Tiny House: Minimalistisch mobil sein zum günstigen Preis & selber bauen

Tiny Houses – Fern ab von Luxus finden sich immer mehr Leute, die sich für das kleine Eigenheim auf vier Rädern interessieren. Anfangs eine kuriose Idee aus den USA lässt diese heute ganze kleine Dörfer in Deutschland entstehen. Ob selbstgebaut, fertig gekauft oder luxuriöse Variante, die Tiny Houses findet man in jeder Art und Größe, jedes Haus ist individuell und mehr als nur eine Unterkunft zum Schlafen. Es ist ein Lifestyle, der damit verbunden ist und ein Ausstieg aus den Normen der heutigen Gesellschaft. So eine Entscheidung erfordert Mut, Präzision und vorerst ein wenig Erspartes, bis sich die Mühe vollständig gelohnt und das Sparen die Investition zurückzahlt. FIV nimmt Euch auf eine kleine Reise mit und stellt euch ein paar Familien, Singles und Pärchen vor, die sich diesen Schritt getraut haben!

Tiny House – Erfindung in den USA & Movement in Deutschland

Was genau ist ein Tiny Haus und wieso entscheiden sich Menschen auf engstem Raum zu leben? Der Trend der Tiny Houses oder Minihäuser kommt wie erwatetet aus den USA. Ihre Anfänge findet man bereits vor 100 Jahren, als sich Tüftler dazu entschieden die häusliche Bequemlichkeit in Mobilität umzuwandeln. Die sogenannten „Motorhomes“ erinnerten an komplett ausgestattete Miniatur Versionen von Häusern mit Rädern und dem vorderen Teil des Autos.

Minihouse Movement in Deutschland

In Deutschland und vielen anderen Teilen Europas ist die Idee noch in ihren Babyschuhen. Es ist eher ein Außergewöhnlichkeit sowas mit eigenen Augen hier zu sehen. Inspiriert von den Büchern von Sarah Susanka entstand ein unglaublicher Hype schon Ende der 70er Jahre. Der Trend kam aus den USA. Gestillt hat er das große Bedürfnis vieler Menschen sich von dem unnötigen Luxus zu lösen und auf minimalistische Art und Weise in den eigenen vier Wände ohne große Kosten oder Schulden zu leben.

Man spricht von drei Arten der kleinen Häuschen:

  • Mini House
  • Tiny House on Wheels
  • Modulhouse

Alle sind maximal 100 qm groß und beschränken sich auf das Nötigste. So eine Größe kann praktisch sein, aber auch Nachteile mit sich bringen. Hier findet ihr die wichtigsten Vorteile, wie auch Nachteile vor einem Kauf oder einer Fertigstellung eines Tiny House:

Vorteile Tiny House

Die Vorteile von Tiny Houses sind vielfältig. Zum einen hast du geringe Baukosten, schließlich hast du viel weniger Material und Fläche zu beackern. Ebenso sind deine Unterhaltskosten wesentlich geringer, schließlich brauchst du weniger zu heizen, aber auch weniger Strom für Licht.

  • Geringe Baukosten
  • Geringe Unterhaltskosten
  • Tiny Houses sind gut für die Umwelt
  • Weniger Zeitaufwand fürs Putzen, Aufräumen und die Instandhaltung
  • Mobilität und Flexibilität
  • Möglichkeit, um schnell Wohnraum zu ergänzen
  • Minimalismus-Trend

Nachteile Tiny House

Auch die schönsten Ideen haben ihre Macken und Nachteile. Vor allem in der Natur muss man damit rechnen, dass es sehr schnell kalt werden kann und der Komfort kleiner und enger ist, wenn es dann an die Familienplanung oder Gäste geht.

  • Tiny Houses sind nicht familientauglich
  • Großer Planungsaufwand
  • Aufwendiges Genehmigungsverfahren & Versicherung
  • Weniger Wohnkomfort
  • Kein Platz für Gäste
  • Kälte im Winter
  • Beschränkungen beim Hausrat

Junge Frau baut Tiny House für 5.000 Euro

Elisabeth (35) hatte ihr altes Leben in Nordengland satt, war unzufrieden mit ihrem Job und wollte einfacher und nachhaltiger leben. In Andalusien erfüllte sie sich ihren Kindheitstraum und baute ihr eigenes kleines Holzhaus. Durch das schauen vieler YouTube Videos merkte sie, wie einfach es ist mit genügend Selbstvertrauen und der richtigen Fantasie etwas so großartiges zu kreieren. Und das auch noch preisgünstig mit teils recyclten Möbeln und Haushaltsgeräten aus Flohmärkten.

Ihr Weg war nicht komplett beschwerdenlos, sie hat auch viele Fehler gemacht, aber sie hatte nichts zu verlieren. Das Endergebnis lässt sich auf jeden Fall sehen. Nach einem Jahr, in dem sie anfangs 4 Tage Vollzeit gearbeitet hat und die restliche Zeit in die Fertigstellung, sieht ihr Tiny House on Wheels so aus:

Konsum-Aussteiger: Mit Kindern im Mini-Haus

Umschreiben – Vor allem junge Familien träumen von einem Leben ohne beruflichem Hamsterrad und teurer Miete. Sie wollen flexibel bleiben, sparsam wirtschaften und Zeit füreinander haben. Alina und Flo haben ihren Traum verwirklicht und wohnen mit ihren beiden Töchtern in einer Jurte. Auch Katharina und Kolja steigen aus, raus aus dem Konsum. Zusammen mit Tochter Klara ziehen sie in ein selbstgebautes fahrbares Mini-Haus.

Auch wenn anfangs nicht alles kunterbunt gestartet ist und viel Verwunderung von Seiten der Familie oder Bekannten kam, entschieden sich die Pärchen das durch zuziehen. Während Kolja und Katharina 26.000 Euro in ihr Mini House auf Rädern investiert haben, haben  sich Alina und Flo für die günstigere Variante auf dem Bio Hof in der Jurte entschieden.

Für beide stand aber fest, dass das ganze Ersparte drauf gehen würde und ihr Leben wie gewohnt sich um 180 Grad ändern würde. Mit lediglich 650-700 Euro versuchen die Familien im Monat auszukommen und arbeiten nur das Nötigste in Minijobs (trotz beendeten Studiums), um mehr Zeit mit der Familie zu haben und weniger Erschöpfung im Alltag.

Erstes Tiny House Dorf in Deutschland

Steffi und Philipp leben ihren Traum auf 25 m². Beide haben in Mehlmeisel Deutschlands das erste Tiny House Dorf gegründet. Nach dem Abitur begaben sich beide auf Reisen, Phillip erstmal durch Australien, die beiden gemeinsam dann durch die USA und Canada. Auf ihren Reisen entdeckten sie dann ihre ersten Tiny Houses. Anfangs war Steffi zwar sehr skeptisch, aber einmal in von innen gesehen, freundete sie sich mit der Idee an. Anders als in den USA ist es in Deutschland mit dem Grundstück finden sehr problematisch. Als beide dann ihr perfektes Grundstück gekauft hatten, war noch enorm viel Platz für mehr Bewohner. So ergab sich die Idee zum ersten Tiny House Dorf Deutschlands!

 

 

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