Reitbekleidung Luxus: Hermès, Pikeur, Samshield & die besten Marken für Reiter

Wer einmal einen Hermès-Sattel berührt hat, versteht, warum Pferdeliebhaber bereit sind, für Reitausrüstung Summen auszugeben, die manches Auto übersteigen. Reitbekleidung und -ausrüstung auf Luxusniveau verbinden Funktion, Handwerk und Ästhetik auf eine Weise, die nur wenige andere Industrien erreichen. Von der handgefertigten Trense bis zur maßgeschneiderten Reithose: Diese Marken setzen weltweite Maßstäbe.

Hermès: Die Legende unter den Reitmarken

Hermès begann 1837 als Sattlerei in Paris und fertigte Zaumzeug, Sättel und Pferdeausrüstung für die europäische Aristokratie — lange bevor es zum globalen Luxuskonzern wurde. Bis heute ist die Equestrian-Linie das Herzstück der Marke. Wer die Hermès-Boutique betritt, findet ganze Etagen ausschließlich für Pferdesport-Equipment:

  • Hermès-Sattel: Handgefertigt, Leder aus Frankreich, 5.000 – 30.000 Euro je nach Modell und Individualisierung
  • Reitstiefel: Handgenähtes Leder, ab 1.500 Euro — auf Wunsch mit eingravierten Monogrammen
  • Handschuhe, Gerten, Halfter: 150 – 800 Euro, erkennbar am charakteristischen H-Muster
  • Reithelm (mit Hermès-Veredelung): 1.200 – 2.500 Euro, Lederpolsterung von Hand eingesetzt

Ein Hermès-Sattel ist nicht nur Ausrüstung — er ist Statussymbol, Kunstobjekt und bleibt Jahrzehnte in Gebrauch. Gepflegte Exemplare aus den 1990ern übersteigen heute oft ihren damaligen Kaufpreis.

Pikeur: Deutschlands Premium-Reitmode

Pikeur, gegründet 1957, ist die wichtigste deutsche Marke für Dressur-Reitbekleidung. Was anfangs als funktionale Sportmarke begann, hat sich zu einem Synonym für elegante Reitmode entwickelt. Der Unterschied zu günstigerer Konkurrenz zeigt sich spätestens nach dem ersten Galopp:

  • Dressurjacken und Turnierfracks: 400 – 1.200 Euro — streng tailliert, FEI-konform
  • Vollbesatz-Reithosen: 200 – 600 Euro — Grip-Material an der gesamten Innenseite für optimalen Sitz
  • Reitstiefel (Kunstleder und echtes Leder): 150 – 800 Euro
  • Turnierhemden und Krawattenschleifen: 80 – 200 Euro

Praktisch alle deutschen Nationaldressurreiterinnen — von Isabell Werth bis Jessica von Bredow-Werndl — tragen regelmäßig Pikeur. Wer auf Turnieren antritt, fällt mit Pikeur im positiven Sinne nicht auf: Die Richter sehen Eleganz statt Ablenkung.

Samshield: Helme für Profis

Der französische Helmhersteller Samshield hat den Reithelm-Markt revolutioniert. Früher waren Sicherheitshelme entweder sicher oder schön — Samshield hat bewiesen, dass beides geht. Ein Samshield-Helm verbindet höchste Sicherheit (FEI-zugelassen, VG1-Norm) mit Luxus-Ästhetik:

  • Miss Shield Slim: Beliebtes Dressur-Modell mit abgeflachtem Profil, 600 – 950 Euro
  • Premium-Modelle mit Swarovski-Kristallen: 1.200 – 2.500 Euro — Individualisierung auf Bestellung
  • Shadowmatt-Finish: Matter Lack in verschiedenen Farben, kein Glanz bei Fernsehkameras
  • Individualisierung: Helmfarbe, Leder-Schweißband-Farbe, Kristall-Design, Monogramm

PS of Sweden: Skandinavisches Luxusdesign

PS of Sweden ist die junge Luxus-Alternative aus Schweden und in wenigen Jahren zur beliebtesten Marke unter ambitionierten Amateurreitern geworden. Die Schweden haben verstanden, dass Reiter nicht nur funktionale Ausrüstung wollen, sondern auch Mode, die außerhalb des Stalls getragen werden kann:

  • Innovative Materialien: 4-Wege-Stretch, atmungsaktiv, maschinenwaschbar
  • Unverwechselbares skandinavisches Design — minimalistische Farbgebung
  • Reithosen: 200 – 500 Euro, auch als Silicone-Vollbesatz erhältlich
  • Jacken und Westen: 250 – 600 Euro, mit herausnehmbarem Innenfutter
  • Reithelme: 350 – 700 Euro in Kooperation mit UVEX

Ariat: Technologie aus Kalifornien

Ariat, gegründet 1993 in Union City (Kalifornien), hat mit seiner technologischen Herangehensweise die Reitstiefelwelt verändert. Gründerin Beth Cross brachte Sportschuhtechnologie in den Reitstall:

  • ATS-Technologie (Advanced Torque Stability): Verhindert Umknicken und schützt das Sprunggelenk
  • Weit verbreitet im Springreiten, Westernreiten und Vielseitigkeitsreiten
  • Stiefel: 200 – 800 Euro — günstiger als europäische Luxusmarken bei ähnlichem Komfort
  • Reitstiefeletten und Chaps: 100 – 300 Euro

Weitere Premium-Marken im Überblick

Marke Land Spezialisierung Preisbereich
Charles Owen Großbritannien Sicherheitshelme, konservatives Design 300 – 700 €
GPA Frankreich Helme für Springen und Dressur 400 – 1.000 €
Kingsland Skandinavien Stylische Reitmode, mittleres Segment 150 – 400 €
Schockemöhle Sports Deutschland Funktionale Turniersportmarke 100 – 600 €
Animo Italien Reitmode mit Haute-Couture-Anspruch 300 – 800 €
Cavalleria Toscana Italien Luxury-Streetwear für Reiter 200 – 700 €
Horze Skandinavien Preiswerter Einstieg, gute Qualität 50 – 200 €

Budget-Überblick: Was kostet eine komplette Ausstattung?

