Objektive für Sportfotografie: Scharfe Bilder ohne Rauschen

Bei der Sportfotografie ist die Wahl des Objektivs entscheidend. Für Kameras sind Kompromisse möglich und es gibt viele Features, die optimal, aber kein Muss sind. Ein gutes Objektiv für Sportfotografie weist deutlich weniger Kriterien auf, die dafür aber für gute Aufnahmen erfüllt sein müssen.

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Gutes Objektiv für Sportfotografie: wichtige Tipps

Der Autofokus muss das Motiv schnell genug scharf stellen können. Neben dem Motor und dem Autofokus-Modul in der Kamera besitzen auch Objektive einen eigenen Autofokus-Motor. Günstige Objektive von Drittherstellern können die Motorleistung der Originale von Nikon und Canon bislang nicht erreichen. Das Objektiv sorgt sonst für einen Engpass, der einige vielversprechende Aufnahmen zu Ausschuss werden lässt.

Die Anforderungen an Blende und Brennweite sollte sich an der Sportart orientieren, was nicht heißt, dass du ein Arsenal an Objektiven benötigst. Für Besitzer einer Nikon-Kamera ist das Objektiv AS-F ein echter Allrounder. Kommt eine Canon oder ein anderes Modell zum Einsatz, ist ein Objektiv 70-200mm f/2.8 der richtige Einstieg. Grundsätzlich ist nur bei hellem Tageslicht eine Blende von f/4.0 sinnvoll. Für fast alle anderen Sportarten und Einsatzmöglichkeiten sollte eine Blende von f/2.8 gewählt werden. Für die Brennweite gilt als Faustregel: je weiter du von der Action weg bist, desto höher sollte die Brennweite sein.

Einige Objektive bieten zusätzliche Bildstabilisatoren an. Diese schaden nicht, sind aber auch nicht notwendig. Interessant ist dieses Feature vor allem, wenn du bei Autorennen die Kamera mitziehen möchtest, um das Auto vor verschwommenem Hintergrund freizustellen. Es fällt dann besonders auf und vermittelt ein bewegtes Motiv. Die Bildstabilisatoren unterstützen solche Ambitionen und sorgen für einen konzentrierten Blick durch einen geschwenkten Sucher.

Einstellungen für Sportfotografie: Blende, ISO-Wert & Co

Insbesondere Feld- und Hallensportarten stellen unterschiedliche Anforderungen. Auf dem Sportfeld sind bei gutem Tageslicht Teleobjektive die richtige Wahl. Meist wirst du weit vom Geschehen entfernt sitzen und kannst so dennoch alles nah heranholen. Die Blende kann auf f/4.0 eingestellt werden, es ist also keine weite Öffnung bei der Aufnahme erforderlich. Hierdurch sparst du die eine hohe ISO-Einstellung und erhältst ein schärferes Bild. Sofern du sehr nahe Szenen aufnehmen möchtest, kannst du schon mit 24 mm Brennweite starten. Im Normalfall bist du ab 70 mm gut ausgerüstet. Mit 400-500 mm kannst du das Spielfeld überblicken sogar hinter dem Tor Aufstellung nehmen.

Ab 600 mm Brennweite wird es schwierig, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Anders sieht es aus, wenn das Superteleobjektiv zum Einsatz kommt. Nimmst du vom Spielfeldrand eine Szene im Strafraum auf, sind 600 mm Brennweite eine gute Wahl. Allerdings ist dies eher eine Option für professionelle Fotografen, die mehrere Kameras mit sich führen. Für Rennsportarten können sogar 700 mm Brennweite nötig werden, wenn der eigene Standort sehr abseits vom Geschehen liegt.

Tipps bei schlechte Lichtverhältnissen

Bei Hallensportarten herrschen abseits der Profi-Ligen herausfordernde Lichtverhältnisse. Bereits ein Spiel bei Flutlicht auf dem Fußballfeld kann in der Aufnahmequalität mit Blende f/4.0 grenz wertige Ergebnisse liefern. Bei schlecht ausgeleuchteten Sporthallen kommst du um Blende f/2.8 nicht herum. Der Verschluss öffnet sich weiter und es dringt in kurzer Zeit mehr Licht auf den Sensor. Hier kommt der Autofokus wieder ins Spiel.

Zudem hilft ein Bildsensor (in der Kamera), der bei hohen ISO-Werten gute Bilder liefert. Das Bildrauschen sollte dabei nicht in der Kamera bearbeitet werden, da die Qualität darunter leidet. Die Kamera rechnet nur intern um, welche Farbpixel an dieser Stelle passend wären. Wenn hinter dem Objektiv ein solch leistungsstarker Bildsensor sitzt, brauchst du dir um stärkere Blenden als f/2.8 keine Gedanken zu machen. Ist dies nicht der Fall oder du möchtest absolut hochwertige Ergebnisse erzielen, ist ein Objektiv mit einer Blende von f/2.0 mit 200 mm Brennweite eine gute Alternative. Generell beginnen Brennweiten im Hallensport bei 24 mm. Für Aufnahmen der gegnerischen Spielhälfte ist eine Brennweite bis 400 mm hilfreich.

