Anna Grewelding: Beruflicher Werdegang, Karriere & Fotografien

Anna Grewelding ist in einem kleinen Dorf an der Mosel aufgewachsen und kam mit der Fotografie in die Großstädte. Schon sehr früh hat sie sich für Kunst und Fotografie interessiert, den Wunsch einmal Fotografin zu werden hatte sie aber nie, deshalb hat sie erst eine Ausbildung zur Mediengestalterin gemacht. In ihrem Kinderzimmer hat sie ihr erstes kleines Studio aufgebaut und ihr ersten Kunden betreut. Heute ist sie eine gefragte Mode- und Beautyfotografin und zählt die Vogue Italia, Beetique und die Geissens zu ihren Kunden. In unserem exklusiven Interview reden wir über ihren Werdegang als selbstständige Fotografin, den Ablauf einer Zusammenarbeit & am Ende erfahrt ihr worauf es bei Anna besonders ankam auf ihrem Weg ihr Hobby zum Beruf zu machen.

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Frühes Interesse für die Fotografie, erste Canon Kamera & Schlüsselmoment

FIV: Erstmal ein paar Fragen zu deiner Person. Woher bist du? Wo bist du aufgewachsen und seit wann wusstest du, dass du Fotografin werden möchtest?

Anna: Ich bin Anna Grewelding, 27 Jahre alt, in einem kleinen Dorf aufgewachsen und mit der Fotografie in die Großstädte gekommen.
Aufgewachsen bin ich in Maring-Noviand, ein kleines Dorf zwischen Mosel und Eifel, in der Nähe von Trier. Schon sehr früh habe ich angefangen mich für Kunst und Fotografie zu interessieren. Bin aber eher durch Umwege zur Fotografie gekommen. Als kleines Kind habe ich schon sehr viel fotografiert und auch meine allererste Kamera war schon von Canon. Da habe ich aber noch nicht geahnt, dass es mal ein sehr großer Teil meines Lebens sein wird. Gewusst, dass ich Fotografin werden möchte, war eher ein schleichender Prozess. Es gab keinen bestimmten Tag, an dem ich morgens aufgewacht bin und Fotografin werden wollte. Es war eher ein sehr teures Hobby. Es hat mir Freude bereitet, wenn ich einen schlechten Tag hatte. In den Momenten habe ich fotografiert. Für mich war das einfach Welt aus und Kamera an. Das Eintauchen in eine absolut neue Welt. Irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich angefangen habe nach Fotografen zu suchen, zu sehen welche Art der Fotografie sie betreiben, wie deren Leben aussieht und ich glaube, das war auch einer der Schlüsselmoment, dass ich heute Fotografin bin.

Selbstständigkeit als Fotografin – Veränderung als Mensch

FIV: Sich selbstständig zu machen ist immer ein riesiger Schritt. Wie haben deine Freunde und Familie darauf reagiert? Unterstützen sie dich bei der Arbeit?

Anna: Selbst und ständig. Jeder Schritt in die Selbstständigkeit ist nicht ganz einfach. Es ist nicht nur eine Veränderung im Arbeitsleben, sondern eine Veränderung, die dich als Mensch betrifft. Man lernt in dieser Zeit absolut viel über sich selbst und man benötigt auch Menschen, die einen unterstützen und einem weiterhelfen. Meine Eltern waren im ersten Moment, glaube ich, nicht so begeistert davon. Meine Tochter macht sich selbstständig, sehr viel Verantwortung, so viel Arbeit und was passiert, wenn das nicht klappt. Ich denke, dass viele Eltern im ersten Moment so denken, und das hat mich auch dazu gebracht, alles gut zu durchdenken und zu hinterfragen. Rückblickend kann ich die Ängste meiner Eltern verstehen. In meiner Familie gab es auch niemanden, der in einem kreativen Beruf selbstständig war, den man hätte fragen können. Also muss man den ersten Schritt selbst gehen. Absolut dankbar bin ich dafür, dass meine Eltern meine größten Kritiker aber auch meine größten Fans sind. Meine Eltern und Geschwister haben mich eigentlich immer unterstützt und tun das noch heute. Angefangen hat alles damit, dass mein erstes Fotostudio in mein Kinderzimmer eingezogen ist, ich meine ersten Kunden hatte. Das alles hat dahin geführt, dass ich heute Fotografen für Workshops schule und für namenhafte Firmen arbeite.

Anna in 3 Worten, Durchhänger & ihr Tipp für neue Energie

FIV:  Wie würdest du dich selbst in 3 Worten beschreiben? Wie würden deine Freunde dich beschreiben?

Anna: Ehrgeizig, zielorientiert, kreativ.

FIV: Jede Arbeit bringt Stress mit sich und fast jeder hat mal einen Durchhänger. Hast du einen Trick gegen Antriebslosigkeit? Wie motivierst du dich selbst an solchen Tagen?

