Friese Pferd: Das schwarze Traumpferd — Rasse, Charakter & Kaufpreis
Der Friese ist das schwarze Traumpferd Europas. Mit seinem glänzenden schwarzen Fell, der prachtvollen wallenden Mähne und dem majestätischen Gangwerk hat er Millionen Menschen weltweit verzaubert — ob im Dressurring, vor der Kutsche oder auf der Kinoleinwand. Kein anderes Pferd verkörpert die Verbindung von Kraft und Eleganz so vollkommen wie der Friese aus der niederländischen Provinz Friesland.
Geschichte der Friesenrasse
Die Friesen stammen aus der Provinz Friesland im Norden der Niederlande und gehören zu den ältesten Pferderassen Europas. Bereits im Mittelalter ritten Kreuzritter auf friesischen Pferden — ihr breiter Körper und ihre Tragkraft machten sie ideal für schwer gepanzerte Ritter. Im 17. Jahrhundert bedrohte die Beliebtheit schnellerer andalusischer Einflüsse die reine Friesenrasse fast bis zur Ausrottung. Der KFPS (Koninklijk Friesch Paarden Stamboek), gegründet 1879, rettete und erhielt die Rasse in ihrer heutigen reinblütigen Form.
Rassmerkmale: Das schwarze Märchenpferd
- Fell: Fast ausschließlich Rappe (schwarz), andere Farben sind nach KFPS-Standard nicht zulässig
- Mähne und Schweif: Üppig, wellig, lang — ein echtes Alleinstellungsmerkmal
- Behang: Seidiges Langhaar an Fesselgelenken und Unterbein
- Körperbau: Kräftig, kompakt, barocke Statur, hohe Knie- und Ellbogenaktion
- Kopf: Edel, fein, kurze Ohren, lebhafte Augen
- Größe: 155 bis 165 cm Stockmaß
Der Friese im Film und in der Kunst
Friesen sind die Stars Hollywoods unter den Pferden. Bekannte Film- und Serienpräsenzen:
- Ladyhawke (1985): Hauptpferd von Rutger Hauer
- Der Zorro-Franchise: Zorros schwarzes Pferd Tornado
- Outlander: Jamie Frasers Reittier
- The Mask of Zorro (1998): Antonio Banderas auf Friesen
Diese Präsenz in der Popkultur hat den Friesen weltweit bekannt gemacht und seinen Marktwert als Liebhaberpferd enorm gesteigert.
Charakter und Verwendung
Friesen gelten als ausgesprochen sanft, lernwillig und menschenbezogen — trotz ihrer imposanten Größe. Sie eignen sich hervorragend für:
- Dressur: Ihre natürliche Knieaktion und Versammlung machen sie zu Naturtalenten im Barock-Dressursport
- Fahrpferd: Die traditionelle Domäne des Friesen — vor der Kutsche sind sie unübertroffen
- Show und Fotografie: Das optische Erscheinungsbild spricht für sich
- Freizeitreiten: Trotz ihrer Größe geeignet für alle, die ein spektakuläres Erscheinungsbild mögen
KFPS und das Zuchtbuch
Ohne KFPS-Eintrag ist ein Friese kein anerkannter Friese. Das Königliche Friesische Pferdestammbuch unterscheidet zwischen:
- Ster-Stuten: Höchste Auszeichnung für Stuten
- Modell-Stuten: Für Stuten mit Ausnahmeerscheinung
- Hengste: Werden strengsten Prüfungen unterzogen (3-jährige Hengstprüfung), nur wenige bestehen
Nur KFPS-eingetragene Friesen dürfen zur Zucht verwendet werden. Ein geprüfter Hengst ist daher erheblich wertvoller als eine nicht eingetragene Stute.
Kaufpreise für Friesen
- Junges Fohlen ohne vollständige Papiere: ab 5.000 Euro
- Reitpferd mit KFPS-Eintragung: 10.000 – 30.000 Euro
- Ster-Stute mit Nachzuchtnachweis: 25.000 – 70.000 Euro
- KFPS-geprüfter Hengst mit Prämierung: 60.000 – 150.000 Euro und mehr
Häufige Fragen zum Friesen
- Sind Friesen für Anfänger geeignet? Bedingt. Sie sind gutmütig, aber groß und schwer zu reiten — etwas Reiterfahrung ist ratsam.
- Warum sind Friesen immer schwarz? Die KFPS-Zuchtrichtlinien erlauben nur Rappen. Gelegentlich werden Schimmel geboren (Locus G), gelten jedoch als Fehlfarbigkeit im Zuchtbuch.
- Wie viel kostet ein Friese im Unterhalt? Wie alle Großpferde: 600 bis 1.500 Euro monatlich, je nach Unterbringung und Training.
- Was ist das Besondere am Friesen-Gangwerk? Die ausgeprägte, hohe Knie- und Ellbogenaktion — das sogenannte „Karrossier-Gangwerk“ — ist einzigartig und hat ihnen die Bezeichnung „Barockes Showpferd“ eingebracht.


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