Die Gesamtkosten für eine Reitausrüstung variieren enorm — je nach Ambitionen und Markenvorlieben:

Niveau Gesamtkosten Typische Marken
Einsteiger (Freizeit) 400 – 1.000 € Horze, Kingsland, günstige Ariat
Ambitionierter Amateur 2.000 – 5.000 € Pikeur, Samshield, Ariat Premium
Turnierreiter (Klasse A–L) 5.000 – 12.000 € Pikeur, Samshield, PS of Sweden
Profi / Olympia-Niveau 15.000 – 50.000+ € Hermès-Sattel, Pikeur Custom, Samshield Premium

Tipp: Wer in Luxusmarken investiert, sollte auf Pflege achten. Ein Hermès-Sattel, der regelmäßig mit Lederpflege behandelt wird, hält 30+ Jahre — und behält seinen Wert.

Reitbekleidung pflegen: So bleibt Luxus langlebig

Hochwertige Reitbekleidung verlangt nach sorgfältiger Pflege. Wer das ignoriert, verliert Hunderte Euro durch Fahrlässigkeit:

  • Lederpflege: Sättel, Stiefel und Lederhandschuhe monatlich mit hochwertigem Lederöl (z.B. Effax Lederbalsam) behandeln
  • Reithosen waschen: Niemals über 30 Grad, Schonwaschgang, nicht im Trockner — Silikon-Besatz reagiert empfindlich auf Hitze
  • Helme: Innenfutter herausnehmen und separat waschen, Außenschale nur mit feuchtem Tuch
  • Turnierjacken: Nach Turnieren sofort lüften, in Schutzhülle aufbewahren, chemische Reinigung nur bei starker Verschmutzung

Nachhaltigkeit in der Luxus-Reitbranche

Nachhaltigkeit gewinnt auch in der Equestrian-Welt an Bedeutung. Einige Marken reagieren bereits:

  • PS of Sweden: Recyclede Materialien in mehreren Kollektionen, PETA-Approved-Vegan-Optionen bei Stiefeln
  • Kingsland: Nachhaltigkeitsbericht seit 2022, Reduktion von Plastikverpackungen
  • Hermès: Verwendet ausschließlich Leder aus Gerbereien mit lückenloser Rückverfolgbarkeit

Wer komplett auf Leder verzichten möchte, findet bei Ariat und PS of Sweden mittlerweile vollständige vegane Alternativen, die in Qualität und Optik kaum von echtem Leder zu unterscheiden sind.

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Häufige Fragen zu Luxus-Reitbekleidung

Lohnt sich ein Hermès-Sattel wirklich?

Für Turnierprofis und leidenschaftliche Pferdemenschen, die täglich reiten: ja. Ein Hermès-Sattel hält Jahrzehnte, passt sich dem Pferderücken mit der Zeit an und hat einen erheblichen Wiederverkaufswert. Als Investment funktioniert er besser als viele andere Luxusgüter — gepflegte Exemplare aus den 1990ern übersteigen heute ihren damaligen Kaufpreis.

Ist Luxus-Reitbekleidung auch für Freizeit-Reiter sinnvoll?

Qualität zahlt sich immer aus — hochwertige Reithosen sind deutlich bequemer, halten länger und sitzen besser. Allerdings sind Spitzenprodukte wie Hermès oder Samshield-Premium für reine Freizeitreiter überdimensioniert. Marken wie PS of Sweden, Kingsland oder Ariat bieten ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis für qualitätsbewusste Reiter ohne Turnierfokus.

Welche Marke ist die beste für Dressurreiten?

Pikeur ist der unangefochtene Standard in der deutschen Dressurszene. International führt Cavalleria Toscana aus Italien zunehmend die Trends. Für Helme ist Samshield die erste Wahl bei Profis — die flache Silhouette und die FEI-Zulassung machen ihn zum Standardhelm bei Grand-Prix-Turnieren.

Wo kauft man Luxus-Reitausrüstung in Deutschland?

Spezialisierte Fachhändler wie Krämer Pferdesport, Loesdau oder Equiva führen die meisten Premium-Marken. Hermès-Equipment gibt es ausschließlich in Hermès-Boutiquen und auf spezialisierten Equestrian-Messen. Online bieten Equiva und Pfiff gute Auswahl; für Gebrauchtes ist eBay Kleinanzeigen die erste Adresse — Hermès-Sättel werden dort für 2.000 – 15.000 Euro gehandelt.

Was ist der Unterschied zwischen Vollbesatz und Kniebesatz bei Reithosen?

Kniebesatz bedeutet: Silikon- oder Lederverstärkung nur im Kniebereich — ideal für Springreiter und Ausritte. Vollbesatz (von Oberschenkel bis Knie rundum) bietet deutlich mehr Grip und ist der Standard im Dressursport. Vollbesatz-Hosen sind teurer (ab ca. 200 Euro) und erfordern etwas Eingewöhnungszeit, vermitteln aber ein engeres Verbindungsgefühl zum Pferd.

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