,00 Euro f├╝r eine 35m┬▓ gro├če Wohnung ein richtiges Schn├Ąppchen!

Zwischen Leistungsdruck und sp├Ąter Rente

Die Menschen in Tokio sind vielleicht gerade deshalb besonders ambitioniert. Anspr├╝che an akademische und berufliche Leistungen sind hoch, was vor allem die Kinder immer wieder deutlich zu sp├╝ren bekommen. Man muss flei├čig sein, und sp├Ąter hart arbeiten, damit die eigenen Kinder es einmal besser haben werden. Allein der Faktor ├Âffentliche Schule oder privates Institut beeinflusst die zuk├╝nftige Karriere ma├čgeblich. Der Erwartungsdruck, dem die Menschen hier ausgesetzt sind – im Privaten wie auch im Gesellschaftlichen – l├Ąsst alle von morgens fr├╝h bis abends sp├Ąt arbeiten, eine 40-Stunden-Woche plus 40 ├ťberstunden pro Monat ist hier der Standard und ein Feierabend ach 23:00 Uhr keine Seltenheit. Dies beeintr├Ąchtigt die Gesundheit der Japaner sehr, zudem die Menschen erst sehr sp├Ąt – mit 67 Jahren – in Rente gehen, doch dennoch werden Japaner im Schnitt deutlich ├Ąlter als irgendwo sonst auf der Welt.

Kreativer Ausbruch von Gegens├Ątzen

In diesem Kontext ist es verst├Ąndlich, dass die Menschen in Tokio zuweilen etwas unterk├╝hlt wirken – wie die Ameisen treibt es sie von einem Ort zum n├Ąchsten, immer zielstrebig, immer fokussiert – wie R├Ądchen in einem Getriebe. F├╝r ein nettes L├Ącheln oder eine Entschuldigung bleibt da keine Zeit und die notwendige Energie daf├╝r wendet man lieber auf noch mehr Arbeit an. Dennoch ist der Lifestyle gerade in Tokio auch kontrastreich, bunt, laut und schrill. Es gibt nichts, was es nicht gibt – und was es nicht gibt, wird vermutlich hier erfunden! Dieses Prinzip spiegelt sich in der Musik, in der Kunst und ganz besonders nat├╝rlich auch in der Mode wieder. Von eleganten Frauen und M├Ąnnern in Kimonos ├╝ber puppenhafte Lolitas mit Spitzenschirm gegen die Sonneneinstrahlung bis hin zu jungen M├Ąnnern in schrillen Designeranz├╝gen und farbenfroher Streetfashion – Hauptsache ist, man f├Ąllt auf. Daneben gibt es aber nat├╝rlich auch die ganz normalen Anzug- und Kost├╝mtr├Ąger sowie die Sch├╝ler und Studenten in ihren einheitlichen Uniformen – ein insgesamt teilweise surrealer Mix, besonders, wenn dann auch noch Spiderman und Sailor Moon um die Ecke spazieren, dicht gefolgt von einem Erwachsenen im Pikachu-Kost├╝m.

Eindr├╝cke von Style ID: Tokyo Fashion Week A/W 18/19

Ein kurzer Eindruck von der letzten Fashion Week in Tokyo mit Designs f├╝r die Herbst-Winter-Kollektion des Jahres.

Designer Tokio

Dice-K mit seiner Brand GlamHate ist ein Paradebeispiel f├╝r einen Jungdesigner aus Tokio, der den Begriff Mode f├╝r sich selbst noch einmal ganz neu definiert und Elemente aus GlamRock, Vampirismus und Lady Gaga’s B├╝hnenoutfits aufgreift. Seine aktuelle Kollektion VAMPYRE l├Ąuft seit einigen Wochen und richtet sich gezielt an die Jugendszene Japans.

Tokio – ├╝berw├Ąltigend und wundersch├Ân

Insgesamt ist Tokio definitiv eine Reise wert – man sollte nur ausreichend Zeit einplanen, um die ganzen unterschiedlichen Eindr├╝cke auf sich wirken zu lassen. In sieben Tagen schafft man nicht einmal ein 100stel von dem, was die Weltmetropole zu bieten hat! Zum Gl├╝ck gibt es ein ausgefeiltes und 100% zuverl├Ąssiges Schienennetz, das einen in k├╝rzester Zeit von einem Bezirk in den anderen transportiert. Nur zur Rushhour ist es in der Tokio Metro kaum auszuhalten, Ber├╝hrungs├Ąngste und Klaustrophobie sollte man daher keine haben. Als Alternative gibt es neben den Nahverkehrsz├╝gen der Metro dann aber auch noch die Shinkansen, die ber├╝hmten japanischen Hochgeschwindigkeitsz├╝ge mit einem Streckennetz quer durch Japan und einer beeindruckenden H├Âchstgeschwindigkeit von bis zu 320km pro Stunde. Aomori, Kyoto, Osaka, Yokohama und Sapporo und viele andere St├Ądte sind somit nur noch einen Katzensprung entfernt.

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