Passivhaus: nachhaltiges und energieeffizientes Wohnen? Neubau, Definition, Kosten und mehr

Passivhaus – Elektrizität und Heizenergie sind treibende Faktoren für Treibhausgasemissionen eines Landes. Wenn du persönlich diesem Problem entgegentreten möchtest, bietet es sich an, ein paar Gedanken in nachhaltiges Wohnen zu investieren. Gerade wer ein Haus kaufen oder bauen möchte, sollte sich über Nachhaltigkeit, Zukunftsperspektiven und Förderungsprogramme informieren. Passivhäuser sind Teil der Hausprojekte, die die Bekämpfung des Problems auf extremere Art und Weise angehen und dabei große Erfolge verzeichnen können. Du suchst nach einer energetisch nachhaltigen Wohnoption? Dann lies hier weiter. Auch interessant zum Thema energieeffizientes Wohnen: Niedrigenergiehaus und Nullenergiehaus.

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Passivhaus Definition: Was versteht man unter diesem Haustyp?

Nachhaltige Wohnoptionen sind in unterschiedliche Hausoptionen aufgeteilt. Teil davon sind Nullenergiehäuser, Niedrigenergiehäuser und auch Passivhäuser. Zu anderen Optionen findest du bei uns im Magazin auch detaillierte Artikel, aber hier wollen wir vorerst nur über das Passivhaus reden.

Ein Haus wird als Passivhaus bezeichnet, sobald es unter 15 kWh/qm im Jahr erfordert. Dieser Wert wird durch unterschiedliche Maßnahmen im Bau des Hauses erreicht. Mehrfach verglaste Fenster und hochwertige Dämmung reduzieren den Transmissionswärmeverlust und minimieren so Heizkosten.

Du bist auf der Suche nach dem richtigen Haus? Dann schau in unserem Guide vorbei! Hier findest du Definitionen, Bedeutungen und jede Menge Informationen: Haustypen von A-Z

Aufbau und Raumaufteilung und Energieverbrauch

Die anfallenden Wärmeverluste eines Passivhauses werden durch Transmission und Lüftung werden versucht durch den Energiegewinn von Fotovoltaikanlagen auf dem Dach des Hauses auszugleichen. Auf jeden Fall ist also mit energetisch vorteilhaften Installationen zu rechnen. Diese bedürfen regelmäßiger Wartung. Dies ist ein langfristiger Kostenfaktor, welcher beim Bau eines Passivhauses beachtet werden sollte.

Auch Passivhäuser können in verschiedene Unterklassen aufgeteilt werden. Diese Klassen beschreiben den Energiebedarf, welchen die Installationen am Haus decken müssen, um das Haus zu einem Passivhaus zu machen.

  • Passivhaus Classic: 60 kWh/qma Primärenergieverbrauch p.A.
  • Passivhaus Plus: 45 kWh/qma Primärenergieverbrauch p.A. + 60 kWh/qma Energieerzeugung
  • Passivhaus Premium: 30 kWh/qma Primärenergieverbrauch p.A. + 120 kWh/qma Energieerzeugung

Vorteile & Nachteile eines Passivhauses: Kosten, Fenster und Co.

Die Hausart muss möglichst luftdicht sein, um Lüftungswärmeverluste zu vermeiden. Dies geschieht zum Beispiel durch den Ersatz von zu öffnenden Fenstern mit einem Lüftungssystem. Diese Veränderung birgt aber auch Gefahren, die im ersten Moment nicht direkt offen ersichtlich sind.

Vorteile: Nebenkosten und Effizienz

Ein Passivhaus hat vor allem langfristig überaus positive Effekte auf dein Leben und die Umwelt. Dennoch kann die Entscheidung für oder gegen die Wohnoption schwerfallen. Wir haben ein paar der Vorteile, die das Passivhaus mit sich bringt für dich zusammengefasst:

  • Nachhaltigkeit
  • Reduzierte Nebenkosten
  • Modern
  • Zukunftsorientiert

Nachteile: Lüftung und Kosten

Natürlich kann nicht immer alles positiv sein. Gerade beim Hausbau fallen Probleme an, die man im Vorhinein nicht immer mit einkalkuliert. Nachteile, die ein Passivhaus aber in den meisten Fällen mit sich bringt, kannst du hier nachlesen:

  • Schimmelgefahr bei beschädigter Lüftung
  • Erhöhte Baukosten
  • Wartungsbedarf

Quelle: Passivhaus (Lukinski.de)

Für wen eignen sich Passivhäuser? Familien, Paare & Co.

An sich sind Passivhäuser eine Option für jeden und jede, die sich das Leben in einem nachhaltigen Haus vorstellen können. Allerdings sollte man bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit das moderne Haus nicht überfordert.

Zum Beispiel ist es von Vorteil, wenn man eine gewisse Geneigtheit zu nachhaltigen Energien mit sich bringt. Beziehungsweise, man in der Lage ist, sich in die simplen Anlagen einzulesen um zu verstehen, wie sie zu bedienen sind.