Wichtige Eigenschaften einer Kamera für Sportfotografie

Solange es nicht um Golf, Schach oder Snooker geht, herrscht auf dem Spielfeld oder der Rennstrecke rasche Bewegung. Wenn du das Motiv im Sucher hast, sollte nach dem Auslösen ein scharfes Bild das Resultat sein. Ein schnelles Autofokus-Modul und entsprechend hohe ISO-Werte sind unabdingbar. Für gute Aufnahmen sollte auch bei hohen ISO-Einstellungen kein störendes Bildrauschen auftreten.

An Beispielfotos im Internet anderer Nutzer kannst du erkennen, welche Qualität die Fotos bei hohen ISO-Werten aufweisen. Auch in Testberichten ist das Bildrauschen ein zentrales Thema. Wichtig ist vor allem, dass das Bildrauschen nicht einfach von der Software innerhalb der Kamera unterdrückt wird. Das Ergebnis ist eine Berechnung und Umfärbung von Pixeln, bei der die Konturen verloren gehen können.

Da das Motiv in der Bewegung bleibt, ist die Serienbildfunktion ebenfalls spannend. Die Leistungsfähigkeit der Serienaufnahme kannst du in den Angeboten der Hersteller vergleichen. Für Verarbeitung der Aufnahmen brauchst du eine schnelle Speicherkarte – sonst bremst diese die Serienbilder unnötig aus. Die Speicherkarte sollte eine hohe Anzahl an Bildern in guter Qualität fassen können. Optimal ist, wenn die Kamera einen zweiten Steckplatz (Slot) für eine weitere Speicherkarte aufweist.

Wenn es zur Sache geht, sollten wichtige Einstellungen nicht im Menü versteckt sein. Eine gute Kamera für Sportfotografie weist daher Knöpfe auf, die sich gut und schnell greifen lassen. Sie liegt zudem gut in der Hand. Das verhindert, dass sie dir im Eifer des Gefechts entgleitet. Bei Aufnahmen im Außenbereich ist ein Spritzwasserschutz gegen Regen ideal. Generell solltest du bei einer Kamera für Sportfotografie auf eine robuste Verarbeitung und Haptik achten.

Sportfotografie im Hobby- und Profibereich

Alle oben genannten Eigenschaften finden sich vereinigt bei Kameras der obersten Preisklasse. Da die meisten Kamerahersteller den Massenmarkt ansprechen möchten, finden professionelle Sportfotografen die Modelle ihrer Wahl bei den Marken Canon und Nikon. Hobbyfotografen können diese Modelle ebenfalls erwerben, sollten sich aber bewusst sein, dass sie hier in reinen Luxus investieren. Du solltest also über das entsprechende Budget verfügen oder vom Thema über alle Maßen begeistert sein, damit sich diese Investition rechnet. Die Top-Modelle weisen mit bis zu 250.000 Fotos eine längere Lebenszeit gegenüber normalen Kameras auf. Du kannst daher guten Gewissens eine solche Kamera gebraucht kaufen, wenn du auf die Top-Leistung nicht verzichten möchtest.

In der Regel benötigen Hobbyfotografen aber viele Eigenschaften der teuren Profi-Geräte nicht. Sofern du nicht bei Wind und Wetter perfekte Aufnahmen liefern musst, ist der Spritzwasserschutz verzichtbar. Auch muss es nicht die schnellste Serienbildfunktion sein. Denn anders als bei Sportjournalisten hängt dein Einkommen nicht davon ab, eine bestimmte Szene hundertprozentig im Kasten zu haben.

Fehler und Ausschuss ist erlaubt. Diese Toleranz kann die Preisklasse der Kameras, die für dich in Frage kommen, bereits deutlich senken. Als Einsatz für die Sportfotografie eignen sich somit auch Modelle anderer Hersteller, wenn sie starken Autofokus, rasche Bildfolgen und hohe ISO-Werte mit niedrigem Bildrauschen bieten. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, auch wenn sie nicht tausende Euro kosten und die Titelseite eines Sportjournals zieren müssen.

Sowohl Profis als auch ambitionierte Hobbyfotografen finden für Sportfotografie passende Kameras. Mit etwas Recherche und der Bereitschaft zu einem Kompromiss kannst du eine Menge Geld sparen. Insbesondere für Sportfotografie ist die Wahl des Objektivs deutlich wichtiger als die der Kamera.

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