Modemarken mit B: Burberry, Bulgari, Balmain und Balanciaga

Vier Buchstaben, vier Universen: Burberry verkauft seit 1856 Trenchcoats, die im Schützengraben des Ersten Weltkriegs zur Legende wurden. Bulgari schmückt seit 1884 römische Diven mit Edelsteinen, die größer sind als manche Uhren. Balmain ließ Pierre Balmain 1945 das „Jolie Madame“-Ideal definieren — und Balenciaga, von Cristóbal Balenciaga 1917 in San Sebastián gegründet, ist heute unter Demna die meistdiskutierte Marke des Jahrzehnts. Kein anderer Buchstabe im Alphabet vereint so viel Couture-Geschichte mit so viel gegenwärtiger Relevanz wie das B. In unserer großen Modemarken-Übersicht von A bis Z ist das B-Kapitel deshalb eines der dichtesten — und genau hier setzen wir an.

Burberry: Wie ein Regenmantel zum Statussymbol wurde

Thomas Burberry war 21 Jahre alt, als er 1856 in Basingstoke seinen ersten Laden eröffnete. 23 Jahre später erfand er Gabardine — einen wasserabweisenden, atmungsaktiven Stoff, der die Bekleidungsindustrie revolutionierte. Der Trenchcoat, den wir heute kennen, entstand nicht auf einem Laufsteg, sondern in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs: D-Ringe zum Befestigen von Granaten, Schulterklappen für Rangabzeichen, Sturmpatte gegen Wind. Über 500.000 britische Offiziere trugen Burberry zwischen 1914 und 1918.

Das berühmte Karomuster — der „Burberry Check“ in Camel, Schwarz, Weiß und Rot — kam erst 1924 als Innenfutter dazu. Heute ist es markenrechtlich geschützt und einer der bekanntesten Stoffmuster der Welt. Wer mehr über die Klassiker der Branche lesen will, findet in unserer Übersicht zu Jeans-Marken ähnliche Heritage-Geschichten.

Bulgari: Römisches Gold, das Hollywood verführte

Sotirios Voulgaris, ein griechischer Silberschmied, eröffnete 1884 sein erstes Geschäft an der Via Sistina in Rom. Aus Voulgaris wurde Bulgari — und aus dem kleinen Silberladen das italienische Pendant zu Cartier. Der entscheidende Moment kam in den 1960er Jahren: Elizabeth Taylor verbrachte während der Dreharbeiten zu „Cleopatra“ so viel Zeit in der Bulgari-Boutique an der Via Condotti, dass Richard Burton scherzte, das einzige italienische Wort, das sie kenne, sei „Bulgari“.

Die Smaragd-Suite, die Burton ihr 1962 schenkte, wurde 2011 für 24,7 Millionen Dollar versteigert. Bulgari gehört seit 2011 zu LVMH und expandierte in Hotels (Bulgari Hotels in Mailand, Dubai, Tokio) und Düfte. Wer sich für die Welt der edlen Steine interessiert, sollte unseren Artikel über den Painit-Edelstein und seinen Wert lesen — manche Steine bei Bulgari sind seltener als Diamanten.

Balmain: Die Couture-Renaissance unter Olivier Rousteing

Pierre Balmain, 1914 in Saint-Jean-de-Maurienne geboren, arbeitete bei Lucien Lelong Seite an Seite mit einem gewissen Christian Dior — bevor beide eigene Häuser gründeten. Balmain eröffnete 1945, ein Jahr vor Dior. Während Dior mit dem „New Look“ die Schlagzeilen dominierte, kleidete Balmain still die Königinnen: Sophia Loren, Brigitte Bardot, Königin Sirikit von Thailand.

Der Bruch kam 2011: Olivier Rousteing übernahm mit nur 25 Jahren die Kreativdirektion und positionierte Balmain neu — als Instagram-Marke der Kardashians, mit goldverzierten Blazern, militärischen Schulterstücken und Preisen jenseits der 5.000 Euro pro Jacke. Die „Balmain Army“ auf Social Media zählt Millionen. Wie wir im Artikel zu legendären Mode-Zitaten zeigen, sind solche Inszenierungen seit Coco Chanel Teil des Spiels.

„Mode ist eine Sprache. Manche Leute sprechen sie fließend, andere stottern.“ — Pierre Balmain, 1956

Balenciaga: Vom spanischen Couturier zum Demna-Phänomen

Cristóbal Balenciaga war Christian Diors Idol. „Der Meister von uns allen“, nannte ihn Dior. Balenciaga eröffnete sein erstes Atelier mit zwölf Jahren in San Sebastián, später Madrid, dann 1937 Paris. Er erfand die Tunika-Linie (1955), das Sackkleid (1957) und den Babydoll — Silhouetten, die das Korsett der 50er ersetzten und die Frau befreiten, ohne sie zu entkleiden.

