Fotovokabeln: Kurze und lange Belichtungszeit

Ein wichtiger Punkt für die Bilddarstellung und Belichtung ist die Belichtungszeit oder auch Verschlusszeit genannt. Sie bestimmt, wie hoch der Lichteinfluss auf den Sensor des Bildaufnahmegerätes bzw. die Dauer der geöffneten Blende. Weißt Du was man als eine kurze oder lange Verschlusszeit bezeichnet? Also, in der Regel nennt man Belichtungszeiten weniger als 1/60 Sek. als kurze Verschlusszeit, alles darüber bis zu einer oder mehreren Sekunden gilt als lange Verschlusszeit. Umso weiter die Blendenöffnung geöffnet ist, desto mehr Licht scheint auf den Sensor. Das Gleiche gilt für die Belichtungszeit: umso länger die Verschlusszeit, desto so mehr Licht fällt auf den Sensor des Bildaufnahmegerätes.

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Der Umgang mit einer langen Belichtungszeit – Besonders attraktiv für Nachtaufnahmen

Sicherlich hast Du schon mal ohne Blitz und Stativ fotografiert: nur einmal während der Aufnahme den Apparat nicht in Ruheposition gehalten und schon ist es passiert. Dein Bild ist verwackelt. Ein solch unscharfes Bild entsteht bei zu langer Belichtungszeit aus dem Stehgriff heraus, verursacht durch ungünstigen Lichteinfall wie in der Dämmerung. Wenn Du dagegen den Automatikmodus einstellst, versucht Dein Gerät dies zuerst mit dem Öffnen der Blende oder der Anhebung des ISO Wertes, auszugleichen.

Reicht das nicht, um die Aufnahme perfekt zu belichten, verlängert sich die Verschlusszeit und es kommt zu einer Verwacklung. Ab welcher Verschlusszeit Du nicht mehr aus dem Stand fotografieren solltest, hängt vom vorhandenen Licht, der benutzten Brennweite, wie ruhig Du die Kamera hältst und von dem Gebrauch eines Bildstabilisators am Objektiv der Fotokamera ab. Allerdings kann man den bereits geäußerten Wert von 1/60 Sek. als Grenzwert setzen. Werte von 1/50 Sek. oder 1/30 Sek. liegen bereits im kritischen Bereich. Probier’s einfach aus, indem Du die Zeitvoreinstellung Deiner Kamera gebrauchst.

Doch wozu kann eine lange Verschlusszeit denn dann gut sein? Zu einer nicht zu verachtenden Menge! Richtig eingesetzt, verschafft sie einige interessante Einsatzmöglichkeiten für Dich. Ausgerüstet mit Stativ und einem Fernauslöser gelingen Dir perfekte Aufnahmen von Stadt-Panoramen in nächtlicher Stunde.

Gute Belichtung durch Fotografie mit einem Stativ

In solchen Fotos verwischen die Scheinwerfer der Autos dank der angemessen Langen Belichtungszeit. Das Bildaufnahmegerät muss dabei fest auf dem Stativ stehen und mit einem Funk-Auslöser betätigt werden. Bei dementsprechenden Aufnahmen ist eine längere Belichtungszeit unumgänglich, um die besondere Lichtstimmung einzufangen. Bewegungen der Motive kannst Du durch eine längere Belichtungszeit in das Bild hinausgeworfen. Denk mal an Fotos mit Wasserstürzen, in dem das Wasser als Dunst in Erscheinung tritt. Oder an hastende Fußgänger, die ab einer bestimmten Belichtungszeit geisterhaft verwischen. Dies sind nur einige Beispiele für Dich. Bei Deiner Experimentierfreude und Kreativität gibt es natürlich keine Grenzen. Probiere verschiedenes aus, um ein eigenes intensives Gefühl dafür zu bekommen.

Der Umgang mit einer kurzen Belichtungszeit – Besonders in der Sportfotografie interessant

Der Umgang mit einer kurzen Belichtungszeit ist im Gegensatz zu einer langen eher unkompliziert (insofern genügend Licht vorhanden ist). Verwacklungen sind völlig ausgeschlossen. Knappe, bis sehr knappe Verschlusszeiten werden in der Sportfotografie eingewandt, um eine Bewegung im Bild ruhen zu lassen. Dieses eröffnet dem Lichtbildner eine Reihe schöpferischer Mittel zur Bildgestaltung. Insbesondere bei sehr kurzen Verschlusszeiten lassen sich Augenblicke festhalten, die mit den Augen alleine gar nicht wahrnehmbar sind. „Einfrieren“ kann man mit genügend Licht eigentlich alles, was keucht und fleucht. Viel Freude bei Deiner Motivsuche!

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