Anna: Bei mir sind das meistens nicht einzelne Tage, sondern eher ein schleichender Prozess, in dem ich merke, dass ich ziemlich müde bin und meine Kreativität nachlässt. Für mich ist es dann wichtig, dass ich meine Mails, mein Handy und Social Media ausschalte, die Arbeit mal auf Seite lege und einfach mal raus gehe, ans Meer fahre oder ein Buch lese. Das sind Dinge, die ich für mich selbst machen kann, wenn ich merke, dass ich einen Durchhänger habe. Das ist ganz normal und kommt bei mir von Zeit zu Zeit immer wieder. Mein Tipp ist es, sich etwas zu suchen, was einem Spaß macht und einem neue Energie gibt.

Wenn du natürlich Arbeit hast und nicht einfach alles stehen und liegen lassen kannst, um Energie zu tanken, hilft es sich selbst zu belohnen. Klingt erstmal etwas komisch, funktioniert aber sehr gut. Wenn ich auf etwas keine Lust habe, überlege ich mir Dinge, die ich gerne hätte oder machen würde. Damit belohne ich mich, wenn ich die Arbeit geschafft habe. Das müssen auch nur ganz kleine Dinge sein. Bei mir ist es meistens Schokolade.

GNTM Shootings & Konkurrenz in der Beautyfotografen Branche

FIV:  Auf deiner Seite sieht man bekannte Gesichter, vor allem von Germany Next Topmodels. Wie war es mit den Models, die man durch die Serie überall in Deutschland kennt, zu arbeiten?

Anna: Selbstverständlich freue ich mich sehr, mit den Models von GNTM arbeiten zu dürfen. Jedoch muss ich auch gestehen, dass ich sie nicht als solche sehe, wenn sie zu mir ins Studio kommen. Für mich steht eher der Mensch, der zu mir ins Studio kommt, im Vordergrund. Super neugierig bin ich darauf, den Menschen kennen zu lernen, seine Geschichte zu hören und mit diesem Menschen zu arbeiten. Denn jeder Mensch, der in mein Studio kommt, hat einzigartige Dinge erlebt und auf diese Erfahrung bin ich sehr gespannt.
Für meine Geschwister oder Freunde ist das eher etwas ungewohnt, wenn sie sehen oder wissen, dass ich dieses Bild aufgenommen habe. Zum Beispiel auf Bildern, auf denen Menschen aus dem TV abgebildet sind.

FIV: Du bist in der Beautyfotografie Branche tätig. Würdest du sagen, dass es sehr viel Konkurrenz in der Branche gibt und wie hebst du dich von deiner Konkurrenz ab?

Anna: Es gibt schon einige Fotografen, die im Bereich der Beautyfotografie unterwegs sind, jedoch gibt es weit aus mehr in der Hochzeitsfotografie oder in anderen Bereichen. Es gibt sehr viele Jobs in der Branche und auch jede Menge Bedarf, der gedeckt werden muss. Es kommen immer einige nach und es gehen auch einige wieder. Daher denke ich, dass für jeden etwas dabei ist. Konkurrenz ist in einem kreativen Bereich für mich eher relativ. Jeder von uns Fotografen, hat seine ganz eigene Persönlichkeit und seinen ganz eigenen Stil, wie er fotografiert und die Bilder bearbeitet. Das ist etwas, was uns Fotografen ganz klar voneinander unterscheidet.
Ich habe mich in der Beautyfotografie auf natürliche und authentische Fotografie und Bearbeitung spezialisiert. Ich mag diese künstliche Porzellanhaut nicht. Für mich ist es wichtig, dass der Mensch und dessen Gesicht absolut erhalten bleibt, nicht zu krass verändert wird und das die Hautstruktur deutlich sichtbar ist.

Anna Grewelding – So läuft ein professionelles Shootings ab

FIV: Es gibt viele Sachen die bei einem Shooting wichtig sind und funktionieren müssen, um den Ablauf nicht zu gefährden. Ein ganz wichtiger Faktor sind immer die Models. Was sind wichtige Eigenschaften, die ein Model mitbringen sollte, damit das Projekt reibunglos verläuft? Was sind absolute No-Go’s am Set, die die Produktion gefährden könnten?

Anna: Für mich persönlich ist immer Spaß und eine gute Stimmung, trotz viel Stress und wenig Zeit, am Set wichtig. Natürlich ist das nicht immer gegeben, jedoch finde ich, dass das einer der Punkte ist, die das Arbeiten wesentlich einfacher machen. Was ich öfters bemerke ist, dass ein Projekt meistens dann gefährdete ist, wenn keine klare Kommunikation stattfindet. Das kann unter anderem sein, dass klar geregelt sein muss, welches Ziel alle Beteiligten haben oder auch, wer für was zuständig ist. Klare Kommunikation, und wenn jeder weiß, worauf er hinarbeitet und für was er verantwortlich ist, schafft eine Menge Probleme aus der Welt und gestaltet einen Arbeitstag einfacher. Ein No Go am Set ist für mich, wenn mich jemand daran hindert meinen Job zu machen. Ich bevorzuge es absolut, mit Models zu arbeiten, die super flexibel sind und Spaß an der Arbeit haben.