1968 schloss er aus Protest gegen die Konfektionsindustrie. Erst 1986 wurde das Haus wiederbelebt, und seit Demna (früher Demna Gvasalia) 2015 die Kreativdirektion übernahm, ist Balenciaga das, was man „kulturell relevant“ nennt: Triple-S-Sneaker, IKEA-Tasche-Parodien für 1.790 Euro, Sicherheitsmodenschauen mit Schlamm-Laufstegen. 2022 erschütterte ein Werbekampagnen-Skandal die Marke — sie erholte sich, weil Demna öffentlich Verantwortung übernahm.

Modemarken mit B: Die komplette Liste

Neben den vier großen Häusern gibt es Dutzende weiterer Marken mit B — vom britischen Heritage-Label Barbour über das Wachsjacken-Erbe pflegt, bis zum spanischen Fast-Fashion-Riesen Bershka, der zur Inditex-Gruppe gehört (gleicher Konzern wie Zara). Hier die alphabetische Übersicht:

  • Buffalo — deutsche Schuh- und Plateau-Ikone
  • Blumarine — italienische Romantik, gegründet 1977
  • Bruno Manetti — italienisches Cashmere-Label
  • Balmain — Pariser Couture seit 1945
  • Bugatti — Schuhe und Lederwaren aus Deutschland
  • Bond No. 9 — New Yorker Nischenparfümerie
  • Berwick 1707 — spanische Herrenschuhe
  • Bobby Jones — amerikanische Golfmode
  • Bouton Jewellery — minimalistischer Schmuck
  • Baci Milano — Tafelkultur aus Mailand
  • Beira Rio — brasilianische Schuhe
  • Bee Happy — italienische Damenmode
  • Boutique Moschino — Zweitlinie von Moschino
  • BB Jeans London — Denim-Spezialist
  • Bacher — österreichische Tradition
  • Bruli — Lederaccessoires
  • Balenciaga — spanisches Couture-Erbe, heute Demna
  • Banana Republic — amerikanisches Workwear-Heritage, Teil von Gap Inc.
  • Barbara Schwarzer — deutsche Designerin
  • Barbour — britische Wachsjacken seit 1894
  • Barre Noire — französisches Schuhlabel
  • Bershka — Inditex, Zielgruppe Teens
  • Burberry — britischer Heritage-Trenchcoat
  • Burkhardt — deutsche Maßkonfektion
  • Bllack Noir — minimalistisch-dunkel
  • Bettina Krieg — deutsche Designerin
  • BAG’n’NOUN — japanische Taschen
  • ByFossdal — skandinavisches Design
  • Bull&Berry — Lifestyle-Label
  • Betty & Co — Damenmode der mittleren Preisklasse
  • Baldessarini — Premium-Herrenmode (Werner Baldessarini, ex-Boss)
  • Black Orchid — Premium-Denim
  • Better Rich — Münchner Casualwear
  • Bini Como — italienische Strickmode
  • Buddha To Buddha — niederländischer Silberschmuck
  • B.Belt — Gürtel-Spezialist
  • Bryan Blake — Streetwear
  • Bearpaw — amerikanische Boots, Ugg-Konkurrenz
  • Björn Borg — schwedische Sport- und Underwear-Marke des Tennislegende
  • Brunate — italienische Schuhe
  • Blaumax — österreichischer Denim
  • BOSA — italienische Keramik
  • Bürstenhaus Redecker — deutsches Traditions-Pflegelabel
  • BOLF — polnische Herrenmode
  • Brogini — Reitsport
  • Balm Balm — britische Naturkosmetik
  • Brasileras — spanische Espadrilles
  • British Passport — Heritage-Inspiration
  • Brinkhaus — deutsche Bettwäsche
  • Bowery NYC — New Yorker Casualwear
  • Bushfire — Outdoor-Spezialist

B wie Big Business: Welche Konzerne dahinterstehen

Wer Burberry kauft, kauft seit Jahren britische Eigenständigkeit — die Marke ist börsennotiert (LSE: BRBY) und einer der wenigen britischen Luxus-Solitäre. Bulgari gehört seit 2011 zu LVMH (Bernard Arnault). Balenciaga ist Teil von Kering — dem Konzern, der auch Gucci und Saint Laurent besitzt. Balmain wiederum gehört seit 2016 zur katarischen