Hier möchten wir aber auch die Chance nutzen Menschen, die Bedenken haben, dass eine Fotovoltaikanlage sie überfordern könnte, die Angst zu nehmen. Die Nutzeransicht von diesen Anlagen wird so einfach wie möglich gehalten, um sie vielen Menschen zugänglich gestalten zu können.

Natürlich können die kleinen Computer mit dem Smartphone verbunden werden und man kann einen live Bericht über die Anlage und Stromproduktion mitverfolgen, sowie auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam gemacht werden, allerdings ist dies kein muss. Letztendlich kann jeder mit den Installationen eines Passivhauses umgehen lernen.

Nachhaltigem Wohnen: Energiestandards, Anforderungen & Vergleich

In Bezug auf die Anforderungen, die ein Haus erfüllen muss, um als Passivhaus bezeichnet werden zu können, haben wir bereits im Vorangegangenen konkretere Aussagen getroffen. Wir möchten an dieser Stelle die unterschiedlichen Optionen vergleichen, um dir zu helfen das passende Haus zu finden.

Passivhaus vs. Niedrigenergiehaus

Das Niedrigenergiehaus ist die Vorstufe zum Passivhaus. Das bedeutet, dass ein Niedrigenergiehaus zum Beispiel die gleichen baulichen Voraussetzungen erfüllt, um den Transmissionswärmeverlust zu reduzieren, aber nicht in der Lage ist, den Energieverbrauch selbst zu erzeugen.

Nullenergiehaus vs. Passivhaus

Ein Passivhaus ist so zusagen die Vorstufe zum Nullenergiehaus. Ein Nullenergiehaus schafft es den Energiebedarf, welcher über das Jahr anfällt komplett zu  decken und erfordert so keine Zukäufe im Bereich Energie. Wichtig ist es allerdings hier zu erwähnen, dass diese Richtwerte alle sehr weitgefasst zu sehen sind, gerade was das zukaufen von Energie angeht, denn je nach Jahreszeit und Standort, schaffen es die autarken Häuser nicht ihre Autarkie aufrechtzuerhalten und geringe Nebenkosten fallen an.

Passivhaus: Holzhaus, Fertighaus und weitere Bauoptionen

Gute Nachrichten für alle Fans von außergewöhnlichen Häusern: Der Begriff Passivhaus ist kein Bautyp, sondern ein Energiestandard, der erfüllt werden muss, damit sind der planerischen Freiheit zwar Grenzen gesetzt, trotzdem kommen die energetisch effizienten Häuser in vielen Arten und Formen.

In Bezug auf Neubau ist kaum ein Baustil unerreichbar. Allerdings kann es sein, dass bestimmte Vorstellungen aus Gründen der Effizienz nicht machbar sind. Dieser Einschränkungen sollte man sich bewusst sein. Abgesehen davon gibt es Holzhäuser, Fertighäuser und mehr, die alle dem Energiestandard gerecht werden und dir dein Traumhaus schnell und manchmal kostengünstig aufs Grundstück zaubern.

Bauen oder Kaufen: Lohnt sich ein Passivhaus?

Wie immer ist die Entscheidung, ob das Haus neugebaut oder frisch gekauft besser ist immer von der Situation und dem Angebot abhängig. Was aber gesagt werden kann, in Bezug auf Passivhäuser ist, dass sie überaus zukunftsgewandt sind. Regulierungen für Neubauten und Sanierungen werden immer strenger, dann natürlich möchte die Regierung das Erreichen von Klimazielen vorantreiben, dazu gehören eben auch nachhaltige Wohnoptionen.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Haustypen in der Wohnungsfindung nicht außer Acht zu lassen. Allerdings muss man sich natürlich nicht direkt für eine so extreme Variante entscheiden. Es gibt auch niedrigere Energiestandards, die schon extreme Fortschritte im Vergleich zu Altbauten und auch sanierten Altbauten bringen. Zum Beispiel unterschiedliche KfW-Effizienzhäuser können in Erwägung gezogen werden.

Was ist bei der Einrichtung eines Passivhauses zu beachten?

Neben anderen Faktoren, kann auch die Einrichtung Auswirkung auf die Heizkosten haben, denn Möbel speichern Wärme. Ein leerer Raum ist also schwieriger zu heizen, als ein eingerichteter Raum gleicher Größe. Zusätzlich können Installationen, wie Teppiche und Gardinen helfen, die Temperaturen in einem Zimmer zu regulieren.

Falls du noch auf der Suche nach Inspirationen für deine Inneneinrichtung bist, legen wir dir sehr ans Herz einen Blick in unsere Interior / Einrichtungs-Rubrik zu werfen. Dort findest du Ideen für alle Zimmer deines Hauses und selbst für das Kinderzimmer haben wir die passenden Möbellabels parat.

Tipp! Einrichten kann man sein Haus in etlichen Varianten. Trendige Styles für die Einrichtung deines Zuhauses findest du bei uns: Einrichtungsstile XXL

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