Susanne Nevermann: Werdegang als Fotografin – Portrait, Beauty & Fashion

Susanne Nervermann ist eine freiberufliche Fotografin aus Hamburg, die sich auf Editorial und kommerzielle Fotografien fokussiert. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf People, Beauty und Fashion und sie hat eine Leidenschaft für Portraitfotografien. Das FIV hat ein Interview mit der vielseitigen Fotografin gemacht, indem sie über ihre Karriere, ihre Arbeiten und Projekte sowie Zukunftspläne spricht.

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Weg zur Fashion Fotografie: Karriere, Arbeiten & Projekte

FIV: Hallo Susanne, bei dir weiß man gar nicht als was man dich am bestes vorstellt. Du bist eine excellente Fotografin, das ist aber nur ein Puzzlestück von deinen Fähigkeiten. Du bist erfolgreiche Artdirektorin, oft gebuchte Editorial und Kommerzielle Fotografin und außerdem auch noch Bildbearbeiterin. People, Beauty und Fashion sind deine Berufsfelder und du bist außer deinen Tätigkeiten als Kreative sehr gerne in Island unterwegs. Ich bedanke mich in jedem Fall dafür, dass du dir die Zeit genommen hast mit uns zu sprechen.
Wir haben natürlich im Vorfeld ein wenig recherchiert um uns ein grobes Bild zu machen und dir anspruchsvollere Fragen stellen zu können. Fandest du deine Beschreibung passend, würdest du gerne etwas korrigieren oder ergänzen?

Susanne: Hallo und vielen Dank für die Möglichkeit meine Arbeit und mich kurz vorzustellen. Das mit dem Puzzlestück ist schon sehr gut formuliert. Bisher habe ich in viele Bereiche der Fotografie reingeschaut und bin irgendwie bei Beauty und Fashion hängen geblieben. Die Beschreibung schmeichelt natürlich sehr, vielen Dank dafür!

© make-up & hair  @evelyninnerhofer

FIV: Warst du als Kind damals in Magdeburg schon ein kleines kreatives Mädchen? Wie hast du deine Kindheit im Gedächtnis und kannst du dich an dein erstes Foto was du jemals gemacht hast erinnern?

Susanne: Ich bin recht „spät“ zur Fotografie gekommen. Erst in der Ausbildung zur gestaltungstechnischen Assistenz habe ich Interesse an der Fotografie entwickelt. Als Kind hatte ich zwar eine Kamera aber damit habe ich mich nur kurzweilig beschäftigt und eher dokumentarisch mal einen Urlaub festgehalten. Es war eine neonpinke Kompaktkamera mit der Aufschrift „Formel Eins“, soviel weiß ich noch. Mein erstes Foto müsste demnach auf einem Bauernhof entstanden sein und zeigt entweder Katzen oder Kühe. Keine große Kunst. Sie fristet seit dem ihr Dasein auf dem Dachboden meiner Eltern.

FIV: Wie ist dein Weg vom Kind aus Magdeburg bis zur erfolgreichen Kreativ Power Frau mit Wohnsitz in Hamburg verlaufen? Hast du eine Ausbildung oder ein Studium absolviert und hast du dich vorher mit anderen Bereichen der Fotografie oder sogar einem anderen künstlerischen Fach auseinandergesetzt?

Susanne: Als Kind habe ich sehr gerne gemalt. Nicht herausragend gut aber es hat mir viel Spaß gemacht. Wenn ich damals nach meinem späteren Berufswunsch gefragt wurde antwortete ich immer mal etwas „mit Kunst“ machen zu wollen. Zeichnen kann ich nach wie vor nur eher mäßig. Ich hatte aber auch nie den Ehrgeiz in dem Bereich besser zu werden. Meine Ideen konnte ich einfacher durch die Fotografie umsetzen. Angefangen hat das, wie schon erwähnt, in meiner Ausbildung zur gestaltungstechnischen Assistentin und dem anschließendem Studium Informationstechnologie und Gestaltung in Lübeck. Mein Praxissemester absolvierte ich in einer Hamburger Werbeagentur und seit dem lebe und arbeite ich in Hamburg.

FIV: Wie kann man sich deinen Berufsalltag vorstellen? Gibt es so etwas wie Routine bei kreativer und breit gefächerter Arbeit wie deiner überhaupt?

Susanne: Die Projekte an denen ich beteiligt war sind vielfältig. Manchmal habe ich das Glück für Designer zu arbeiten, manchmal ist es aber auch tagelanges recherchieren für einen Moodfilm. Größtenteils bestreite ich meinen Lebensunterhalt aber noch durch die Art Direktion. Es gibt viel Konkurrenz in der Fotografie. Bisher glaubte ich mein Spaß an der Fotografie würde leiden wenn ich mich alleinig mit ihr beschäftigen würde.

FIV: Erzähl uns mal ein bisschen von deiner großen Liebe Island. Auf deiner Website kann man sich einen guten Eindruck von der atemberaubenden Natur machen und als Fotomotiv eignet sich der kleine Inselstaat auf jeden Fall, das leuchtet uns ein. Aber ich würde gerne nochmal von dir persönlich hören was dich immer wieder dorthin zieht und was Island für dich bedeutet.