Ihr seht am Ende nur ein Foto – Das steckt dahinter

FIV: Wir als Verbraucher sehen am Ende nur das Endprodukt. Was für ein Aufwand wird betrieben und wie viel Zeit steckt in der Planung eines Projektes? Was ist für dich als Fotografin im täglichen Arbeitsleben unverzichtbar?

Anna: Jedes Projekt ist anders, daher ist es schwer eine genaue Zeitspanne zu definieren. Jedes Projekt benötigt jedoch sehr viel Planung vor dem Shooting und viel Zeit mit Bearbeitung und Sichtung nach dem Shooting.
Das Shooting an sich ist somit der Mittelteil eines Projektes. Ich starte meistens mit der Analyse der Idee. Entweder hat der Kunde genaue Vorstellungen oder ich kann mich hier noch einbringen.
In beiden Fällen analysiere ich die Idee oder das Thema und schaue mir andere oder ähnliche Projekte an. Wichtig für mich ist, herauszufinden, was das Besondere an diesem Thema ist und was alles dazu gehört. Dann natürlich die Planung an sich. Die Vorbereitung mit dem Team, das Suchen der Moods und Requisiten. All das zu planen, was man nicht so spontan im Studio hat. Dann kommt natürlich der Tag des Shootings. Wir nehmen alles auf, oft ein sehr vollgepackter Tag, mit vielen Leuten am Set. Warum so viele Leute am Set? Weil ich es wichtig finde, dass jeder eine Aufgabe hat und sich nicht um mehrere Aufgaben gleichzeitig kümmern muss. So habe ich viele Spezialisten am Set, die später zusammen ein perfektes Team bilden. Am Ende erfolgt die Sichtung der Bilder, das Aussortieren und Bearbeiten der Bilder. Das ist das letzte Drittel eines Projektes und das, was für mich am entspanntesten ist. Um all das zu planen und immer alles im Blick zu halten, ist für mich im Arbeitsalltag eine Planungs-App unverzichtbar. Diese sagt mir, was als nächstes ansteht. Mit guter Planung spart man einfach enorm viel Zeit und ist somit, um alles koordinieren zu können, für mich ein wichtiges Arbeitsmittel und unverzichtbar.

Die deutsche Modemetropole & Internationaler Vergleich

FIV: Als deutsche Fotografin warst du bestimmt schon einmal in Berlin. Warum ist Berlin deiner Meinung nach Deutschlands Modemetropole? Und kann man Berlin mit den anderen Modemetropolen London, Paris und New York vergleichen?

Anna: Für einige Shootings war ich schon in Berlin. Ich denke aber, nur meiner Meinung nach, dass in Berlin das Leben und Leben lassen eine große Rolle spielt. Für mich ist Berlin die deutsche Modemetropole. Gerade in Deutschland wird sehr stark kritisiert oder getuschelt, wenn man anders ist oder in seinem eigenen Stil auf der Straße unterwegs ist, vielleicht sogar ein Stil, den so niemand kennt. In Berlin habe ich immer das Gefühl, dass es egal ist was man trägt. Das macht es dann auch kreativen Leuten einfacher, einfach mit dem was sie gerade inspiriert nach draußen zu gehen und es zu zeigen. Es kann auch gut sein, dass ich das einfach so sehe, weil ich nicht tagtäglich in Berlin bin und nicht dort lebe. Berlin ist jedoch für mich kein Vergleich zu London, Paris oder New York. Das sind alles Städte, in denen ich schon war und gearbeitet habe. Ich finde es sehr schade, dass Berlin oder eine andere deutsche Stadt nicht viel stärker in der Modewelt vertreten ist.

Fotograf werden – So hat es Anna gemacht

FIV: Wenn du auf deine Karriere zurückschaust gibt es einen Punkt von dem du sagen kannst, dass er dein Sprungbrett in deine jetztige Position war? Wenn ja, welcher Punkt war das?

Anna: Die Frage ist auf jeden fall sehr schön, doch ich glaube nicht, dass es da ein direktes Sprungbrett gab. Für mich haben viele Dinge von einem zum anderen geführt und mich immer weiter getragen. Wichtig ist es tatsächlich wirklich, viele Leute aus der Branche zu kennen, die zufrieden mit deiner Arbeit sind und dich weiterempfehlen. So kommt man immer weiter und immer schneller voran. Für mich, glaube ich, war es wirklich wichtig, dass ich zu Anfang einfach alle Erfahrungen mitgenommen habe, die ich bekommen konnte, niemals aufgegeben habe und viel dafür getan habe weiter zu kommen.

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