Porträt Fotografie – Das Wesen eines Menschen einfangen

Die Porträtfotografie ist eine Kunst für sich, denn dabei geht es nicht so sehr darum, nur ein Gesicht abzubilden, sondern es sollte das gesamte Wesen eines Menschen für die Ewigkeit festgehalten werden. Ein gutes Porträtfoto ist wie eine Zwiebel, die aus vielen Schichten besteht und ein gelungenes Porträtfoto zeigt immer neue Schichten, je länger es betrachtet wird. Das macht die Porträtfotografie so einzigartig und schwierig, denn ein technisch einwandfreies Foto einer Person ist noch lange kein Porträt. Allerdings ist ein technisch schlechtes Foto selten ein gutes Porträt, denn neben aller Kunst muss der Fotograf für ein Porträt gewisse Regeln beachten, die zu den Grundlagen der Porträtfotografie gehören.

+ AD + Do you know?

Kunst und Technik der Porträtfotografie

Bevor ein Porträt entsteht, muss der Fotograf sich entscheiden, ob er die Person frontal, im Profil, im Halbprofil oder im Dreiviertelprofil ablichten möchte. Am einfachsten ist es, das Motiv durch den Sucher der Kamera in allen Positionen zu begutachten und dann die beste Ansicht zu wählen. Personen von vorn zu fotografieren, kann sie dominant und massiv wirken lassen. Im Halbprofil offenbaren sich meist die unterschiedliche Augengröße, die bei allen Menschen normal ist.

Im Dreiviertelprofil sollte der Fotograf auf die Position der Nase achten. Der Fotograf braucht etwas Fingerspitzengefühl hinsichtlich der Wahl der Perspektive, denn eine groß wirkende Nase braucht keine Perspektive, die sie noch größer und länger aussehen lässt. Interessant kann es sein, mit der Augenhöhe beim Porträt zu spielen, denn dadurch können bestimmte Gefühlsreaktionen erzeugt werden. Ein Porträt auf Augenhöhe schafft unbewusst Vertrauen und Gleichheit, während ein Foto von unterhalb der Augenhöhe fotografiert, die Person größer und erhabener wirken lässt. Ein von oberhalb der Augenhöhe aufgenommenes Foto lässt die Person kleiner wirken, was bei Kindern als positive Wirkung gilt, aber eine Person auch abwerten kann, weshalb diese Position nur mit Vorsicht zu verwenden ist.

Porträtfotografie – die Kopfdrehung

Fotografie, Design und Malerei gehören alle in den Bereich der Kunst. Sobald es um Porträts jeglicher Art geht, gibt es formale Unterscheidungsmerkmale, die man mit der Zeit kennenlernt. Ebenso ist die Kopfdrehung des Gesichts beim fotografieren in 6 Punkte einteilbar.

  1. Frontalansicht – en face (das Gesicht ist frontal auf den Betrachter gerichtet)
  2. Dreiviertelprofil (das Gesicht ist leicht aus der Frontalansicht herausgedreht, sodass die dem Betrachter zugewandte Hälfte vollständig und die ihm abgewandte Seite sehr stark verkürzt wird, wodurch sich die Proportionen im Gesicht verschieben)
  3. Halbprofil (Mitte zwischen dem Profil und dem Dreiviertelprofil, das zweite Auge ist noch sichtbar)
  4. Viertelprofil (selten vorkommende Ansicht, bei der die Profilansicht überwiegt und das zweite Auge gerade noch zu sehen ist)
  5. Profilansicht – en profil (reine Seitenansicht, vergleichbar mit dem Schattenriss)
  6. verlorenes Profil – profil perdu (selten vorkommende Ansicht von hinten, nur die Konturen der Wangenknochen sind erkennbar)

Wichtig: Basiswissen der Porträtfotografie

Wichtig ist es auch, die richtige Brennweite für ein Porträt zu wählen, da jede Einstellung ein Porträt verändert und eine andere Wirkung erzielt. Ein realistisches Porträt sollte mit einer Brennweite zwischen 50 -100 mm geschossen werden, weil extremere Werte auch entsprechende Konsequenzen haben. Auch der Bildausschnitt ist für ein gelungenes Porträt entscheidend, wobei das klassische Porträt meist ein Brustbild ist. Dabei muss der Fotograf auch die Umgebung beachten, die bei einem gelungenen Porträt etwas zeigt, was das Wesen der Person ausmacht oder sie verdeutlicht. Daher sollte der Aufbau des Porträts sehr sorgfältig erfolgen.

Je größer dabei das Gesicht selbst aufgenommen wird, desto vorsichtiger sollte der Fotograf zu Werke gehen, damit die künstlerische Leichtigkeit erhalten bleibt. Ähnlich ist es bei einem angeschnittenen Porträt, da hierbei das Gesicht keinerlei Hintergrund zeigt und das komplette Foto bedeckt. Detailporträts gehen noch eine Stufe weiter, denn dieses Porträt konzentriert sich nur auf einen Bereich wie ein Auge oder den Mund. Neben der Brennweite muss die Schärfentiefe unbedingt stimmen, denn sie lässt das Porträt realistisch wirken. Dabei müssen die Augen möglichst scharf dargestellt sein, damit das Porträt eine faszinierende Wirkung hat. Das sollte zudem mit einem besonderen Glanz und einem Reflexpunkt im Auge unterstrichen werden.

Die Wahl des Lichteinfalls hat ebenfalls einen großen Einfluss auf die Qualität eines Porträts, wobei es verschiedene Theorien über die richtige Seite gibt. Wer die Zeit dazu hat, sollte einfach den Lichteinfall von rechts und links prüfen und sich für die bessere von beiden Seiten entscheiden. Ein Porträtfotograf sollte ein Könner auf seinem Gebiet sein, der sowohl die technische wie auch künstlerische Seite der Fotografie im Griff hat. Es gibt gewisse Grundlagen und Techniken, die ein Porträt benötigt, um ansprechend zu wirken. Jedoch kommt der Zauber eines guten Porträts nur zum Tragen, wenn der Fotograf auch die Seele im Motiv aufs Foto bannen kann.

Porträtfotografie – probier es aus!

Wenn es bei der Porträtfotografie so viele Einzelheiten gibt, auf die man achten muss, dann haben wir genau das richtige für Anfänger- oder auch Hobbyfotografen. Benjamin zeigt dir zusammen mit Calvin in wenigen 8 Minuten, wie man Porträtfotos macht. Es ist wichtig als Neuling im Bereich der Fotografie, Tipps und Tricks, erfahrener Fotografen aufzunehmen und zu üben. Mit Benjamin wird das ganze Lernen super amüsant, schaut rein!

+

+ AD + Do you know?

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.