Susanne: Am Anfang meiner Selbstständigkeit sind mein Mann und ich nach Island geflogen. Er arbeitete zu der Zeit schon ein paar Jahre als Freelancer. In unseren jeweiligen Festanstellungen, und davor im Studium, hatten wir nie das Geld und die Zeit für eine längere Reise. Wir dachten uns jetzt oder nie. Irgendwie hatte ich Island im Hinterkopf und konnte ihn überzeugen. Also Karte gekauft, Route geplant und dann mit dem Mietwagen und einem Zelt einmal um die Insel. Wir haben gefühlt alle 100 Meter anhalten müssen um Fotos zu machen. Die Landschaft ist unglaublich schön und wandelbar. Vor allem liebe ich aber die Einsamkeit und Abgeschiedenheit im Osten und Norden der Insel. Keine Leute, kein Lärm, kein Müll. Dafür jede Menge frische Luft und beeindruckende Natur. Toll um einfach mal abzuschalten.

FIV: Wie unterscheidet sich deine Herangehensweise bei kreativen Projekten wie einem Editorial Shooting für Mode Marken von deiner Herangehensweise bei der professionellen Darstellung einer Arztpraxis?

Susanne: Die Herangehensweise ist gar nicht so unterschiedlich, es wird immer eine Art Geschichte erzählt. Zuerst mache ich mich mit meinem Kunden vertraut. Was möchte er ausdrücken und vermitteln. Die Editorials sind meistens etwas freier und Abwechslungsreicher als die Darstellung einer Arztpraxis.

FIV: Um sich so eine Liste an Fähigkeiten anzutrainieren und um in der Kreativbranche langfristig Wurzeln zu schlagen benötigt man zweifellos einen starken Willen. Die allerwenigsten werden allerdings mit diesem geboren. Wie hast du die nötigen Rückschläge überwunden um an den Punkt zu kommen wo du jetzt stehst?

Susanne: Das stimmt schon. Vieles kommt nur durch Kontakte zustande. Die Kunden gehen ja nicht auf „fotograf24.de“ um den Richtigen für ihr Projekt zu finden. Man kennt wen der wen kennt. So läuft das. Und auf dem Weg dahin liegen viele durchgearbeitete Nächte und Wochenenden mit Tutorials und Recherchen. Wenn man zudem auch noch eher der introvertierte Typ Mensch ist dauert so ein Prozess natürlich nochmal um einiges länger. Ich bin noch lange nicht da wo ich gerne wäre. Mehr Zielstrebigkeit in eine Richtung hätten sicher nicht geschadet  aber daran arbeite ich gerade. Was einem da hilft ist die Liebe zu dem was man tut und eine verständnisvolle Familie.

FIV: An welche Konzeptentwicklungen, Shootings oder sonstige Ereignisse aus deiner Karriere erinnerst du dich am liebsten?

Susanne: Ich liebe die Arbeit in den Teams und mit den Kunden die in etwa so ticken wie ich. Spaß an der Sache ist auch enorm wichtig für mich. Man muss den Anderen nichts beweisen, wir sind alle nicht perfekt und das ist gut so. Lästereien und Angebereien gibt es leider viel zu oft in dieser Branche. Zum Glück hatte ich bisher fast nur gute Erfahrungen gemacht.

FIV: Um täglich neue kreative Konzepte und Ideen zu entwickeln die aber natürlich auch so viele Menschen wie möglich erreichen sollen, darf man den Zeitgeist nie ganz aus den Augen verlieren. Woher holst du dir deine Inspiration und wie schaffst es du den Spagat zwischen künstlerischer Kreativität und den Wünschen deiner Kunden, abgestimmt auf deren Zielgruppen, zu meistern?

Susanne: Am Anfang sammelt man ja erst mal viele Ideen und bricht sie dann Stück für Stück in Absprache mit dem Kunden auf das Thema runter bis man sich einigt. Die Ideen dazu können an den verschiedensten Orten und in den seltsamsten Augenblicken kommen. Es hilft aber auch einen Inspirationsordner zu haben den man hin und wieder durchforstet und pflegt. Ich sammle dort nicht nur Beauty- und Fashionfotos die mir gefallen, sondern auch Farben, Formen und Lichtstimmungen die ich schön finde. Was mir bei der Beautyfotografie so gut gefällt ist, dass jedes Model eine neue, spannende und einzigartige „Leinwand“ ist auf der ich meine Kreativität ausleben kann.

FIV: Wie stellst du dir deine Zukunft vor? Möchtest du deine bisherige Linie weiter fahren oder hast du noch Ideen, die in eine ganz andere Richtung gehen? Erstmal konzentrierst du dich wie wir wissen auf dein Kind und hast da wahrscheinlich allerhand an täglicher action. Vielleicht konzentrierst du dich als Mutter von jetzt an auch mehr auf deine Familie.
In jedem Fall wünschen wir von der FIV Redaktion dir viel Glück für deinen weiteren Lebensweg.

Susanne: Vielen Dank. Ja das stimmt, mit der Geburt hat sich mein Tagesablauf komplett verändert. Eben mal raus und noch wohin gehen muss vorher gut organisiert werden. Ab Dezember versuche ich wieder aktiv zu werden und erste Aufträge anzunehmen. Auch denke ich darüber nach mich mehr zu spezialisieren. Auf jeden Fall ist es eine spannende Zeit und nie zu spät seiner Leidenschaft nachzugehen.

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